Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.406
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ausgleichszahlung vorzeitige Erbfolge - Steuerbelastung


| 25.07.2017 08:11 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von



Fragestellung Ausgleichszahlung
Meine Mutter möchte im Zuge einer vorzeitigen Erbfolge eine Immobilie meiner ältesten Schwester übertragen. Der Notarvertrag soll u.a. den mir zustehenden Anteil ca. 140.000€ regeln.

Meiner Recherche nach sollte die Ausgleichszahlung in Hinsicht auf Freigrenze der Schenkung von meiner Mutter übernommen werden. Bei einer Ausgleichszahlung von meiner Schwester würde nur eine geringe Freigrenze angesetzt.
Ist dieser Ansatz korrekt?

Ist die Ausgleichszahlung damit steuerrechtlich ohne Relevanz/Einfluss und wird lediglich in der Einkommenssteuererklärung aufgenommen?

Wie verhält es sich bei einer angedachten geteilten Ausgleichszahlung (Teil 1 sofort / Teil 2 in 30 Jahren?) - Gibt es hier einen Unterschied zu einer Einmalzahlung?

Wer muss den Nachweis der Berechnungen (Verkehrswert, Wohnrecht usw.) führen? Kann ohne gutachterliche Berechnung mir im Nachgang ein Nachteil entstehen?

Einsatz editiert am 25.07.2017 11:59:42
25.07.2017 | 13:09

Antwort

von


8 Bewertungen
Basselweg 92
22527 Hamburg
Tel: +49 179 5029094
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zur Vermeidung von Missverständnissen möchte ich zunächst auf Folgendes hinweisen:

Die vorweggenommene Erbfolge ist ein Rechtsgeschäft unter Lebenden, meist in Form einer Schenkung, bei der ein späterer Erblasser – hier ihre Mutter – einem oder mehreren potentiellen Erben bereits zu Lebzeiten Vermögenswerte zuwendet.

Es handelt sich also grundsätzlich um schenkungsteuerliche Zuwendungen zu Lebzeiten des Erblassers, die weder zivil- noch steuerrechtlich etwas mit dem späteren Erbfall zu tun haben.

Dem entsprechend existiert auch keine gesetzliche Verpflichtung zu einer Ausgleichszahlung, sondern vielmehr sind hier zwei Schenkungen Ihrer Mutter - an Sie (Barvermögen) und Ihre Schwester (Immobilie) - beabsichtigt, die in gleicher Höhe erfolgen sollen, um beide Kinder gleich zu behandeln.

Zu ihren Einzelfragen:

1.
Da es sich um Schenkungen Ihrer Mutter handelt, steht sowohl Ihnen als auch Ihrer Schwester jeweils einen Freibetrag in Höhe von 400.000 € gemäß § 16 Abs. 1 Nummer 2 Erbschaftsteuergesetz (ErbStG) - dieses gilt auch für Schenkungen - zu, sofern noch keine Vorschenkungen erfolgt sind.

2.
Da die angedachten Schenkungen in Höhe von jeweils 140.000 € somit voraussichtlich unter dem vorgenannten Freibetrag bleiben werden, ergeben sich keine schenkungssteuerlichen Auswirkungen.

Einkommensteuerlich ist der Vorgang irrelevant, da keine Einkünfte gemäß § 2 Einkommensteuergesetz (EStG) vorliegen, sondern lediglich die Vermögensebene betroffen ist. Eine Angabe des Sachverhalts in der Einkommensteuererklärung muss daher nicht erfolgen.

3.
Bei einer Aufteilung der Schenkung in zwei Teilbeträge (sofort und später) ist § 9 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG zu beachten. Danach entsteht die Schenkungssteuer grundsätzlich mit dem Zeitpunkt der Ausführung der Zuwendung.

Dies bedeutet, es läge zum jeweiligen Zeitpunkt der Gutschrift auf Ihrem Bankkonto eine Schenkung in Höhe des ausgezahlten Betrages vor. Die Höhe des Schenkungssteuerfreibetrag (400.000,- €insgesamt, egal wie viele Schenkungen) bleibt zwar davon unberührt. Allerdings wäre eine aufgeteilten Zahlung insoweit nachteilig, als sich der Schenkungssteuer-Freibetrag alle 10 Jahre nach der letzten Schenkung erneuert. Diese vollständige Erneuerung würde also umso später erfolgen, wenn die Zahlungen auseinandergezogen werden. Im Hinblick darauf ist die sofortige Auszahlung in einer Summe vorzugswürdig.

4.
Sie sollten sich alle gemeinsam auf den anzusetzenden Verkehrswert der Immobilie als Maßstab für die an Sie vorzunehmende Geldschenkung verständigen.

Den Nachweis der Berechnung muss niemand von Ihnen führen.

Das Finanzamt ermittelt in eigener Zuständigkeit den schenkungssteuerlich relevanten Wert der Immobilie, der auf Grund steuerlicher Besonderheiten vom Verkehrswert eines Gutachters abweichen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Korthals
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Christian Korthals, Diplom-Finanzwirt (FH)

Bewertung des Fragestellers 25.07.2017 | 16:18


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Christian Korthals, Diplom-Finanzwirt (FH) »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 25.07.2017
5/5.0

ANTWORT VON

8 Bewertungen

Basselweg 92
22527 Hamburg
Tel: +49 179 5029094
Web:
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Steuerrecht, Verwaltungsrecht, Sozialversicherungsrecht, Erbrecht, Versicherungsrecht