Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
466.110
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ausbildungsstätte will Zertifikat verweigern


| 28.12.2009 19:06 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler



Guten Tag,

ich habe eine Ausbildung zur Diplom-Reittherapeutin bei einem Institut erfolgreich mit Prüfung (1/1,5/2 und3)bestanden.

Aufgrund mangelhafter Ausbildungsinhalte und unklar formulierter Aufgaben, gab es nach der Benotung diverse Dispute.

Ich habe der Institutsinhaberin ganz klar geschrieben, welche Fehler und Schwächen ich in Ihrem Bereich sehe, dass ich die Benotung akzeptiere, nicht aber die Begründung.

Lange Rede kurzer Sinn, heute teilte mir die verletzte Dame mit, dass sie davon absieht, mir das Zertifikat auszustellen, sonder lediglich die Noten schriftlich bestätigt.

Die Ausbildung kostet 4950 € und endet nach erfolgreich bestandener Prüfung mit Ausstellung des Zertifikates.

Auszug:

§1 Abs.4
Nach Abschluss der Ausbildung wird der Ausbilder dem Teilnehmer ermöglichen, die institutsinterne Prüfung abzulegen und ihm - bei Bestehen - die erfolgreiche Teilnahme an dem Ausbildungslehrgang zum/zur Reittherapeut/in zertifizieren. ...

Kann ich bei Weigerung meine Kosten einklagen?
Habe ich ein Recht auf die Auststellung?

Die Dame unterstellt mir mangelnde Selbstreflektion, aufgrund meiner konkreten Kritik.

Vielen Dank vorab.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Der Text der vertraglichen Vereinbarung ist nach § 157 BGB nach Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte auszulegen.

Der Text des Vertrages ist ganz klar dahin auszulegen, dass ein Anspruch auf Ausstellung des Zertifikats besteht, denn es heißt ganz klar, dass der Ausbilder nach Bestehen der Prüfung zertifizieren wird und nicht das er das kann. Nach dem Wortlaut des Vertrages hängt das Ausstellen des Zertifikats also nur vom erfolgreichen Besteheen der Prüfung ab und steht nicht im Ermessen des Instituts. Da die Noten an sich nach Ihren Angaben unstreitig sind, hätten Sie bestanden und damit einen Anspruch. Allein die Bescheinigung der Noten dürfte nicht ausreichend sein, denn der Vertrag spricht vom Zertifikat und ich nehme an, dass das Zertifikat als Nachweis allgemein anerkannt ist.

Sie haben also einen Anspruch auf Ausstellung.
Sie können aber nicht ohne weiteres die Kosten des Lehrgangs einklagen, sondern müssten zunächst eine Klage auf Ausstellung des Zertifikats erheben. Das Gericht würde dann mit hoher Wahrscheinlichkeit die Inhaberin zur Ausstellung verurteilen. Damit hätten Sie erreicht, dass auch die Gegenseite den Vertrag ordnungsgemäß erfüllt. Im Erfolgsfall müsste die Inhaberin natürlcih alle Kosten des Verfahrens tragen.

Sie sollten dem Institut schriftlich mit Hinweis auf § 1 Abs. 4 des Vertrages eine letzte Frist zur Ausstellung des Zertifikats setzen. Die Frist sollte angemessen sein, ich rate zu 14 Tagen.

Nach Fristablauf sollten Sie einen Anwalt beauftragen, dieser würde dann ggf. ein letztes Mal außergerichtlich auffordern und dann nach Ablauf einer letzten Frist Klage erheben.


Nachfrage vom Fragesteller 06.01.2010 | 12:47

Sehr geehrter Herr Wöhler,

vielen Dank für Ihre konkrete und informative Antwort.

Eine kleine Nachfrage hätte ich noch:

Sollte das Institut meiner Aufforderung nun nicht nachkommen, habe ich dann die Möglichkeit zusätzlich auch Strafanzeige wegen Betruges zu erstatten?

Es gibt ebenfalls noch weitere Geschädigte, die zwar ihr Zertifikat eventuell bekommen, es allerdings hier große Zweifel und Unzufriedenheiten gab, bzgl. einer überaus mangelhaften Ausbildung.

Vielen Dank und nachträglich noch ein frohes neues Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

xjs222

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.01.2010 | 18:20

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne komme ich auf Ihre Nachfrage zurück.

Eine Strafanzeige können Sie grundsätzlich immer erstatten, ich habe aber nach meinem bisherigen Kenntnisstand Zweifel, ob hier der notwendige Anfangsverdacht besteht. Betrug wäre es, wenn man dem Institut nachweisen könnte, dass es von Anfang an nur die Gebühren erhalten wollte und im Gegenzug nicht Willens und in der Lage war, die Ausbildung nebst Zertifikat ordnungsgemäß zu ermöglichen. Das etwa der Fall, wenn das Institiut fachlich nicht in der Lage wäre, die Ausbildung durchzuführen. Auch wenn das Zertifikat bei den entsprechenden Stellen nicht anerkannt würde, wäre ein solcher Verdacht gegeben. Eine mangehlafte Leistung ist allein ein Zivilrechtliches Problem. Wenn aber das Zertifikat nichts wert wäre, oder die Ausbildung nicht versprochene Vorgaben einhält, könnte man Betrug annehmen. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Anzeige, man sollte nur wegen der Aussichten nicht zu optimistisch sein. Es wäre aber immerhin ein Mittel um den "Druck" zu erhöhen.

Auch ich wünsche ein frohes neues Jahr und wünsche alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht und Familienrecht

Bewertung des Fragestellers 06.01.2010 | 12:51


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort ließ fachlich überhaupt keine Zweifel meinerseits aufkommen. Der RA antwortete nicht nur fallbezogen, sondern auch persönlich, was mir sehr gefallen hat.
Es wäre wünschenswert, wenn sich hier einige andere RAs ebenso mühevoll ausdrücken würden.

Note: 1+

Vielen Dank"
FRAGESTELLER 06.01.2010 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57042 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde in sehr kurzer Zeit sehr präzise beantwortet. Das hilft mir gewaltig bei der Entscheidung zur weiteren Verfahrensweise. Eine Nachfrage war nicht nötig und ich fühle mich durch die Antwort wirklich sehr gut ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort von Herrn Raab hat mir sehr geholfen! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Ich hatte den Eindruck, eine sehr persönliche Beratung zu bekommen! Danke vielmals! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat den Sachstand richtig verstand und hat dementsprechend geantwortet und Argumentiert ...
FRAGESTELLER