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Anzeige wg. Hausfriedensbruch


21.12.2011 08:32 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,
versuche es so kurz wie möglich: ich habe (hatte) ein Hotel, welches durch das laufende Insolvenzverfahren unter Zwangsverwaltung steht; mein Sohn und ich wohnen nicht mehr dort; nur ein ehemaliger Mitarbeiter von mir, der auch als eine Art Hausmeister, vom Zwangsverwalter beauftragt wurde. Nun hat sich mein Sohn unter einem Vorwand von dem ehemaligen Mitarbeiter den Schlüssel geliehen und hat im Gastraum eine Party gefeiert. Das ist natürlich rausgekommen und der Zwangsverwalter hat daraufhin Anzeige gegen ihn gestellt wg. Hausfriedensbruch und Strom-, und Wasserklau. Wie kommt man da am besten raus? Würde es helfen, wenn mein ehemaliger Mitarbeiter aussagen würde, er, in seiner Funktion als Hausmeister hätte das genehmigt? Was kann ihm dann passieren? Müssen wir einen Anwalt hinzuziehen? Bitte dringenst um Rat.....
21.12.2011 | 09:47

Antwort

von


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Guten Morgen,

gerne beantworte ich Ihre Fragestellung unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und des von Ihnen angebotenen Einsatzes wie folgt:

Zunächst einmal haben Sie den ersten richtigen Schritt gemacht, nämlich Hilfe in Anspruch zu nehmen! Das große Problem bei allen Strafverfahren ist, dass Sie bzw. Ihr Sohn gegen einen Ermittlungsapparat „kämpfen" jedoch dessen Karten nicht kennen. Sie bekommen schlichtweg keine Akteneinsicht. Somit erfahren Sie nicht, was genau zur Anzeige gebracht wurde, was bislang ermittelt wurde, wer ggf. schon von befragt wurde, welche Beweise es gibt etc.
Diese Akteneinsicht gewährt der Gesetzgeber lediglich den Verteidigern eines Beschuldigten. Insoweit zu der Frage, ob Sie einen Anwalt hinzuziehen sollen: Ja, das würde ich alleine unter diesem Gesichtspunkt dringend empfehlen. Nur so bekommen Sie Kenntnis von der genauen Sachlage.

Wenn man sich nun die eigentliche Fragestellung anschaut wird es ein wenig tricky: Zunächst wäre es wichtig zu erfahren, wie alt Ihr Sohn zum „Tatzeitpunkt" war. Danach bestimmt sich grds. die Strafbarkeit bzw. ggf. die Anwendung von Jugendstrafrecht. Als zweiten Schritt gilt es die genauen Rechtsverhältnisse zu klären. Hier sind nun nochmals tiefgehende rechtliche Fragen in Bezug auf das laufende Insolvenzverfahren zu klären. Das ist mit den gemachten Angaben und auch im Rahmen einer schnellen Antwort hier kaum möglich. Insoweit ist z.B. erneut die Akte wichtig und ggf. die Einlassung des Insolvenzverwalters, soweit diese vorhanden ist.

Wie kommt man aus der Sache wieder raus? Es bestehen mehrere Möglichkeiten, aus der Sache herauszukommen. Zunächst ist es wichtig den Verfahrensstand zu ermitteln: liegt die Anzeige bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder ist ggf. schon Anklage erhoben worden? Umso früher man in das Verfahren eingreift, umso besser stehen die Chancen ein gerichtliches Verfahren abzuwenden. Es kommt in diesem Fall aber erneut auf Einzelheiten an. Hat Ihr Sohn Eintragungen im BZRG?

Im besten Fall könnte man eine Einstellung erreichen (dies wäre insb. dann der Fall, wenn zum Beispiel ein Verfahrenshindernis in Form eines fehlenden Strafantrags – von der antragsberechtigten Person – vorliegen würde). Ansonsten besteht aber auch die Möglichkeit ein Verfahren unter Auflagen einzustellen oder auf einen Strafbefehl hinzuwirken. Was genau aber in Frage kommt ist ohne die Akte gesehen zu haben eine Frage, die kaum beantwortet werden kann. Nach den bisherigen Angaben würde ich die Chancen als durchaus realistisch einschätzen, das ganze ohne einen Gerichtstermin aus der Welt zu schaffen, aber wie gesagt, ohne Akte ist das eine vage Vermutung.

Was Sie bitte keinesfalls tun sollten ist in irgendeiner Art und Weise den Hausmeister zu beeinflussen. Soweit es die Ermittlungsbehörden für gegeben erachten, so wird dieser vernommen werden, ansonsten kann dieser Antrag aber auch gestellt werden. Es soll und darf aber insbesondere in einem Gerichtsverfahren keinesfalls falsche Angaben machen. Ggf. könnte dies ein erneutes Verfahren gegen den Hausmeister und ggf. sogar gegen Sie persönlich zur Folge haben.

Leider kann ich ohne Akte an dieser Stelle nicht viel mehr sagen. Ich hoffe dennoch Ihnen mit dieser ersten Einschätzung eine Hilfestellung gegeben zu haben. Sehr gerne dürfen Sie von der Nachfragefunktion Gebrauch machen oder mich einfach kontaktieren (bzw. bin ich heute viel außer Haus, so dass ich Sie zurückrufen müsste; meine Mitarbeiterinnen leiten mir Ihre Anrufbitte aber weiter).
Selbstverständlich kann ich auch gerne die Akte für Sie bzw. Ihren Sohn zur Einsicht beantragen. Dazu benötige ich aber eine Vollmacht von Ihrem Sohn.

Ich wünsche Ihnen nun an dieser Stelle frohe Weihnachten. Bitte lassen Sie sich die Festtage nicht allzu sehr von diesen Geschehnissen vermiesen.

Es grüßt Sie freundlich aus der Südpfalz

Jan Gregor Steenberg LL.M.


Rechtsanwalt Jan Gregor Steenberg, LL.M.
Fachanwalt für Medizinrecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz

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