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Auszahlung Pflichtteil an Geschwister


| 26.02.2009 13:54 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


| in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Anwälte,

es stellt sich folgender Sachverhalt dar:

Ich habe drei Geschwister, einen Bruder, zwei Schwestern. Der Vater ist 2008 verstorben, die Mutter lebt noch, 80 Jahre alt.

Die Mutter wohnt auf einem 1.000 qm großen Grundstück, darauf steht ein Zweifamilienhaus, im oberen Stock wohnt der Bruder mit seiner Familie. An diesem Haus wurde vor über zehn Jahren angebaut, und anscheinend gleichzeitig dem Bruder dessen obere Wohnung sowie die Hälfte des Grundstückes, 500 qm, "überschrieben". Ein GB-Auszug liegt uns nicht vor.

Der Bruder ist laut gem. Testament der Eltern zum Alleinerben bestimmt, das soll laut der Mutter auch so bleiben. Nun geht es um die Auszahlung des gesamten Pflichtanteiles an die Geschwister, noch zu Lebzeiten der Mutter. Folgende Berechnung wurde uns drei Schwestern vom Bruder vorgelegt:

500 qm Grundstück > 100.000 € (i.O., qm-Preis stimmt)
+ 110 qm Wohnfläche der Mutter > 110.000 €
= Gesamtwert 210.000 €

Hiervon würden nun abgezogen werden:

Wohnrecht auf Lebenszeit > 60.000 € (??)

+ Pflegestufe I (die Mutter hat keine Pflegestufe, würde man aber so berechnen, da der Bruder für die Mutter Einkäufe erledigt, sie zu Ärzten etc. fährt) > 40.000 €

Bliebe also ein Wert von 110.000 €

Davon 1/8 Pflichtteil = 13.750 € für jede der drei Schwestern

ODER Verzicht auf Pflichtanteil = 14.500 €

Bitte beantworten Sie mir folgende Fragen:

1. Zu Wohnrecht auf Lebenszeit: Was heißt Lebenszeit? Bis zu welchem Endalter wird hier gerechnet? 85? Ist der Wert von 60.000 € angemessen?

2. Zu der nicht vorhandenen Pflegestufe I: Kann man so etwas ansetzen? Wären hier evtl. Pflegekosten enthalten, die dann der Bruder alleine berappen muss? Ist der Wert von 40.000 € angemessen?

3. Was wäre der nächste Schritt, wenn die beiden Werte völlig an der Realität vorbeilaufen?

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre geschätzte Beantwortung.

Mit freundlichen Grüßen

afischer




Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 748 weitere Antworten zum Thema:
26.02.2009 | 14:22

Antwort

von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch
448 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ausgangspunkt für die Höhe des Pflichtteils ist der Wert des Nachlasses. Dieser setzt sich zusammen aus den Aktiva, also Wert des Grundstücks, des Hauses, Aktien, Sparbücher etc. und den Passiva, also den Belastungen des Grundstücks, Schulden etc.

Ein Anhaltspunkt für die Berechnung des Wertes des Wohnrechts ist die statistische Lebenserwartung des Berechtigten. Diese können Sie zum Beispiel hier kostenlos berechnen lassen: http://test.gesundheit.ch/.

Anhand der Lebenserwartung können Sie dann den statistischen Wert des Wohnrechts errechnen. Die Lebenserwartung multipliziert mit der fiktiven Jahresmiete ergibt den Wert des Wohnrechts. Ob dabei EUR 60.000 angemessen sind, hängt von der individuellen Lebenserwartung und dem fiktiven Mietpreis ab und kann von hier nicht beurteilt werden.

Die Kosten der Pflege Ihrer Mutter sind dagegen keine Passiva des Nachlasses, außer der Erblasser hat den Erben zur Pflege verpflichtet. Grundlage wären dann aber nicht der Anspruch aus der Pflegestufe I, sondern der durchschnittliche Wert der Hilfe/Pflege Ihrer Mutter.

Sollte es zu keiner Einigung kommen, ist der nächste Schritt die Klage gegen den Erben auf Zahlung des Pflichtteils. Ich rate Ihnen dazu einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl zu beauftragen. Gerne steht Ihnen unsere Kanzlei dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet wird. Auch eine größere örtliche Entfernung steht einer Mandatsübernahme nicht im Wege, da die Kommunikation auch gut über Telefon, EMail, Post und Fax erfolgen kann.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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Bewertung des Fragestellers 2009-02-26 | 15:04


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Rechtsanwalt Ingo Bordasch
Berlin

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