Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
474.651
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Approbation als ZÄ mit ukrainischer Staatsbürgerschaft


| 17.11.2008 21:25 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin zwar Wirtschaftsjurist, jedoch habe ich vom "Ausländerrecht" nicht so tiefgehende Kenntnisse.

Deshalb möchte ich gerne folgendes von Ihnen wissen:

Meine Freundin (ukrainische Staatsbürgerin ohne unbefristeten Aufenthaltstitel), hat jetzt ihre Prüfung zur Zahnärztin an einer deutschen Hochschule mit "sehr gut" abgelegt. Nun wurde ihr mitgeteilt, dass eine Approbation nun nicht möglich ist, da sie keine Deutsche im Sinne des Art. 116 GG und keine Bürgerin eines EU-Landes ist.
Ein Arbeitsplatz an einer Uniklinik wäre sichergestellt bei erhaltender Approbation.
Sie lebt seit 1997 in Deutschland und hat auch ihr Abitur hier abgelegt.

Nun meine Frage:
Wie kann sie die Approbation trotzdem erhalten? Wenn es geht ohne Heirat. Wollten damit noch etwas warten :-))

Vielen Dank für eine möglichst Zeit nahe Beantwortung.


-- Einsatz geändert am 18.11.2008 10:18:12
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Grundlage für die Erteilung der Approbation als Zahnarzt ist das Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde. In dessen § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ist geregelt, dass der Antragsteller Deutscher oder Staatsangehöriger eines EU- oder EWR-Mitgliedstaates oder heimatloser Ausländer sein muss, damit er die Approbation als Zahnarzt beanspruchen kann. Die Ukraine gehört leider nicht zu dem Kreis der in dieser Vorschrift genannten Staaten, so dass Ihre Freundin tatsächlich keinen Anspruch auf Erteilung der Approbation hat.

Gemäß § 2 Abs. 3 Satz 1 des vorbezeichneten Gesetzes kann die Approbation jedoch auch Personen, die nicht zu dem in § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 genannten Personenkreis gehören, erteilt werden, wenn ein "besonderer Einzelfall" gegeben ist oder Gründe des öffentlichen Gesundheitsinteresses für die Erteilung der Approbation sprechen. Ein "besonderer Einzelfall" liegt nach der Rechtsprechung nur vor, wenn sich der Antragsteller deutlich von anderen Ausländern aus Drittstaaten unterscheidet, beispielsweise schon länger im Bereich der Zahnheilkunde in Deutschland tätig war. Ihre Freundin wird sich hierauf wohl nicht berufen können. Gründe des öffentlichen Gesundheitsinteresses können bei Zahnärzten derzeit kaum begründet werden. Ihre Freundin sollte sich daher keine Hoffnungen machen, zum jetzigen Zeitpunkt die Approbation erhalten zu können.

Es gibt jedoch eine andere Möglichkeit für Ihre Freundin, als Zahnärztin in einer Klinik zu praktizieren, und zwar mit einer Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung der Zahnheilkunde nach § 13 des Zahnheilkundegesetzes. Auf Basis dieser Vorschrift kann Ihrer Freundin eine Erlaubnis erteilt werden, aufgrund derer sie bis zu drei Jahren in Deutschland praktizieren kann. Der Zeitraum kann nach den drei Jahren verlängert werden, wenn Ihre Freundin eine bereits begonnene zahnärztliche Weiterbildung begonnen hat und diese binnen weiterer drei Jahre abschließen können wird. Auch hier steht die Erteilung der Erlaubnis allerdings im Ermessen der Behörde, einen Anspruch auf Erteilung der Erlaubnis hat Ihre Freundin also nicht. Eine Heirat würde die Aussichten, eine solche Erlaubnis zu erhalten, deutlich verbessern. Natürlich sollen Sie aber nicht heiraten, nur damit Ihre Freundin die Erlaubnis bekommen kann.

Ich möchte Ihnen bzw. Ihrer Freundin empfehlen, bei der für Ihre Freundin wohl zuständigen Bezirksregierung Münster anzufragen wegen der Erteilung der Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung der Zahnheilkunde. Man wird Ihrer Freundin dann die Antragsformulare zukommen lassen. Ihre Freundin sollte einen entsprechenden Antrag dann einfach einmal stellen, um mit ihrer Berufstätigkeit in Deutschland beginnen zu können. Da sie in Deutschland studiert und ein sehr gutes Prüfungsergebnis erzielt hat, folglich auch gut Deutsch sprechen können wird, sehen ihre Chancen nicht schlecht aus. Eine Approbation kommt nach dem Gesetz und der einschlägigen Rechtsprechung zum jetzigen Zeitpunkt definitiv nicht in Frage.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen. Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Bewertung des Fragestellers 15.12.2008 | 14:28


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die erhaltene Antwort war zwar nett und recht ausführlich, jedoch falsch.
Meine Freundin hat ihre Approbation erhalten, da sie bereits seit 10 Jahren in Deutschland ist und auch hier den größten Teil ihres schulischen Werdegangs bestritten hat. (Integrationshintergrund)

Trotzdem vielen Dank für eine Antwort."