Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
466.110
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Autokauf, schon kaputt, Garantie?


| 30.12.2008 22:00 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Hallo,

ich habe folgende Fragen:

Am 23.12 habe ich bei einem Händler einen BMW Bauj. 2001 145000 km gelaufen gekauft. Mit einem Jahr Garantie

Am nächsten Tag musste ich nochmal in die Nähe vom Händler fahren. (der Händler wohnt ca 230KM von mir entfernt)
Als ich von der Autobahn fuhr, hat das Automatikgetriebe plötzlich nicht mehr geschaltet. ich fuhr also zum Händler und schilderte Ihm das Problem. Er sagte das fehle wohl nur Getriebeöl.

Ich habe dann einen alten Golf III als Ersatzfahrzeug mitbekommen, obwohl der Verkäufer sagte er wäre nicht verpflichtet mir ein Ersatzfahrzeug zu stellen. ich muss noch dazu sagen das er mir Kurzkennzeichen vom gekauften BMW an den Golf schraubte, ich weiß nicht ob das zulässig ist.

Nach den Feiertagen musste ich nun 2 tage warten bis endlich mal der Fehler gefunden wurde, ich hätte seit 2 tagen wieder arbeiten müssen, und meine Kurzkennzeichen sind schon abgelaufen, also habe ich kein Auto mehr.

Jetzt sagt der Händler, der BMW hat ein Elektrikproblem am Getriebe, es müsse zerlegt werden oder ganz ersetzt werden.

Meine Frage: Wenn das Getriebe so schnell kaputt ist wird das doch wohl zu hundert Prozent die Garantie (Versicherung) übernehmen oder? Ich habe leider die Papiere über die Garantie im Auto beim Händler liegen.

Wie ist das mit Ersatzfahrzeug und Verdienstausfall in dem Fall?. Ich denke das wird sicher 1 Woche dauern bis der Fehler behoben ist.

Ist es sicherer mir jetzt schon einen Anwalt zu nehmen?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Vorab wäre die Frage noch zu klären, ob Sie das Fahrzeug als Privatperson oder als Unternehmer erworben haben.

Wenn Sie das Fahrzeug als Privatperson erworben haben, stehen Ihnen bereits Gewährleistungsansprüche gegen den Verkäufer nach §§ 437 Nr. 1, 439 Absatz 1 BGB auf Nacherfüllung zu. Diesen Anspruch kann der Verkäufer auch nicht ausschließen, da es sich dann um einen Verbrauchtgüterkauf nach § 474 BGB handelt, bei welchem die Gewährleistungsansprüche nicht durch den Verkäufer ausgeschlossen werden können. Dabei wird dann vermutet, dass ein Mangel an der Kaufsache, der innerhalb von sechs Monaten auftritt, auch schon bei Verkauf vorgelegen hat. Dies wäre bei Ihnen aufgrund des kurzfristigen Auftretens des Mangels wohl als unproblematisch anzusehen.

Bei der Nacherfüllung haben Sie einen Anspruch auf Beseitigung des Mangels, dies wird durch den Verkäufer derzeit ja auch bereits ausgeführt.

Die Kosten für die Nacherfüllung, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten hat nach § 439 Absatz 2 BGB der Verkäufer zu tragen.

Damit wäre zumindest der Schaden am PKW auf Kosten des Verkäufers instandzusetzen.
Im Hinblick auf den möglichen Getriebeschaden sollten Sie aber -soweit der Schaden evtl.nicht ausreichend behoben wird/werden kann- auch über den Rücktritt von Kaufvertrag nachdenken.

Sollten Sie das Fahrzeug als Unternehmer erworben haben, dann kann der Verkäufer die Gewährleistungsrechte für den Kauf im Vertrag ausschließen, so dass die Kosten dann auch ggfs. von Ihnen zu tragen wären.

Ob die Garantie bei Ihnen eintritt ist leider nicht zu beurteilen, da es dann entscheidend darauf ankommt, für welche Bereiche eine Garantie gegeben worden ist.


Bezüglich der Kosten für ein Ersatzfahrzeug oder den Verdienstausfall sehe ich derzeit eher wenig Möglichkeiten, die Kosten dafür geltend zu machen.
Das Problem daran ist, dass diese Kosten im Wege eines Schadensersatzes geltend gemacht werden müssten. Für diesen Anspruch auf Schadensersatz ist aber Voraussetzung, dass der Verkäufer den Schaden (Mangel) zu vertreten hat. Dies sehe ich hier nicht, da dem Verkäufer in der Regel nicht zur Last gelegt werden kann, dass der PKW einen solchen Schaden hatte. Auch in der Literatur habe ich dazu keine anderweitige Einschätzung finden können, ebenso nicht durch die Gerichte.

Ich rate Ihnen daher, sich mit dem Verkäufer über die weitere Nutzung eines Ersatzfahrzeuges zu einigen. Haben Sie das Ersatzfahrzeug derzeit noch bei sich stehen, so dass Sie sich dafür nochmals Kurzkennzeichen besorgen könnten? Oder haben Sie ggfs. die Möglichkeit, sich einen günstigen Mietwagen zu leihen, um so zumindest keinen weiteren Verdienstausfall zu haben? Evtl. können Sie bezüglich der Kosten für einen solchen Mietwagen mit dem Verkäufer eine Einigung für eine Kostenbeteiligung finden. Vielleicht unter dem Gesichtspunkt, dass Sie den gebrauchten PKW ansonsten auch hätten nutzen können und Sie die Kosten ja dann nicht gehabt hätten, auch wenn der Verkäufer vielleicht unter den Gesichtspunkten des Schadensersatzes eben nicht durch die Pflichtverletzung dazu gebracht werden kann.
Ein solches Vorgehen sollten Sie dann aber auf jeden Fall zuvor mit dem Verkäufer abstimmen, um sich so über die möglichen Kosten einen Überblick zu haben.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit dem Verkäufer eine Einigung finden können.

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch in das neue Jahr.

Nachfrage vom Fragesteller 31.12.2008 | 02:11

Ich habe den Wagen als Privatperson gekauft.

Da ich leider die Garantie Papiere nicht zur Hand habe weiß ich nicht genau welche Schäden diese übernimmt.

Nehmen wir mal an das die Garantie Schäden am Getriebe bis zu 1500,- Euro übernimmt, die Reparaturkosten aber über 2500,- Euro liegen, müsste ich dann die Differenz übernehmen? da ich das Auto ja kaum gefahren habe. Oder hätte ich dann das Recht vom Kauf zurückzutreten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.12.2008 | 09:25

Sie haben ja, außer der Garantie den Anspruch auf die Nacherfüllung als Gewährleistung. Dies ist der Weg, wie ich ihn oben beschrieben hatte.
Im Wege der Gewährleistung -und das wird der Verkäufer gerade als Nacherfüllung machen- haben Sie keine Kosten zu tragen, sondern der Verkäufer hat alle Kosten zu übernehmen.

Daher dürfte sich der Eintritt dieser Garantie gar nicht stellen. Sollte der Verkäufer darauf verweisen, dass es eine Garantieleistung ist, teilen Sie ihm mit, dass er erst im Wege der Nacherfüllung zu leisten hat (Nachbesserung).
Wenn der Verkäufer nun erfolglos nachbessert, dass heißt, das Fahrzeug kann nicht wieder fahrbereit hergestellt werden, dann können Sie auch vom Kaufvertrag zurücktreten. Der Verkäufer darf aber zweimal versuchen, den Fehler zu beheben.

Wenn man nun annimmt, Sie hätten diese Gewährleistungsrechte nicht und es ist der Fall der Garantie eingetreten, dann wäre es tatsächlich so, dass Sie den Differenzbetrag übernehmen müssten.

Der von Ihnen angesprochene Rücktritt ist ebenfalls nicht aus der Garantie und einer möglichen Zuzahlung von Ihnen abzuleiten sondern eben gerade auch ein gesetzliches Gewährleistungsrecht, dass Ihnen nach einer fehlgeschlagenen Nachbesserung zusteht.

Vorrangig haben Sie aber erst die gesetzlichen Gewährleistungsrechte auf Nachbesserung, bzw. wenn dies (zweimal) fehlschlägt auch auf Rücktritt.
Die Garantie ist eine freiwillige zusätzliche Leistung des Händlers, die zwar auch eintreten könnte, Sie sollten aber auf Ihre Gewährleistungsrechte bestehen.

Sollte der Händler die Reparatur nicht im Rahmen der Gewährleistung -inklusive der vollen Kostenübernahme- tragen, sollten Sie dann Anwalt zu Rate ziehen.
Gerne stehe ich Ihnen auch dafür im Rahmen einer Mandatserteilung zu Verfügung.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.
Mit freundlichen Grüßen

Maren Christine Böttger
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 31.12.2008 | 02:36


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 31.12.2008 4,6/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57042 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde in sehr kurzer Zeit sehr präzise beantwortet. Das hilft mir gewaltig bei der Entscheidung zur weiteren Verfahrensweise. Eine Nachfrage war nicht nötig und ich fühle mich durch die Antwort wirklich sehr gut ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort von Herrn Raab hat mir sehr geholfen! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Ich hatte den Eindruck, eine sehr persönliche Beratung zu bekommen! Danke vielmals! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat den Sachstand richtig verstand und hat dementsprechend geantwortet und Argumentiert ...
FRAGESTELLER