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Außerordentliche Kündigung eines Sportlermanagementvertrages aus wichtigem Grunde


14.12.2015 15:43 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch



Es besteht zwischen dem Sportler A (Weltmeister) in der Rechtsform eines nicht ins Handelsregister eingetragenen Gewerbetreibenden sowie dem Unternehmen B Sportlervermarktung in der Rechtsform einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft ein Sportlermanagementvertrag. Inhalt des Vertrages ist die exklusive Vertretung des Sportlers gegenüber Drittsponsoren von der Vertragsgestaltung bis zum Honorarinkasso.
Der Vertrag mit Exklusivrang hat eine Laufzeit von zwei Jahren und ist in dieser Zeit nur aus wichtigem Grunde außerordentlich kündbar.
Der Sportler A beendet die Zusammenarbeit nach der Hälfte der Vertragslaufzeit abrupt per SMS ohne Nennung von Gründen und nachdem er die Beendigung der Zusammenarbeit bereits mit negativer Attitüde in die Öffentlichkeit getragen hat. Dies führt in der Folge unmittelbar zur Beendigung von Vertragsgesprächen der B Sportlervermarktung durch potentielle Sponsoren und dritte Vertragspartner. Dadurch geht der B Sportlervermarktung eine Haupteinnahmequelle verloren und der Ruf des Unternehmens leidet.
Die B Sportlervermarktung kündigt darauf unmittelbar dem Sportler A aus wichtigem Grunde außerordentlich.
Hat die B Sportlervermarktung gegen den Sportler A einen Anspruch auf Schadenersatz, insbesondere einen Anspruch auf den über die Restlaufzeit des ursprünglichen Vertrages entgangenen Gewinn?
Die B Sportlervermarktung ist durch Honorarinkasso noch im Besitz einer Geldsumme, die aufgrund des Vertrages eigentlich an den Sportler abzuführen wäre, aber aufgrund der Kündigung noch nicht abgeführt worden ist. Kann die B Sportlervermarktung ein Zurückbehaltungsrecht an diesem Honorar geltend machen und diesen Betrag gegen den Schadenersatz/entgangenen Gewinn (der wesentlich höher sein wird, aber erst in der Zukunft fällig werden würde) gegenrechnen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne gebe ich Ihnen einige Informationen, um Ihnen eine rechtliche Einordnung des geschilderten Sachverhalts zu ermöglichen.

Bitte beachten Sie dabei jedoch, dass ich in dem vorliegenden Rahmen nur sehr allgemein bleiben kann, da mir die von Ihnen angesprochenen Verträge nicht vorliegen. Sollten sich dort also noch weitere oder anders lautende Informationen finden, könnte sich eine anders lautende Beurteilung ergeben.
Grundsätzlich gehe ich auf Basis Ihrer Schilderungen jedoch davon aus, dass sich die rechtliche Position der Firma B sehr gut darstellt.

Die Festlegung einer festen Vertragslaufzeit ist branchenüblich und rechtlich möglich. Ausnahmen, wie zum Beispiel ein "Knebelvertrag" mit ungewöhnlich langer Laufzeit, sind nicht ersichtlich.
Im Rahmen der im deutschen Recht grundsätzlich gültigen Vertragsfreiheit konnte daher eine entsprechende Vertragsdauer mit dem Vertragspartner A festgelegt werden.

Auch bei einem solchen faktischen Kündigungsverzicht muss die Möglichkeit zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund für beide Vertragsparteien stets erhalten bleiben. Dies scheint vorliegend auch der Fall zu sein.

Nicht erkennen kann ich jedoch, dass A einen solchen wichtigen Grund für sich geltend gemacht hat oder dies könnte.
Umgekehrt war er dazu verpflichtet, die Rechtsgüter der B zu schützen und zu wahren, soweit er darauf Einfluss hat. Durch seine öffentlichen Darstellungen und die "Kündigung" per SMS - als solche nicht schriftlich und damit ohnehin nicht wirksam - hat er die schützenswerten Interessen der B verletzt und dieser damit in der Tat ein Recht zur außerordentlichen Kündigung des Vertrages gegeben.

Unabhängig von der Kündigung ist A der B in jedem Fall auch zum Ersatz des entstandenen Schadens verpflichtet. Insofern gibt es der Höhe nach keine Obergrenze oder sonstige Beschränkungen. Einzige Voraussetzung ist, dass der (finanzielle) Schaden dem Verhalten des A ursächlich zugeordnet werden kann.
Die Firma B muss also im Zweifelsfall beweisen, dass Vertragspartner (Sponsoren) wegen des Verhaltens von A "abgesprungen" sind und in welcher Höhe dadurch ein Schaden entstanden ist.
Dies dürfte zum Beispiel durch Zeugen oder die Vorlage entsprechender Korrespondenz zu den einzelnen Vertragsverhandlungen sehr gut möglich sein.

Bezüglich der von Ihnen angesprochenen Einbehaltung von Honorarzahlungen kann B das Recht zustehen, eine Aufrechnung vorzunehmen.
Voraussetzung wäre dann allerdings, dass die Gegenforderungen auf Schadensersatz bereits fällig, also abrechenbar sind.
Dies vermag ich nicht zu beurteilen. Ich gehe aber davon aus, dass es bereits zum jetzigen Zeitpunkt möglich sein sollte, eine Aufstellung der eingeplanten Vertragssummen vorzunehmen.

Sobald die aufzurechnenden Forderungen dem A durch B angezeigt worden sind, besteht gewissermaßen eine "Pattsituation", bis eine von beiden Seiten aktiv wird. In einer sich anschließenden rechtlichen Auseinandersetzung schätze ich die Beweisposition für die UG als gut ein.

Ich hoffe, Ihnen hiermit eine erste Orientierung zur Situation ermöglicht zu haben. Sollten Sie Rückfragen zu meinen Ausführungen haben, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.
Auch für darüber hinausgehenden Beratungs- oder Vertretungsbedarf steht Ihnen meine Kanzlei gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin
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