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Ausstellungsstück Tisch


23.11.2014 11:57 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber



Hallo. Ich habe in einem großen und bekanntem Möbelhaus Stühle und Esstisch für meine neue Wohnung gesucht. Dabei habe ich mich von einer Verkäuferin beraten lassen. Im Beratungsgespräch wurde mitgeteilt, dass ich bereit bin für einen Massivholztisch (Nussbaum) auch etwas mehr auszugeben, sofern mir dieser gefällt, da der Tisch sehr langlebig und qualitativ sehr hochwertig ist. Während der Beratung wurden mehrere Tische angeschaut und sofort ersichtliche Tische die Funiert waren gefielen mir nicht, sodass ich vorzugsweise einen Massivholztisch kaufen wollte.

Nun wurde ich auf ein Ausstellungsstück aufmerksam, welches im Preis deutlich reduziert war (war ein Abverkauf des Ausstellungsstücks). Mir wurde von der Verkäuferin versichert, dass es sich um einen Massivholztisch handelt.

Jetzt die Probleme. Bei der Lieferung des Tisches wurden Beschädigungen festgestellt, welche beim Abschluss des Kaufvertrages noch nicht vorhanden waren. Durch diese Beschädigungen sind helle stellen zum Vorschein gekommen. Nun hat sich herausgestellt, dass der gekaufte Tisch kein Massivholz ist sondern nur Funier (und das Funier ist jetzt stark beschädigt). Der reduzierte Preis war 449 €. Regulär kostet der Tisch in Kernuche in 554 €-. Im Kaufvertrag steht folgender Text:
"Vierfusstisch
Ausführung Nußbaum mit Wachseffektlack
B/H/T ca 140(190)/85/76 cm
bestehend aus je:
Vierfusstisch mit Frontslidefunktion 1x50cm.

Ausstellungsstück gekauft wie gesehen, kleine Fehler möglich. Ohne Umtausch-, Austausch- oder Reklamationsanspruch!"

Die Beschädigung durfte ich nicht bemängeln, da es sich um ein Ausstellungsstück handelt (Beweisfotos habe ich dummerweise nicht), gekauft wie gesehen.

Kann ich jetzt aufgrund von arglistiger Täuschung der Verkäuferin vom Kaufvertrag zurücktreten? Weil ich gehe ja davon aus, dass die Verkäuferin weis, was ich bezahle! Zu erwähnen ist vielleicht noch, das die Verkäuferin nun nicht mehr in dem Möbelhaus arbeitet....

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Grundsätzlich können Sie den Kaufvertrag durchaus wegen arglistiger Täuschung gemäß § 123 BGB anfechten, alternativ können Sie auch gemäß § 437 zurücktreten. Der Unterschied zwischen Rücktritt und Anfechtung ist im Wesentlichen juristischer Natur, der in der Praxis eher unwichtig ist. Wichtig ist nur, dass Sie bei einem Rücktritt dem Verkäufer vorher die Möglichkeit geben müssen, den Mangel zu beheben, also hier den Tisch gegen einen Massivholztisch umzutauschen. Bei einer Anfechtung ist das nicht möglich.

In beiden Fällen (Rücktritt und Anfechtung) müssen Sie jedoch die Täuschung beweisen, d.h. Sie müssen beweisen, dass die Verkäuferin Ihnen zusicherte, dass es ein Massivholztisch ist. Mit dieser Beweisführung stehen und fallen Ihre Ansprüche gegen das Möbelhaus. Mögliche Beweise wären Zeugen oder eine schriftliche Zusicherung. Eine mündliche Zusicherung unter vier Augen ist schwierig, da dann Aussage gegen Aussage steht.

Ich empfehle daher, die Beweislage zu prüfen und dann gegebenenfalls Rücktritt bzw. Anfechtung zu erklären.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2014 | 18:26

Hallo
Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Die Macken an dem Tisch habe ich beim Möbelhaus reklamiert, die die Reklamation an den Hersteller weitergeleitet hat. Dieser hat die Reklamation natürlich abgelehnt, da der Schaden selbst verschuldet wurde (und zwar vom Möbelhaus aber leider nicht beweisbar).

Ich habe auch keinerlei schriftliche "Bestätigung" dass ich einen Massivholztisch erwartet habe. In einer Antwort von der Abteilungsleiterin wurde mir mitgeteilt, dass es sich um ein Echtholzfurnier handelt. Da ich ja in der Beweispflicht bin frage ich mich nun, ob es im Kaufvertrag nicht hätte vermerkt werden sollen/müssen? Wie oben beschrieben steht folgender Text im Kaufvertrag:

"Vierfusstisch Ausführung Nußbaum mit Wachseffektlack B/H/T ca 140(190)/85/76 cm bestehend aus je: Vierfusstisch mit Frontslidefunktion 1x50cm. Ausstellungsstück gekauft wie gesehen, kleine Fehler möglich. Ohne Umtausch-, Austausch- oder Reklamationsanspruch!"

Könnte ich da gegenüber dem Möbelhaus nicht druck aufbauen um wenigstens etwas Geld zurück zu bekommen, da ich kaum davon ausgehe, dass die den Tisch zurück nehmen da er ja beschädigt ist.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.11.2014 | 00:41

Sehr geehrte Ratsuchende,

der Kaufvertrag muß keine Details enthalten, da bei Tischen auch ein faktischer Kaufvertrag ohne Worte möglich ist, d.h. es muß kein schriftlicher Vertrag sein.

Die Beschreibung deutet nicht zwingend auf einen Massivholztisch hin, daher ist es schwierig, damit einen Anspruch zu begründen.

Sie können aber durchaus mit einem Trick Druck ausüben:
Treten Sie Ihre Ansprüche an einen Dritten (Gute Freundin/Ehemann o.ä.) ab, der dann den Anspruch geltend macht. Sie selber sind dann Zeugin und nicht mehr Partei. Da die Verkäuferin nicht mehr für die Gegenseite arbeitet, haben Sie vielleicht Glück und die Gegenseite hat dann selbst keine Zeugin, wodurch Sie im Vorteil sind. Ein Erfolg ist nicht garantiert, aber vielleicht wollen Sie sich das mal überlegen.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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