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Aufstocken möglich bei Niedriglohnjob


| 20.12.2013 12:41 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin 21 und habe in diesem Jahr mein Fachabitur gemacht. Ich möchte aber vorerst nicht studieren, sondern Praxiserfahrungen sammeln und etwas Geld verdienen. Bin gelernter Fremdsprachensekretär und (nach einem sehr kurzen Intermezzo bei der Bundeswehr) seit Oktober arbeitssuchend. Aus Mangel an besseren Angeboten habe ich ab 6.1.2014 einen Job für 415€ bei tägl. 2h Arbeit angenommen. Nach meiner Bewährungszeit wurden 450€ vereinbart. Parallel bemühe ich mich um einen weiteren Job, um entweder ergänzend dazu zu verdienen oder evtl. volltags tätig sein zu können. Ich wohne zurzeit noch bei meinen Eltern.

Nun zu meinen Fragen: Kann ich zum o.g. Gehalt aus ALG2 Mitteln "aufstocken"; wenn ja, bis zu welcher Höhe? Geht das auch, wenn ich noch im Haushalt meiner Eltern wohne? Wenn ja, ist deren Einkommshöhe relevant? Habe ich Anspruch auf das Berline S Ticket, um ermäßigt den ÖPNV benutzen zu können?

Besten Dank im Voraus für Ihre Beratung!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Volljährige Kinder unter 25 Jahren und die Eltern bilden eine Bedarfsgemeinschaft, wenn das volljährige Kind im Haushalt der Eltern lebt. Das ergibt sich aus § 7 III Nr. 4 SGB II. Das Einkommen Ihrer Eltern würde also angerechnet, so dass es fraglich wäre, ob Sie Leistungen nach dem SGB erhalten können.

Im Übrigen würde bereits Ihr Einkommen angerechnet und da Sie mietfrei bei den Eltern wohnen wäre Ihr Bedarf ohnehin fast vollständig durch eigenes Einkommen gedeckt. Sie werden daher mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aufstocken können.

Das ermäßigte S-Bahn Ticket erhalten Sie nicht. Dieses gilt laut der Seite :"S-Bahn-Berlin.de" nur für Schüler deren Familien Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII beziehen, oder für Wohngeld oder Kinderzuschlagberechtigte.

Diese Voraussatzungen erfüllen Sie nicht.



Bitte bedenken Sie, dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten Beurteilung führen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Familienrecht

Paulistr. 10
31061 Alfeld
Tel.05181/5013
Fax 24163
mail:anwaltwoehler@hotmail.de
Bewertung des Fragestellers 22.12.2013 | 00:49


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