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Aufhebungsvertrag - Abfindung - Steuern


12.11.2004 13:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo!

Mein Arbeitgeber bietet zur Zeit im Rahmen eines Geschäftsoptimierungsprozesses vielen Mitarbeitern an, das Unternehmen gegen Zahlung einer Abfindung zu verlassen.

Meine Situation ist folgende:
Ich bin seit fast 11 Jahren im Unternehmen und befinde mich zur Zeit in Elternzeit (2tes Kind, bis 2.6.2007). Vor Antritt dieser Elternzeit habe ich 1 Jahr in Teilzeit (50 %) auf Steuerklasse 5 gearbeitet. Da ich nach Beendigung der Elternzeit vermutlich nicht mehr ins Unternehmen zurückgehen werde (sondern mir eine neue Tätigkeit in der Nähe unserer Wohnung suchen möchte), überlege ich, das Angebot anzunehmen und den Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen.

Ich werde im kommenden Jahr keine Einkünfte haben. Mein Mann verdient ca. 45.000 € brutto im Jahr/Steuerklasse 3 / 2 Kinder.

Ich würde gern wissen, ob mir aus den Formulierungen des Aufhebungsvertrages ggf. spätere Nachteile entstehen können und mit welcher Besteuerung auf die Abfindung/Entschädigung ich rechnen muß.

Wesentliche Formulierungen:

1. Auf Veranlassung des Arbeitsgebers wird das zwischen den Parteien bestehende Arbeitsverhältnis zum 28.02.2005 beendet. Dies erfolgt aufgrund von Personalanpassungsmaßnahmen, die im Rahmen eines Geschäftsoptimierungsprozesses bei Firma zu einer Stellenreduzierung geführt haben.

2. Die Mitarbeiterin erhält für den Verlust des Arbeitsplatzes eine Abfindung in HÖhe von € 7.200 netto gemäß § 3 Nr. 9 EstG und eine Entschädigung in Höhe von 8.095 € gemäß § 24 Nr. 1a EstG i.V.m. § 34 Abs. 2 Nr. 2 EstG. Der Anspruch auf Zahlung der Abfindung und Entschädigung ist mit Abschluss dieser Vereinbarung entstanden und vererblich.

Die Auszahlung erfolgt mit der Beendigung des Vertrages unter Berücksichtigung der jeweils geltenden steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen.
...
4. Die Mitarbeiterin erhält ein qualifiziertes, berufsförderndes Zeugnis, in dem ein Ausscheiden auf eigenen Wunsch bescheinigt wird.
....

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Freundliche Grüße

12.11.2004 | 13:56

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

1. Bei Verträgen, welche die Beendigung von Arbeitsverhältnissen beinhalten, sollten sich Arbeitnehmer anwaltlich beraten oder vertreten lassen! Es vermeidet Fehler.

2. Ist mit Arbeitslosigkeit zu rechnen, sollte ein Aufhebungsvertrag in der Regel nicht geschlossen werden, weil mit einer Sperrfrist beim Arbeitslosengeld gerechnet werden muß. Die Sperrfrist beträgt in der Regel 3 Monate.

3. Der Aufhebungsvertrag hat für Arbeitnehmer, die keine Anschlussbeschäftigung fanden, schon immer schwerwiegende negative Folgen finanzieller Art: Wer sein Arbeitsverhältnis durch Aufhebungsvertrag freiwillig löst, muss mit einer Sperrfrist beim Arbeitslosengeld rechnen.

Daher kann es Ihnen passieren, daß das Arbeitsamt genauer nachfragt und im Bedarfsfalls sogar eine Sperrfrist ausspricht.

4. Auf Abfindungen wegen einer vom Arbeitgeber veranlassten oder vom Gericht ausgesprochenen Auflösung des Arbeitsverhältnisses ist Einkommensteuer gemäß dem Einkommenssteuergesetz zu entrichten, wobei Sie als Arbeitnehmer die Steuern zahlen müssen.

Jedoch gibt es nach Alter und Betriebszugehörigkeit gestaffelte Steuerfreibeträge . Seit 01.01.2004 gilt ein Freibetrag von EUR 7.200. Hat der Arbeitnehmer das 50. Lebensjahr vollendet und das Dienstverhältnis 15 Jahre bestanden, bleiben EUR 9.000 steuerfrei.

Da Sie nur 11. Jahr in dem Betrieb beschäftigt waren, erhalten Sie nur einen Freibetrag in HÖhe von 7.200 EUR.

5. Vor Arbeitgeber veranlaßt ist die Auflösung des Arbeitsverhältnisses, wenn er den entscheidenden Grund dafür geliefert hat.

6. Sonstige Abfindungen könnnen einer ermäßigten Besteuerung unterliegen. D.h. hinsichtlich der 8095 EUR hat der Arbeitgeber einen ermäßigten Lohnsteuerabzug durchzuführen. Diese Berechnung ist äußerst kompliziert und für einen normalen Menschen kaum nachzuvollziehen.

Ich hoffe Ihnen damit geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

Köln

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