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Austritt Abg. Freizeit Überstunden / Resturlaub


| 09.02.2012 13:19 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger Hafer




Ich werde mein Arbeitsverhältnis kündigen und frage mich nun inwieweit mein Arbeitgeber hier eine Uberstunden- und Urlaubsabgeltung verweigern kann in Form von Freizeit aus betrieblichen Gründen.

Überstunden werden bei uns (ca. 600 Mitarbeiter) entweder ausbezahlt oder durch Freizeit abgegolten. Eine Betriebsvereinbarung gibt es dazu nicht und auch keinen Tarifvertrag.

Wir sind 10 Personen im Team wovon 2 stets aus dem Tagesgeschäft rausgenommen werden und 2 Dauerkrank sind. Drei aus dem Team sagen bei der Übertragung von Aufgaben häufig: Kann ich nicht - und - Mach ich nicht. Die Chefin lässt dies gewähren, 2 davon sind ihre "Lieblinge".

Nun schätze ich, dass die Chefin mir vor allem die Überstundenabgeltung durch Freizeit verwehren wird. Sie sagt, sie schätze mich als sehr gute Fachkraft und deswegen bekäme ich eben alles ab. Eine Gleichbehandlung bei der Aufgabenverteilung fehlt bei uns komplett, weswegen ich kündige, bevor ich auch noch gesundheitlich zusammenbreche, wie Vorgänger.
Inzwischen zähle ich Hunderte von Aufgaben (ca. 300) zig Anrufe, Meetings, Termine, Projekte, vorgezogene Deadlines, die ich gleichzeitig (nicht nacheinander !) erledigen soll. Laut Vorgesetzter, weil sie es meist ihrem Chef versprochen hat und - wie ich erfuhr -Bonuszahlungen erhält, wenn das Unmögliche möglich gemacht wurde. 10-13 Stunden, keine oder kaum Pause, terrorisieren durch Worte von oben und absolut unreale Deadlines ist Tagesgeschäft im Büro. Am nächsten Tag geht das Gezerre wieder weiter mit stets neuen Aufgaben (umgehend, sofort), so dass die alten Aufgaben gar nicht fertig gemacht werden können. Vorgänger auf meiner Position sind in psychiatrischer Behandlung oder einfach aufgestanden und gegangen und kamen nie mehr wieder. So die Situation.
_____

Nun meine Frage: Welche Rechtsansprüche habe ich bei Austritt Überstunden durch Freizeit abzugelten anstatt ausbezahlen zu lassen ?
Kann Sie mir dies und den Resturlaub verwehren aus betrieblichen Gründen, weil andere meine Aufgaben nicht übernehmen wollen und sie keinen Ersatz so schnell findet ?
Sie ist übrigens die Personalverantwortliche im Betrieb.


Danke und Grüße

Meirinda
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 105 weitere Antworten zum Thema:
09.02.2012 | 15:26

Antwort

von

Rechtsanwalt Holger Hafer
48 Bewertungen
Gerne beantworte ich ihre Anfrage wie folgt:

Ein Rechtsanspruch auf Abgeltung ihrer Überstunden in Form von Freizeitausgleich besteht nur, wenn dieser vertraglich vorgesehen ist. In ihrem Fall ist höchstens noch denkbar, dass aufgrund der Tatsache dass viele andere Angestellten ebenso die Überstunden durch Freizeitausgleich erhalten haben, hier eine sogenannten "betriebliche Praxis" bestehen könnte, aufgrund derer Sie eine Gleichbehandlung verlangen könnten.
Jedoch ist zu beachten, und hier komme ich schon auf ihre zweite Frage, dass der AG aus betrieblichen Gründen im Einzelfall durchaus darauf bestehen kann, dass ihre Überstunden "nur" durch einen finanziellen Ausgleich erstattet werden, da Sie bsp. für den betrieblichen Ablauf unverzichtbar sind.

Anzumerken ist hier aber, dass der AG in jedem Fall verpflichet ist, ihnen die vertraglich vorgesehenen Pausen zu gewähren und Sie ebenso nicht mit Arbeit übermässig belastet werden dürfen. Ebenso sind Überstunden nur eine Ausnahmemittel des AG und nicht die Regel. Hier empfehle ich Ihnen die geleisteten Arbeiten zu protokollieren und dies dem AG vorzuhalten, sollte der AG nicht einlenken, könnten Sie die Arbeitsprotokolle als Beweismittel für die rechtswidrigen Forderungen des AG nehmen.

Bezüglich ihres normalen Resturlaubsanspruches gilt, das dieser in Natura gewährt werden muss, hier kann der AG nicht auf eine finanzielle Abgeltung ausweichen.

Ich empfehle Ihnen daher bzgl. ihres Resturlaubes auf Urlaubsgewährung zu bestehen und bezüglich der Überstunden, unter Hinweis auf die betriebliche Praxis und die Überschreitungen des AG hinsichtlich Pausen und Überstunden, einen Kompromiss mit ihrem AG auszuhandeln.

Abschliessend möchte ich noch darauf hinweisen, das ihr AG verpflichtet ist, Sie nicht mehr als in § 3 ArbZG vorgesehen zu beschäftigen, wobei anzumerken ist dass das ArbZG von einer Sechs-Tage-Woche ausgeht und ihr AG bei einem "5-Tage-die-Woche-Vertrag" etwas mehr Spielraum für Überstunden hat.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Ersteinschätzung geholfen zu haben und verbleibe


Mit freundlichen Grüßen

Holger Hafer
(Rechtsanwalt)


Bewertung des Fragestellers 2012-02-10 | 07:28


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"Sehr gut bei der Beantwortung finde ich das Eingehen / die Betrachtung der Gesamtsituation was das Arbeitsverhältnis betrifft. "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 2012-02-10
5/5.0

Sehr gut bei der Beantwortung finde ich das Eingehen / die Betrachtung der Gesamtsituation was das Arbeitsverhältnis betrifft.


ANTWORT VON
Rechtsanwalt Holger Hafer
Rosenfeld-Leidringen

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