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Aufteilung des Kredits bei Trennung


14.12.2008 17:13 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein "Noch" Ehemann und ich haben im September 2006 einen Privatkredit aufgenommen. Da wir uns nun entschieden haben uns zu trennen, möchte er das wir den Kredit dritteln. D.h. 33% ich und 67% er. Da er aber den großteil der Schulden verursacht hat, sprich Altschulden beglichen, Autokauf umgeschuldet etc., bin ich nicht gewillt so viel Geld für seine Schulden dann noch die restlichen Jahre abzubezahlen. Mein Mann verdient wesentlich mehr wie ich. Auch nach der Trennung.
Gibt es für mich eine möglichkeit, dass ich da weniger als von ihm gewünscht abbezahle? Oder bin ich vepflichtet, da ich mit unterschrieben habe, mind. die hälfte davon zu begleichen?!
Bitte um eine schnelle Antwort, da es wirklich eilt.

Vielen Dank im Voraus.
14.12.2008 | 17:42

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

hier gibt es durchaus Möglichkeiten. Das Gesetz sieht zwar als Hilfsregel eine Haftung der Gesamtschuldner untereinander zu gleichen Anteilen vor, dies gilt aber nur, „soweit nicht ein anderes bestimmt ist“, siehe § 426 Abs. 1 Satz 1 BGB. Eine anderweitige Bestimmung, auf die Sie sich zu Ihren Gunsten berufen können, muss nicht ausdrücklich vereinbart werden, sondern kann sich aus den Umständen, insbesondere aus den ehelichen Lebensverhältnissen ergeben.

Dies bedeutet, dass Sie letztlich nur dann zur Hälfte im Innenverhältnis haften, wenn die Schulden ausschließlich oder stark überwiegend gemeinsamen Zwecken der Ehe bzw. zu gleichen Teilen im Interesse beider Ehegatten aufgenommen wurden.
Nach Ihrer Schilderung verhält es sich jedoch so, dass der überwiegende Teil des Kredits anscheinend nur der Tilgung anderer Schulden Ihres Ehemannes dient. Somit erscheint jedenfalls eine Beteiligung mit 33% viel zu hoch, wobei es aber auch darauf ankommt, inwieweit die von dem geliehenen Geld angeschafften Gegenständen - insbesondere der Pkw - nicht doch auch Ihnen zur Verfügung gestanden haben und noch stehen (werden). In Anbetracht der Tatsache, dass der Kredit erst vor zwei Jahren aufgenommen wurde und die Scheidung wohl in absehbarer Zeit bevorsteht, können Sie insofern argumentieren, dass ein Bezug des Kredits zur Ehe kaum noch gegeben ist, und so eine weitergehende Herabsetzung verlangen.

Zusätzlich ist auch noch zu berücksichtigen, wie viel Sie beide verdienen. Denn die Relation der beiderseitigen Einkommen ist neben der Verwendung des Kredits ein wichtiges Kriterium, das den Umfang der Ausgleichungspflicht beeinflusst (BGH NJW 2000, 1944). Wenn während der intakten Ehe nur ein Ehegatte über Einkommen verfügt, während der andere die Haushaltsführung übernommen hat, kann die Ausgleichungspflicht sogar ganz entfallen (BGH NJW 1995, 653).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Auskünften weiterhelfen. Falls noch Etwas unklar oder offen geblieben ist, können Sie gerne rückfragen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt


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