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Arbeitsanweisung, Unterschrift verweigern


| 08.12.2016 13:12 |
Preis: 25,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt



Guten Tag,

Ich bin Student und als Werkstudent in einem Call Center angestellt. Ich habe mein Arbeitsverhältnis gekündigt und verlasse das Unternehmen in nicht ein Mal einer Woche. Ich habe gekündigt, da ich nicht mehr mit den Vertriebsanforderungen meines Arbeitgebers klar komme. Ich bin komplett kaputt.

Nun habe ich eine Arbeitsanweisung bekommen in welcher ich gezwungen werde bei jedem anrufenden Kunden ein Vertriebsthema anzusprechen. Falls ich das nicht mache droht mir mein Arbeitgeber mit "Arbeitsrechtlichen Konsequenzen". Ich schaffe das persönlich nicht.

In meinem Arbeitsvertrag findet sich keine Klausel, welche mich zu Vertrieb zwingt oder zur Einhaltung von Vertriebsquoten.

Jetzt meine Frage: Kann mich mein Arbeitgeber vor Gericht zerren weil ich diese Arbeitsanweisung nicht unterschrieben habe? Können mich diese Arbeitsrechtlichen Konsequenzen überhaupt noch treffen?

Ich bin wie gesagt Student habe daher nicht viel Geld. Ich hoffe man hilft mir trotzdem.

Vielen Dank

D.M.

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage gerne wie folgt:

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber das Weisungsrecht. Hieraus ergibt sich dann wiederum die arbeitsvertragliche Pflicht des Arbeitnehmers, diesen Weisungen Folge zu leisten.
Der Arbeitgeber hat ein berechtigtes Interesse daran, dass er sich die Kenntnisnahme der Arbeitsanweisung quittieren lassen kann. Sie müssten also grundsätzlich unterschreiben. Ein Verweigern dessen kann tatsächlich arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

Soweit der Grundsatz.

Wozu Sie aber nicht verpflichtet sind, ist die Unterschrift unter eine rechtswidrige Arbeitsanweisung. Hierzu ergeben sich nach Ihrer Schilderung keine Anhaltspunkte, jedoch mein Hinweis hierzu, dass Sie sich die Arbeitsanweisung ggf. unter diesem Gesichtspunkt nochmals ansehen.

Auch darf der Arbeitgeber Sie nicht zur Unterschrift nötigen, dass heißt, Ihnen drohen, Sie unangemessen bedrängen.

Die Frage, die sich hier wegen der tatsächlichen Umstände stellt, nämlich, dass Sie- wie Sie mitteilen- in weniger als einer Woche die Firma verlassen, ist, ob Sie noch arbeitsrechtlich belangt werden können.
Die arbeitsrechtliche Konsequenz wäre eine Abmahnung und im Wiederholungsfall unter Umständen eine Kündigung. Da Sie ohnehin gekündigt haben, kann Ihnen das im Grunde "egal" sein.
Möglicherweise wirkt sich das Nicht-Unterschreiben negativ auf Ihr Zeugnis aus. Hier gilt, dass Sie jedenfalls Anspruch auf ein wohlwollendes qualifiziertes Arbeitszeugnis haben.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass Sie die Arbeitsanweisung unterschreiben und eben die letzten Tage dieselbe noch befolgen. Das ist aber eine eher bei Ihnen liegende persönliche Entscheidung.

Wenn Sie die ganze Situation psychisch sehr belastet, wie das nach Ihrer Schilderung offensichtlich der Fall ist, können Sie auch einen Arzt aufsuchen, der Sie möglicherweise krank schreibt. Dies hätte zur Folge, dass Sie wegen Krankheit nicht mehr zur Arbeit erscheinen müssten. Ob Sie eine Krankschreibung erhalten, entscheidet natürlich ein Arzt.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und
verbleibe mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2016 | 14:09

Vielen Dank,
das ist ein Anfang.
Gibt mein geschilderter Fall Anlass juristische Mittel gegen mich zu einzuleiten? Ich habe Sorge um hohe Anwaltskosten oder Schadensersatzforderungen.

Mit freundlichen Grüßen
D.M.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2016 | 14:50

Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Nachfrage gerne wie folgt:

Sehr entfernt denkbar wäre Schadensersatz, falls dem Arbeitgeber durch Ihre Weigerung ein Schaden entstanden wäre. Hier sind jedoch mehrere Dinge zu beachten : Im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses ist eine Haftung des Arbeitnehmers nur bei grob vertragswidrigen Verstößen überhaupt denkbar.

Zudem müsste der Arbeitgeber auch genau die Schadenshöhe und auch die Kausalität zwischen der Pflichtverletzung beweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 08.12.2016 | 14:13


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FRAGESTELLER 08.12.2016 5/5.0
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