Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
458.056
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Aufgabe einer Hausverwaltung in Mehrfamilienhaus


04.12.2014 12:37 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi



Sehr geehrte/r Dame oder Herr,
meine Ehefrau und ich bewohnen eine 4Zi-Eigentumswohnung in Kaiserslautern i.d. obersten Etage mit einem innenliegenden Bad (also ohne Fenster). Im Bad ist eine Abluftanlage mit Ventilator.
Wenn meine Ehefrau mal gut 1/4 Stunde in diesem Bad ist, beginnen ihr die Augen zu tränen. In anderen Räumen ist diese Reaktion sehr gering , wohl deshalb, weil die Badezimmertür häufiger auch nicht verschlossen ist (im Flur ist keine Heizung und wird von Bad und Küche mitbeheizt). Außerdem sind im Bad unangenehme/undefinierbare Gerüche festzustellen.
In den darunter liegenden Etagen ist diese allergische Reaktion noch nicht festgestellt worden. Allerdings werden von diesen Bewohnern auch unangenehme Gerüche im Bad festgestellt. Von der Eigentümerin einer Wohnung wurde erklärt, dass sie Haftschalen trage und deshalb tränende Augen ausgeschlossen seien und eine weitere Eigentümerin hat neben der 4-Zi.Wonhn noch direkt daneben eine 2 Zi.Wohn. (also zus. 6 Zi., 2 Kü und 2 Bä.) Das eine Bad hat Außenfenster, was sie nach ihren Angaben immer nutzt.
Soweit zum Sachverhalt.
Die Hausverwaltung habe ich mit Schreiben vom 16. Oktober gebeten, überprüfen zu lassen, weshalb aus der Abluftanlage unangenehme Gerüche und wohl irgendwie belastete Luft austreten und bei meiner Ehefrau die beschriebene allergische Reaktion auslösen.
Weil ich bis Anfang November keine Reaktion hatte, habe ich an mein Schreiben erinnert. In einem daraufhin erfolgten Anruf ist mir erklärt worden, dass es noch eine Zeit bis zur Klärung meiner Frage dauern könne.
Nun habe ich erneut am 25. November erinnert. Eine Reaktion ist nicht erfolgt.

Meine Frage ist, nun: Wie kann ich die Hausverwaltung dazu bringen, das beschriebene Problem zu lösen oder lösen zu lassen.
Der Beantworter der Frage brauch keine größeren Rechtsausführungen zu machen.
Mir geht es nur um die Beantwortung der Fragen, ob ich evtl. das Gesundheitsamt einschalten oder eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen unterlassener Hilfeleistung androhen kann (wenn möglich)? Oder gibt es irgend eine andere zulässige/wirksame Sanktionsandrohung für die Hausverwaltung?
Mit freundlichen Grüßen
hele1@gmx.net

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach Ihren Angaben scheint die Hausverwaltung sich der Sache schon angenommen zu haben, denn Ihnen wurde telefonisch mitgeteilt, dass es noch einige Zeit brauche, um die Frage zu klären. Insoweit scheint man sich jedenfalls um Klärung und ggf. Abhilfe zu bemühen. Wie lange es wirklich dauert, um die Ursache für die unangenehmen Gerüche zu klären und welche Prüfungen für die Klärung der Ursache notwendig sind, kann ich nicht beurteilen. Eine Bearbeitungsdauer von 6 Wochen oder mehr muss aber noch nicht ungewöhnlich sein.

Sie sollten daher die Hausverwaltung unter Setzung einer angemessenen Frist (ca. 2 Wochen) auffordern, mitzuteilen, was bereits unternommen wurde, um die Frage zu klären und wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist. Erst wenn die Ursache für die Geruchsbildung eindeutig festgestellt wurde, kann weiter geprüft und geklärt werden, ob und ggf. wie Abhilfe geschafft werden kann.

Ggf. sollten sich die betroffenen Eigentümer zusammentun, denn mehrere Stimmen erreichen oftmals mehr als ein Einzelrufer. Die Hausverwaltung kann, wenn mehrere Personen geschlossen auftreten, schwerer die Anfragen und Beschwerden ignorieren. U. U. wäre es auch sinnvoll, das Problem Geruchsbelästigung in einer Eigentümerversammlung als TOP aufzunehmen und zu diskutieren bzw. einen entsprechenden Beschluss zu fassen, der die Hausverwaltung zum Handeln zwingt. Zuvor sollte jedoch vorsichtshalber von Ihnen geklärt werden, was die Hausverwaltung bereits unternommen hat und ob es schon Ergebnisse gibt, wie das Problem gelöst werden könnte.

Solange nicht feststeht, woher die Gerüche kommen und ob diese wirklich die Ursache für die Beschwerden Ihrer Frau sind, halte ich die Einschaltung des Gesundheitsamts für problematisch. Eine Gesundheitsgefährdung liegt m. E. noch nicht eindeutig vor, zumal andere Hausbewohner wohl keine Reaktionen / Beschwerden haben. Vor der Einschaltung des Gesundheitsamt sollte daher mit hinreichender Sicherheit ein Zusammenhang der Beschwerden Ihrer Frau mit den Gerüchen aus der Abluftanlage nachgewiesen werden. Dann hat auch das Gesundheitsamt u. U. eine Grundlage zum Einschreiten, wenn dies tatsächlich notwendig wäre.

Raum für eine Strafanzeige gegen die Hausverwaltung sehe ich nach Ihrer Schilderung nicht. Es lassen sich derzeit keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein strafbares Handeln der Hausverwaltung erkennen.

Um die Hausverwaltung wenigstens ein wenig unter Druck zu setzen, möglichst schnell zu einer Lösung kommen, scheint es mir derzeit angebracht, dass sich die betroffenen Eigentümer zusammenschließen und gemeinsam gegenüber der Hausverwaltung auf die Klärung und Lösung des Problems der Geruchsbelästigung drängen. Parallel dazu sollte Ihre Frau versuchen, medizinisch abklären zu lassen, ob andere Ursachen für ihre Beschwerden ausgeschlossen werden können. Nur wenn dies der Fall ist, könnten Sie wegen einer drohenden Gesundheitsgefährdung mehr Druck auf die Hausverwaltung ausüben oder notfalls weitere Maßnahmen anstreben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin







FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 55246 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Fragen wurden sehr umfassend und verständlich beantwortet. Meine kostenlosen Rückfrage wurde in gleicher Art und Weise bearbeitet. Überaus beeindruckend war auch die Schnelligkeit der Beantwortung meines Anliegens .... ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich habe eine sehr kompetente Antwort erhalten im Insolvenzrecht, mit Angabe eines BGH Urteils und dessen Veröffentlichung in der Kommentierung, sodass ich gegen einen Beschluss eine gut fundierte Begründung aufstellen kann. ...
FRAGESTELLER
3,6/5,0
alle Fragen wurden beantwortet, hatte aber den Eindruck meine Angaben wurden nicht richtig gelesen (Höhenangabe der Tiefgarage von 2,10 im Vertrag lag ja mit Toleranz 2% innerhalb des von mir gemessenen Wertes. Hier war zu klären, ... ...
FRAGESTELLER