Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
476.770
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ausladsaufenthalt und steuer


| 19.12.2009 10:51 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

ich arbeite seit drei Jahren in einem Staat welcher kein Doppelsteuerungsabkommen mit Deutschland hat.
Ich lebe dort, habe dort eine Residenz und bin in Deutschland abgemeldet. Ich habe kein Vermögen und keine Wirtschaftliche Tätigkeit oder Einkommen in Deutschland.
In Deutschland lebt und arbeitet meine Frau (mit our Tochter), mit der ich eine finanzielle Trennung seit Jahren habe, aber offiziell sie ist immer noch meine Ehegattin.

Nach diesen Jahren Auslandsaufenthalt möchte ich zurück nach Deutschland kommen.

Meine Fragen:
1. Kann ich das Vermögen (Geld und Sachen) welcher ich hier angesamelt habe ohne Steuer nach Deutschland mitbringen, oder muss ich irgendwelches Steuer bezahlen?
2. Brauche ich irgendwelche Nachweisdokumente über meinen Aufenthalt oder mein Verdienst für das Finanzamt bereit zu stellen?

Ich werde mich freuen auf möglichst schnelle Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Die Besteuerung findet in dem Staat statt, in dem Sie Ihren Wohnsitz bzw. dauerhaften Aufenthalt haben und in dem die zu besteuernden Vermögenswerte belegen sind. In Ihrem Fall derzeit außerhalb von Deutschland.

Haben Sie in Deutschland keinen Wohnsitz oder dauerhaften Aufenthalt, § 9 AO sind Sie in Deutschland nicht unbeschränkt steuerpflichtig. Haben Sie auch kein Vermögen in Form von Immobilien oder Kapitalbeteiligungen etc. sind Sie mangels Anknüpfungspunkt auch nicht beschränkt steuerpflichtig.

Kehren Sie nach Deutschland zurück und haben dann dort Ihren Wohnsitz, sind Sie unbeschränkt steuerpflichtig. Dies umfasst dann auch die Einkünfte, die Sie in dem betreffenden Veranlagungsjahr in Deutschland und auch im Ausland erzielt haben. Haben Sie beispielsweise in 2010 einen Wohnsitz in Deutschland sind die Einkünfte in 2010 auch wenn Sie an jetziger Residenz erzielt werden in Deutschland steuerpflichtig, Hier gilt dann das Welteinkommensprinzip.

Demzufolge brauchen Sie für dieses Jahr (2010) einsprechende Einkommensnachweise aus dem Ausland, um eine entsprechende Besteuerung zu gewährleisten. Demnach müssen Sie auch Ihren Verdienst, jedenfalls für das Veranlagungsjahr angeben.

Das Vermögen können Sie nach Deutschland verlegen, müssen die daraus erzielten Einkünfte auch in Deutschland versteuern, wobei Sie dieses auch in Deutschland zu versteuern hätten, wenn Sie Einkünfte im Ausland erzielen.

Eine Besteuerung des Vermögens oder dessen Einfuhr besteht nicht. Um eine doppelte Besteuerung für 2009 zu vermeiden, empfiehlt es sich daher erst in 2010 den Wohnsitz oder dauerhaften aufenthalt nach Deutschland zu verlegen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen. Im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung.

Mit besten Grüßen.

Nachfrage vom Fragesteller 19.12.2009 | 15:41

Sehr geehrter Herr Schröter

1. Können sie mir folgenden Satz erläutern,

„Das Vermögen können Sie nach Deutschland verlegen, müssen die daraus erzielten Einkünfte auch in Deutschland versteuern, wobei Sie dieses auch in Deutschland zu versteuern hätten, wenn Sie Einkünfte im Ausland erzielen.“

und:
2. Gibt es in meinem Fall keine Bedanken über den "Lebensmittelpunkt" oder "Lebensinteresse" aufgrund meiner lebenden in Deutschland Ehefrau?

Danke
Klaus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.12.2009 | 17:19

Vielen dank für die Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Sobald Sie Ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt nach Deutschland verlegen, müssen Sie die Einkünfte aus Kapitalanlagen in Deutschland versteuern, unabhängig, ob diese Einkünfte in Deutschland oder im Ausland anfallen.

Die Besteuerung erfolgt dann für das Veranlagungsjahr in dem Sie Ihren Wohnsitz verlegen.

Da Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland abgemeldet haben, erfolgt die Besteuerung in dem betreffend Land. Problematisch wird es dann wenn Sie sich beispielsweise mehr als 183 Tage in Deutschland aufgehalten haben und damit ein gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland begründet wird.

Anbei finden Sie einige Bespiele, die einen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland begründen und zur unbeschränkten Steuerpflicht führen.

- Es genügt die Wohnung 2x jährlich für mehrere Wochen zu bewohnen.

- Gewöhnlicher Aufenthalt § 9 AO: Einen gewöhnlichen Aufenthalt hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die darauf schließen lassen, dass er in diesem Ort oder Gebiet
nicht nur vorübergehend verweilt.

- Ein Aufenthalt von mehr als 6 Monaten (zeitlich zusammenhängend) gilt stets als gewöhnlicher Aufenthalt. Kurze Unterbrechungen schaden nicht.

- Wird von vornherein beabsichtigt, die Wohnung nur vorübergehend(< 6Mon.) beizubehalten, begründet man dort KEINEN Wohnsitz.

Allein, dass Ihre Frau in Deutschland lebt, begründet für Sie keine unbeschränkte Steuerpflicht.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und Ihre Nachfragen beantworten.

Mit besten Grüßen

Bewertung des Fragestellers 20.12.2009 | 22:09


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?