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Arbeitgeber verlangt Handykosten erstattet


06.12.2015 19:20 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Verschulden des Arbeitnehmers bei Handynutzung und damit verbundenes - kostenpflichtiges - Update


Hallo,

ich habe eine Frage. Zum folgende Fall:

Der Arbeitgeber verlangt eine Erstattung vom AN von mehreren hundert Euro Handy Internetkosten.
Diese sind entstanden weil das Handy des AN nach einen zurücksetzen ein update gestartet hatte. Es sind dabei 100 MB an Datenvolumen angefallen und der Vertrag hat Internet nicht vorgesehen.

Die SIM Karte wurde dem AN zur Verfügung gestellt, es wurde das Privathandy genutzt, jedoch war UMTS deaktiviert. Bis zu dem unfreiwilligen Systemreset.

Es gibt keinerlei Vertragliche Stücke zur Handynutzung, die durchschnittlichen kosten haben 35 Euro betragen. Die Handynummer ist dem AN seit einigen Jahren zugeordnet.

Weiterhin hat der AN nun das Unternehmen verlassen.

Frage: Kann der Arbeitnehmer verpflichtet werden die Rechnungsposition zu begleichen?

MfG

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst wäre arbeitgeberseits eine Schadensminimierung bis auf Null € Schaden vorzunehmen, sofern dieses möglich ist. Dieses hat im Rahmen der Schadensminderungspflicht zu erfolgen.

Im Übrigen kommt es auf das Verschulden des Arbeitnehmers an.

Im Einzelnen:
Es gibt von der höchstrichterlichen Rechsprechung des Bundesarbeitsgerichts aufgestellte Grundsätze über die Beschränkung der Arbeitnehmerhaftung.

- Bei grober Fahrlässigkeit hat der Arbeitnehmer grundsätzlich den gesamten Schaden zu ersetzen.

- Bei leichtester Fahrlässigkeit (geringe Schuld) haftet er regelmäßig nicht.

- Bei normaler Fahrlässigkeit ist der Schaden nach den Kriterien Schadensverursachung, Schadensfolgen, Billigkeits- und Zumutbarkeitsgesichtspunkten quotenmäßig zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu teilen.

Letzteres könnte hier durchaus in Betracht kommen.

Der Arbeitgeber muss die Haftungsvoraussetzungen jedoch beweisen, was der Arbeitnehmer falsch gemacht haben soll.

Hier wird man auch bei einem unfreiwilligen Update dieses prüfen müssen. Ich gehe von einfacher Fahrlässigkeit aus.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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