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Aufhebungsvertrag/Kündigung während Krankheit


24.11.2004 13:57 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Ich bin in einem katholischen Altenpflegeheim im unbefristeten Arbeitsverhältnis beschäftigt. Seitdem ich das Amt der Betriebsratsvorsitzenden übernommen habe, werde ich durch die Hausleitung permanent gemobbt.Wegen der psychischen Belastungen bin ich seit 2 Wochen krankgeschrieben. Meine Kündigungsfrist würde 6 Wochen betragen. Ich hätte jetzt die Möglichkeit in einem anderen Heim eine Tätigkeit aufzunehmen. Ist es möglich mein jetziges Arbeitsverhältnis (auch während meiner Krankschreibung) durch einen Aufhebungsvertrag zu beenden? Was kann ich tun, wenn die Hausleitung dem nicht stattgibt? Aufgrund meiner subjekt.Beschwerden, wollte ich dort auf keinem Fall mehr arbeiten, denn auch 6 Wochen können noch zur Hölle werden.
Mit freundlichem Gruß
Sehr geehrte Ratsuchende,

die Tatsache, dass Sie arbeitsunfähig erkrankt sind, hindert den Abschluss eines Aufhebungsvertrages nicht. "Krank geschrieben" zu sein bedeutet ja nichts weiter, als dass man berechtigterweise nicht arbeiten muss. Alle Ihre weiteren Rechte und Pflichten als Arbeitnehmerin sind davon nicht betroffen.

Sollte Ihr Arbeitgeber zum Abschluss eines Aufhebungsvertrages nicht bereit sein, so bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, Ihr Arbeitsverhältnis zu kündigen (Eigenkündigung).

Soweit dies anhand Ihrer Schilderung zu beurteilen ist, wird Ihnen nur die Möglichkeit der ordentlichen Kündigung offenstehen, also unter Einhaltung der Kündigungsfrist.

Eine außerordentliche, fristlose Kündigung kommt nur in Betracht, wenn Gründe für die Künmdigung vorliegen, die so schwerwiegend sind, dass die Einhaltung der Kündigungsfrist unzumutbar ist.
In Ihrem Falle wird das sicher schwer darzulegen und zu beweisen sein, da Mobbing in dieser Hinsicht sehr heikel ist und Ihr Arbeitgeber entsprechende Vorwürfe bestreiten wird.
Kündigen Sie fristlos, ohne einen "wasserdichten" Grund hierfür zu haben, so riskieren Sie eine Schadensersatzflicht gegenüber Ihrem Arbeitgeber.

Der Vollständigkeit halber muss ich Sie auf folgendes hinweisen, was für Sie Bedeutung hat, wenn Sie keine unmittelbare Anschlussbeschäftigung haben:
Sowohl der Abschluss eines Aufhebungsvertrages, als auch die Eigenkündigung führen grundsätzlich zu einer bis zu dreimonatigen Sperre beim Bezug von Arbeitslosengeld oder -hilfe.

Ich hoffe Ihre Fragen hiermit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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