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Auflagen für die Veröffentlichung der Promotion


28.07.2017 19:13 |
Preis: 49,00 € |

Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von


Zusammenfassung: Es geht um Fragen im Zusammenhang mit einer Promotion. Wie verbindlich sind "Änderungswünsche" des Doktorvaters?


Meine Dissertation wurde angenommen, die Disputation erfolgreich abgeschlossen, ich habe ein Schreiben erhalten, in dem mir eine abschließende Note mitgeteilt wurde und der Hinweis, dass ich innerhalb von 2 Jahren veröffentlichen muss, um den Doktortitel zu führen. Überarbeitungswünsche für die Veröffentlichung wurden mir nur mündlich und in unkonkreter Form von meinem Doktorvater mitgeteilt. Doch auch das Promotionsbüro hat mir bestätigt, dass ihnen keine Überarbeitungsauflagen weitergegeben wurden. Ich habe nichts Weiteres schriftlich erhalten.

Laut Promotionsordnung (Uni Gießen, FB05) muss der Dekan die von der Prüfungskommission gebilligte endgültige Fassung mit einem Vermerk versehen und soll dies erst tun, wenn etwaige Auflagen erfüllt sind. Sobald ich die eingereichte Dissertation ändere und dann veröffentlichen will, muss mein Erstgutachter dieser neuen Fassung für die Veröffentlichung zustimmen.

Mein Verständnis wäre, dass die Prüfungskommission die eingereichte Version der Dissertation gebilligt hat, keine verbindlichen Auflagen für die Druckfassung gemacht wurden und ich nun die eingereichte Version veröffentlichen können müsste. Kann mir der Dekan den Freigabevermerk für meine eingereichte Dissertationsversion mit Bezug auf die nur mündlich geäußerten Überarbeitungswünsche meines Doktorvaters verweigern? Auf was könnte ich mich berufen, um ggf. den Freigabevermerk einzufordern?
29.07.2017 | 00:14

Antwort

von


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Kann mir der Dekan den Freigabevermerk für meine eingereichte Dissertationsversion mit Bezug auf die nur mündlich geäußerten Überarbeitungswünsche meines Doktorvaters verweigern? Auf was könnte ich mich berufen, um ggf. den Freigabevermerk einzufordern?

Antwort:

Berufen Sie sich auf § 10 Absatz 10 der Promotionsordnung der geisteswissenschaftlichen Fachbereiche der Justus-LiebigUniversität Gießen vom 27. Januar 2010; nachfolgend PromO.

Wenn die Prüfungskommission die eingereichte Version der Dissertation gebilligt hat und keine verbindlichen Auflagen für die Druckfassung gemacht wurden, ist das ein Prima-facie-Beweis für den Umstand, dass Ihr Doktorvater seine „Überarbeitungswünsche" wohl nur als Anregung für die Veröffentlichung gemeint hat. („… wurden mir nur mündlich und in unkonkreter Form von meinem Doktorvater mitgeteilt.) Hinzu kommt dass auch das „Promotionsbüro Ihnen bestätigt hat, dass ihnen keine Überarbeitungsauflagen weitergegeben wurden. Ich habe nichts Weiteres schriftlich erhalten.", wie Sie schreiben.

Dieser Beweis des ersten Anscheins könnte dann im Streifall nur durch Fakten widerlegt werden, für die aber Ihr Doktorvater beweisbelastet wäre.

Denn § 10 Absatz 10 „Ihrer" PromotionsO lautet „(10) Die Prüfungskommission kann der Doktorandin oder dem Doktoranden Änderungsauflagen für die Drucklegung der Dissertation erteilen, die schriftlich mitzuteilen sind."

Es ist also letztendlich eine Beweis(last)frage, wobei eine abschließende Bewertung nur vor Ort anhand einer Auswertung des vollständigen Promotionsprocedere und Ihres Gesprächs mit dem Doktorvater möglich ist: Etwa, wurde ein Protokoll geführt, ggf. ein Erinnerungsprotokoll zur Akte gegeben? Lassen sich Rückschlüsse ziehen auf die Disputation?

Denn...

Weil gem. § 14 Absatz 1 Satz 2 PromO gilt:

„Der Vermerk ist erst zu erteilen, wenn etwaige Auflagen erfüllt sind. Die angenommene Fassung der Dissertation darf für den Druck nur mit Zustimmung des vorsitzenden Mitgliedes der Prüfungskommission und der Erstgutachterin oder des Erstgutachters abgeändert werden."....

und § 14 Absatz (4) PromO bestimmt:

„Versäumt die Doktorandin oder der Doktorand schuldhaft eine ihr oder ihm gesetzte Frist, erlöschen die durch die Promotionsleistung erworbenen Rechte."

...sollten Sie vor Ort doch möglichst das Gespräch mit Ihrem Doktorvater suchen, weil letztliche Gewissheit aus der Ferne im Rahmen einer Erstberatung nicht gewährt werden kann.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

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