Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.271
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anzeige wegen Verleumdung


11.12.2009 11:00 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Guten Tag,

ich habe jemanden falscher Tatsachen beschuldigt und dieses bei ihrem Arbeitgeber angegeben. Hierauf bekam ich eine Anzeige wegen Verleumdung.
Diese Person hat meinen Arbeitgeber hinzugezogen, da ich diesen Anruf vom Diensttelefon gemacht habe. Da ich mir meiner Schuld voll bewußt bin und ich natürlich keinen weiteren Einbezug meines Arbeitgebers möchte, werde ich die Schuld voll anerkennen. Ich habe bis jetzt keine Voranzeigen/Verurteilungen.

Wie gehe ich weiter vor und was kommt nun auf mich zu?

Konkret sind meine Fragen:
Welche Strafe ist zu erwarten?
In wieweit ist mein Arbeitgeber noch involviertw enn cih die Schlud sofort annehme?
Wie lange wird die Verurteilung in meinem Führungszeugnis zu sehen sein?
Muss es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, oder ist das hinfällig wenn ich die Schuld von Anfang anerkenne?

Mfg.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragende,
sehr geehrter Fragender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich auf der Grundlage Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworte:

Der Straftatbestand der Verleumdung ist in § 187 StGB normiert und sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe vor.
Ohne den konkreten Tatvorwurf zu kennen, lässt sich keine Aussage zu einer zu erwartenden Strafe machen. Strafmildernd würde sich in Ihrem Fall aber jedenfalls auswirken, dass Sie nach Ihren Angaben keine Vorstrafen haben und den Vorwurf vollständig einräumen. Eine eventuelle Entschuldigung gegenüber dem „Opfer“ könnte ebenfalls zu Ihren Gunsten berücksichtigt werden.

Da Sie den Tatvorwurf von Anfang an und vollständig einräumen, ist eine Gerichtsverhandlung vermutlich nicht notwendig. Wenn die Staatsanwaltschaft in solchen Fällen eine Verurteilung beabsichtigt, beantragt sie in der Regel bei Gericht den Erlass eines Strafbefehls mit dem Sie zu einer Geldstrafe verurteilt werden.

Je nach der Schwere des Tatvorwurfs kommt hier jedoch auch die Einstellung des Verfahrens, gegebenenfalls unter einer Zahlungsauflage in Betracht. In diesem Fall würde Ihnen beispielsweise auferlegt, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen. Nach der Zahlung würde das Verfahren dann endgültig und ohne eine Verurteilung eingestellt. Eine solche Einstellung kommt immer dann in Betracht, wenn sich das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung auch ohne Verurteilung beseitigen lässt. Auch an dieser Stelle ist eine Aussöhnung mit dem Opfer vorteilhaft. Ob die Voraussetzungen für eine Einstellung in Ihrem Fall gegeben sind, sollten Sie unter Umständen durch einen Rechtsanwalt prüfen lassen, der hierzu Akteneinsicht nehmen kann. Gegebenenfalls könnte dieser dann auch frühzeitig mit der Staatsanwaltschaft in Kontakt treten und auf eine solche Entscheidung hinwirken.

Ihr Arbeitgeber ist in das strafrechtliche Verfahren gegen Sie nicht involviert. Soweit er nicht als Zeuge für den besagten Anruf in Betracht kommt, ist er an dem Verfahren nicht beteiligt.

Eine erstmalige Verurteilung wird nur dann in das Führungszeugnis aufgenommen, wenn sie eine Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen oder eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten zur Folge hat. Verurteilungen zu geringeren Strafen werden nur in das Führungszeugnis aufgenommen, wenn bereits frühere Verurteilungen vorhanden sind.

Eine eingertagene Verurteilung zu einer Geldstrafe wird nach Ablauf von drei Jahren nicht mehr in ein Führungszeugnis aufgenommen. Gleiches gilt für Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu einem Jahr, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird. Höhere Freiheitsstrafen werden nach Ablauf von fünf Jahren (zuzüglich der Dauer der Freiheitsstrafe) nicht mehr in ein Führungszeugnis aufgenommen. Von diesen Fristen gibt es Ausnahmen, die in Ihrem Fall jedoch nicht relevant sind.

Wie ich eingangs sagte, hängt ein eventuelles Strafmaß von einer Reihe von Faktoren ab. Sollte es sich jedoch nicht um massive Verleumdungsvorwürfe handeln, spricht hier einiges dafür, dass eine verhältnismäßig geringe Geldstrafe oder die Einstellung des Verfahrens erreicht werden kann. Um eine genauere Einschätzung zu erhalten, sollten Sie einen Rechtsanwalt mit der Einsichtnahme in die Akten, einer anschließenden Beratung und gegebenenfalls dann mit Ihrer Verteidigung beauftragen. Hierzu stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich hoffe Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Frage weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Bitte berücksichtigen Sie, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.


Mit freundlichen Grüßen

Martin Sattler
Rechtsanwalt


PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2009 | 10:19

Sehr geehrter Herr Sattler,

bei den Verleumdungsvorwürfen handelt es sich um den Kauf von Drogen, ich würde das als eher massive einschätzen, oder?

Nun hat meine Chefin mich auf den Vorfall angesprochen, bzw gesagt das die POlizei bei ihr nachgefragt hätte. Sie dürfe mich zwar eigentlich nicht informieren, aber wollte meine Einschätzung wissen.
Jetzt möchte ich wissen, was nun konkret weiter passiert? Muss sich die POlizei nicht auch bei mir melden? Wann wird das geschehen?
Meine große Sorge ist nun, dass mein Arbeitgeber die Telefonlisten der Polizei geben muss und dann auch Bescheid weiß. Kann ich diesem nicht vorweg greifen, indem ich einen Anwalt beauftrage, obwohl ich ja eigentlich offiziell noch nichts weiß? Würde meine Chefin Probleme mit der Polizei bekommen, da sie mir ja eigentlich nichs mitteilen durfte?!
Wenn ein Anwalt mich dann vertritt, muss das Urteil meinem Arbeitgeber m itgeteilt werden?

Vielen Dank im VOrraus!

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2009 | 11:37

Sehr geehrte Fragende,
sehr geehrter Fragender,

die Schwere der Vorwürfe lässt sich ohne weitere Angaben nicht seriös einschätzen. Hier spielen Menge und Art der Drogen, Häufigkeit der behaupteten Käufe, Auswirkungen für den Betroffenen etc. eine Rolle.

Da Sie von der Polizei bisher offensichtlich noch nicht angeschrieben wurden, gehe ich davon aus, dass Sie von der Anzeige gegen Sie durch das Opfer erfahren haben. Insofern könnten Sie auch plausibel erklären, wie Sie Kenntnis von dem Verfahren erlangt haben, ohne dadurch Ihre Chefin in Bedrängnis bringen zu müssen.

Sie werden in den kommenden Wochen von der Polizei voraussichtlich zu einer Beschuldigtenvernehmung geladen werden. Dieser Ladung brauchen Sie nicht Folge zu leisten. Von einigen ganz seltenen Ausnahmen abgesehen ist grundsätzlich auch davon abzuraten, ohne vorherige Beratung und gegebenenfalls Akteneinsicht durch einen Rechtsanwalt eine Aussage gegenüber der Polizei zu machen. Spätestens wenn Sie die Ladung zur Beschuldigtenvernehmung erhalten haben, sollten Sie einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen. Sie können dies auch schon vorher tun, werden dadurch aber vermutlich keine Ermittlungen der Polizei verhindern können. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wird die Sache an die Staatsanwaltschaft abgegeben, die dann über das weitere Verfahren entscheidet. Spätestens hier besteht durch einen Rechtsanwalt die Möglichkeit, auf den Ausgang des Verfahrens Einfluss zu nehmen.

Der Ausgang des Verfahrens muss ihrem Arbeitgeber nicht mitgeteilt werden. Eine Gerichtsverhandlung wäre allerdings öffentlich, sodass es nicht auszuschließen ist, dass ihr Arbeitgeber auf anderem Wege Kenntnis davon erlangt.

Ich hoffe Ihre Fragen damit beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Martin Sattler
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Rasche und kompetente Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr umfassende und hilfreiche ausfuehrungen, vielen dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare verständliche Antwort - und besonders sehr zeitnah. Danke! ...
FRAGESTELLER