Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
466.658
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arbeitsrechtlich Angelegenheit: Mündlicher Arbeitsvertrag?


| 16.12.2014 13:08 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung: Arbeitsverträge können grds. auch mündlich abgeändert werden, sofern der Arbeitsvertrag keine Schriftformklausel enthält.


Arbeite bei einem Anwalt. Wurde auf Vollzeit 2011 eingestellt. 2012 wurde ich schwanger und war von 07/12 bis 05/14 in Elternzeit. Nach telefonischer und mündlicher Vereinbarung durfte ich ab 5/14 in Teilzeit auf 20 STunden wöchentlich bei freier Zeiteinteiltung wieder anfangen. Aber eine Änderung des Vertrages bekomme ich nicht. Er meint, mein Vollzeitvertrag reiche völlig aus, außerdem bräuchte er mich auf Zuruf vielleicht auch mal 40 Stunden die Woche, falls jemand krank werden würde. (das geht aber wegen fehlender Kinderbetreuung bei mir nicht).

1. Ist das wirklich so mit dem Vertrag, dass ich keine Abänderung bekommen muss?
2. Darf er mich wirklich auf 40 Stunden verpflichten, obwohl ich nur auf Teilzeit arbeiten kann?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Ein Arbeitsvertrag kann grundsätzlich auch mündlich abgeändert werden, wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezüglich der Änderung einig sind. Ob die mündliche Abänderung hier allerdings wirksam ist, hängt davon ab,ob Ihr Arbeitsvertrag eine Vereinbarung enthält, dass alle Änderungen des Arbeitsvertrages schrifltich erfolgen müssen, oder ob es eine solche Schriftformklausel in Ihrem Arbeitsvertrag nicht gibt. Sollte eine solche Klausel vorhanden sein, müssen Sie zwingend darauf bestehen, dass die Teilzeitvereinbarung bzw. die Änderung Ihres Arbeitsvertrags schriftlich erfolgt, da diese sonst unwirksam wäre. Besteht eine solche Klausel nicht, so ist hier davon auszugehen, dass Sie sich mündlich auf eine Teilzeitbeschäftigung geeinigt haben, so dass diese gilt. Ihr Arbeitgeber kann in diesem Fall nicht einfach festlegen, dass Sie bei Bedarf Vollzeit arbeiten müssen, da dies eine eineitige Änderung des Vertrages darstellen würde. Allerdings sollten Sie in diesem Fall beachten, dass im Streitfall das Vorliegen einer Teilzeitbeschäftigung nachgewiesen werden muss, was bei einer mündlichen Vereinbarung immer Probleme darstellen kann. Deshalb wäre eine schriftliche Fixierung der Änderung für Sie in jedem Fall von Vorteil.

2. Ob Sie einen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung haben, hängt zunächst davon ab, ob Ihr Arbeitgeber regelmäßig mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt, § 8 Abs. 7 TzBfG bzw. § 15 Abs. 7 Nr. 1 BEEG.

Sollte dies der Fall sein und sollten Sie sich noch in Elternzeit befinden, haben Sie einen Rechtsanspruch auf eine Teilzeitbeschäftigung, wenn gem. § 15 Abs. 7 BEEG folgende Voraussetzungen vorliegen:

1. Der Arbeitgeber beschäftigt, unabhängig von der Anzahl der Personen in Berufsbildung, in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen,
2. das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder Unternehmen besteht ohne Unterbrechung länger als sechs Monate,
3. die vertraglich vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit soll für mindestens zwei Monate auf einen Umfang zwischen 15 und 30 Wochenstunden verringert werden,
4. dem Anspruch stehen keine dringenden betrieblichen Gründe entgegen und
5. der Anspruch wurde dem Arbeitgeber sieben Wochen vor Beginn der Tätigkeit schriftlich mitgeteilt.

Wenn Sie sich nicht mehr in Elternzeit befinden, kann sich ein Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung nur aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ergeben. Der Unterschied zwischen einem Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung nach dem BEEG und dem TzBfG ist, dass nach dem BEEG die Teilzeit nur abgelehnt werden kann, wenn dringende betriebliche Gründe entgegenstehen. Dies ist nur bei erheblichen Beeinträchtigungen, die trotz der begrenzten Dauer einen unvertretbaren, negativen betriebswirtschaftlichen Faktor darstellen oder die gesamte Organisation des Arbeitgebers erheblich beeinträchtigen,zu bejahen.
Nach dem TzBfG reicht bereits ein einfacher betrieblicher Grund.

Sollten Sie also keinen Anspruch auf eine Teilzeitbeschäftigung haben, dürfte es sicher schwierig werden Ihren Chef davon zu überzeugen, eine schriftliche Abänderung des Arbeitsvertrags vorzunehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 16.12.2014 | 14:39


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 16.12.2014 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57121 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Hat mir gut geholfen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
die fragen wurden beantwortet, lassen allerdings Spielraum für zweifel an der Belastbarkeit, zumal eine Änderung von Hausordnung bzw. teilungserklärung ins spiel gebracht wurde, was beides nicht möglich ist, weil ich diesbzgl. ... ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Die Antwort kam schnell und verständlich. Ich kann nun aktiv werden. Unbedingte Weiterempfehlung allein schon durch die schnelle Anwort. ...
FRAGESTELLER