Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
475.171
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Autobetrug


| 08.09.2017 11:27 |
Preis: 47,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,
vor circa 4 Wochen bin ich mit meinem Auto in eine "fremde" Werkstatt gefahren, um den Auspuff des Fahrzeugs reparieren zu lassen. Dort wurde mir von zwei KfZ-Mechanikern erklärt, dass das Auto schrottreif sei und es unverantwortlich wäre, mich weiter mit dem Auto fahren zu lassen. Dafür habe ich eine Zeugin. Daraufhin habe ich das Auto in der Werkstatt stehen lassen. Am nächsten Tag habe ich dem Kfz-Mechaniker den Farzeugbrief übergeben, damit er das Auto abmelden und verschrotten kann.
Auf mehrmalige Aufforderung habe ich bisher keinen Beleg dafür erhalten, dass das Fahrzeug verschrottet wurde.
Die Versicherung hat schon reagiert und uns mitgeteilt, dass das Auto abgemeldet wurde.
Nun hat mein Mann das Auto (sehr seltenes auf auffälliges Fahrzeug) gestern mit einem anderen Kennzeichen in unserer Stadt gesehen. Ich gebe zu, dass mein Verhalten sehr naiv war. Nichts desto trotz fühle ich mich nun um mein Auto betrogen.
Können Sie mir bitte mitteilen, ob und wenn ja, welche rechtlichen Schritte nun noch möglich sind um mein Auto zurückzubekommen?
Danke im Voraus.
08.09.2017 | 12:37

Antwort

von


15 Bewertungen
Oselbachstraße, 41
66482 Zweibrücken
Tel: 06332 - 92760
Tel: 0176 2609 2237
Web: www.ra-weichel.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrte Fragestellerin,
gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

I.
Nach erster summarischer Prüfung muss ich Ihnen leider mitteilen, dass Sie das Auto aller Voraussicht nach nicht zurückerhalten werden.

Der Händler hat den PKW wohl an einen Dritten weiter veräußert, mithin das Eigentum auf diesen übertragen. Auch wenn Sie im Nachgang den Vertrag mit der KFZ-Werkstatt anfechten sollten (arglistige Täuschung), hat dies aller Voraussicht nach keinen Einfluss auf die nunmehrigen Eigentumsverhältnisse. Dies ergibt sich aus § 932 BGB.

„Durch eine […] erfolgte Veräußerung wird der Erwerber auch dann Eigentümer, wenn die Sache nicht dem Veräußerer gehört, es sei denn, dass er zu der Zeit, zu der er nach diesen Vorschriften das Eigentum erwerben würde, nicht in gutem Glauben ist"

Da der nunmehrige Eigentümer wohl keine Kenntnis davon hatte, dass Sie von der KFZ-Werkstatt (möglicherweise) betrogen wurden, liegt ein gutgläubiger Eigentumserwerb vor.

Ein Herausgabeanspruch besteht daher nach erster Einschätzung nicht.

II.
Jedoch bleibt es Ihnen unbenommen, den Inhaber der KFZ-Werk wegen Betrug anzuzeigen. Hier besteht nämlich der dringende Verdacht, dass Ihnen bewusst wahrheitswidrig vorgespiegelt wurde, dass der PKW Schrottreif sei. Dies ist offensichtlich nicht der Fall.

III.
Auch haben Sie ggf. die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche auf dem Zivilrechtswege geltend zu machen. Insoweit müsste geprüft werden, welche konkrete Vermögensschaden Ihnen entstanden ist. Dies kann aus der Ferne nicht abschließend beurteilt werden.

Ich hoffe Ihnen einen ersten verständlichen Überblick verschafft zu haben.

Soweit noch Rückfragen bestehen, können Sie gerne die Nachfragefunktion verwenden.

Herzlichst,
Weichel
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 08.09.2017 | 15:46

Hallo Herr Weichel,

danke für die Antwort, auch wenn sie nicht positiv ist. Einziger Trost: so etwas passiert mir nur einmal:)

Da das Auto im Betriebsvermögen meines Mannes war, braucht dieser nun einen Nachweis, wo das Auto geblieben ist. Bisher verweigert die Autowerkstatt (aus nun verständlichen Gründen) diesen Nachweis. Sehen Sie eine Möglichkeit diesen Nachweis zu erhalten, bzw. ist mein Mann, wenn mit dem Auto etwas passieren sollte, für evtl. Schäden verantwortlich zu machen?

Danke für Ihre kompetente Auskunft im Voraus.

Herzlichen Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.09.2017 | 12:15

Gerne beantworte ich Ihre Rückfragen:

1.
Es gilt der Grundsatz der sog. Halterhaftung. Wird bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs ein Mensch getötet, der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist der Halter verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Soweit das Fahrzeug auf eine andere Person angemeldet wurde, ist Ihr Mann nicht mehr Halter des KFZ. Hiervon ist hier auch auszugehen, da am PKW neue Kennzeichen angebracht wurden.

2.
Bei einer Verschrottung erhält man idR einen Nachweis für die ordnungsgemäße Entsorgung des Autos sowie eine Ausfertigung des Verwertungsnachweises. Die Unterlagen kann die Werkstatt aber nicht herausgeben, da das KFZ offensichtlich nicht verschrottet wurde. Eine Entnahme aus dem Betriebsvermögen sollte aber möglich sein! Wenden Sie sich hierzu an Ihren Steuerberater (Eigenbeleg etc.).

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.

Herzlichst,

Weichel
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.09.2017 | 15:00


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Sven Weichel »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 09.09.2017
5/5.0

ANTWORT VON

15 Bewertungen

Oselbachstraße, 41
66482 Zweibrücken
Tel: 06332 - 92760
Tel: 0176 2609 2237
Web: www.ra-weichel.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Steuerrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht