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Aufklärungspflicht über die Möglichkeit von günstigen Zahnersatz aus Asien


19.12.2016 21:09 |
Preis: 49,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Meine Mutter ist 83 Jahre alt und bedurfte einer zahnärztlichen Erneuerung ihrer alten Kronen und Brücken. Die Zuzahlung hat rund 5.800 Euro an Zuzahlung gekostet, Die Kosten für das Labor waren 4.380 Euro.
Nun habe ich von einem Freund erfahren, dass es auch billigen Zahnersatz aus Asiatischer Produktion gibt, der von der Qualität den deutschen um nichts schlechter ist, aber nur ca 40 % vom deutschen Preis kostet!
Der Zahnarzt hat meine Mutter weder mündlich noch schriftlich auf eine solche Möglichkeit hingewiesen. Ich habe gegoogelt und gelesen, dass er zur wirschaftlichen Aufklärung verpflichtet ist. Nun zu meiner Frage:
-Hätte der Zahnarzt meine Mutter aufklären müssen, dass es auch kostengünstigere Möglichkeiten gibt? denn dann hätte sie ca 2.000 Euro weniger bezahlen müssen!
-Hätte der Zahnarzt meiner Mutter einen schriftlichen Plan mit günstigeren Kronen und Brücken schreiben müssen, damit sie hätte entscheiden können?
- Und kann sie vom Zahnarzt Schadenersatz verlangen?
Vielen Dank für Ihre Antwort


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Arzt hatte dem Gesetz nach in wirtschaftlicher Hinsicht lediglich eine Informationspflicht gemäß § 630 Absatz 3 BGB:

"Weiß der Behandelnde, dass eine vollständige Übernahme der Behandlungskosten durch einen Dritten nicht gesichert ist oder ergeben sich nach den Umständen hierfür hinreichende Anhaltspunkte, muss er den Patienten vor Beginn der Behandlung über die voraussichtlichen Kosten der Behandlung in Textform informieren."

Eine Aufklärungspflicht über preiswertere Alternativen aus dem Ausland ist hiervon nicht umfasst. Dabei dürfte auch schwer eine Grenze zu ziehen sein. Denn würde man eine solche Vermögensberatungspflicht des Arztes bejahen, müsste der Arzt eigentlich auch eine komplette Behandlung z.B. im osteuropäischen Ausland empfehlen, da diese dort meist billiger ist.

Eine umfassende Aufklärungspflicht auch hinsichtlich weniger belastender Behandlungsalternativen hat der Gesetzgeber in § 630e BGB treffenderweise nur in Bezug auf den medizinischen Aspekt, aber nicht in Bezug auf den wirtschaftlichen Aspekt vorgesehen. Es gehört daher zum Verantwortungsbereich des Patienten, sich über preiswertere Alternativen zu informieren und z.B. einen zweiten Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan erstellen zu lassen oder sich die einzelnen Punkte erläutern zu lassen und ggf. gezielt nach kostengünstigeren Alternativen zu fragen.

Hat der Zahnarzt Ihre Mutter im Vorfeld über die im Wege der Zuzahlung entstehenden Kosten korrekt informiert, sehe ich daher leider wenig Chancen, hier einen Schadensersatz geltend machen zu können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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