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Auflösung eines Mietvertrages - wie sind meine Aussichten?


29.12.2008 20:06 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Guten Abend,

wir bewohnten seit 26 Jahren ein Reihenhaus als Mieter, mit einem exzellenten Verhältnis Vermieter/Mieter. Vor etwa 3 Jahren starb der Vermieter und verebte das Haus seinem Patenkind bzw. seiner Schwägerin, der Mutter des Patenkindes.
Im August 2008 rief mich der Mann der Schwägerin an und teilte mir mit, dass er das Haus verkaufen wolle und die Sparkasse Erlangen mit dem Verkauf beauftragt habe. Er wolle mir das bei Mietbeginn vereinbarte Vorkaufsrecht einräumen, was ich ablehnte.
Ich erklärte ihm, dass ich keinen neuen Vermieter mehr haben wolle und den Vertrag kündigen würde.
Seit August kamen ca. 15 Interessenten, die aber ablehnten als sie hörten, dass ein Mieter in dem Haus sei, denn sie wollten es selbst bewohnen.
Gleichzeitig suchten wir nach einer neuen Wohnung, die wir am 1.Nov. 2008 auch zugesprochen bekamen. Ich rief umgehend den Vermieter an und kündigte mündlich, da mit dem alten Vermieter alles mündlich geschah. Er aber bestand auf einer schriftlichen Kündigung.
Ich wollte ihm klarmachen, dass der der Verkaufausftrag an die Sparkasse ein Sonderkündigungsrecht darstelle, was er aber vehement ablehnte.
Bedauerlicher Weise kündigte ich erst schriftlich per Einschreiben am 22.12.2008 mit Hinweis auf die mündliche Kündigung am 3.11.2008.

Fragen:
1. gilt die Kündigung vom 3.11.2008 bzw. der Erstankündigung vom Aug 2008?
2. wenn es bisher immer mündlich ging, kann man daraus keinen Usus ableiten?
3. Wie ginge ein Rechtsstreit für mich voraussichtlich aus?
4. Wie komme ich aus dieser SAche am besten raus?

mfg

Norbert Meissner
Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Gem. § 568_BGB bedarf die Kündigungserklärung zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. D.h. Ihre wirksame Kündigung erfolgte erst am 22. Dezember 2008.

2.
Auch wenn in Ihrem Mietvertrag die Schriftform für Vertragsänderungen nicht vereinbart worden war oder durch Übung eine entsprechende Vertragsänderung vorgenommen worden sein sollte, wird dadurch die gesetzliche Regelung des § 568_BGB nicht außer Kraft gesetzt.

3.
Sollten Sie vor Ablauf der Kündigungsfrist den Mietzins nicht mehr begleichen, werden Sie in einem Rechtsstreit über die Zahlung des Mietzinses voraussichtlich unterliegen.

4.
Ich rate Ihnen das Gespräch mit dem Eigentümer zu suchen, da ein vorfristiges Vertragsende auch in seinem Interesse zu sein scheint. Schließlich haben sich bisher nur Interessenten gemeldet, die das Haus selbst nutzen wollen. Im übrigen lässt sich für eine nicht vermietete Immobilie idR ein höherer Preis erzielen.

Sie könnten demnach durch Vertrag mit dem Eigentümer die Beendigung des Mietverhältnisses auf einen bestimmten Tage vereinbaren, der vor Ablauf der Kündigungsfrist liegt. Ob sich der Eigentümer letztendlich darauf einlässt kann von hier nicht beurteilt werden.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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