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Anzeige wegen Unterschlagung


18.11.2004 10:53 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe in der Zeit von 1997-2003 bei einer Firma gearbeitet und war hier für das Büro zuständig, die Kassenführung, Buchhaltung, Personal usw.
Mein Chef hat dann immer Mitarbeiter, die nur Aushilfen waren, in Vollzeit beschäftigt, aber nur als Aushilfe abgerechnet. Den überzahlten Betrag konnte ich ja so dann nicht in der Kasse verbuchen, musste also die Belege über mehrere Monate strecken, wodurch in der Kasse eine Riesensumme aufgelaufen ist. Bei einer Betriebsprüfung hat sich der Prüfer nun gefragt, wo das ganze Geld ist, weil ja das Bargeld nicht in der Kasse war und wenn der Chef gesagt hätte, es kommt durch nicht richtig ausgezahlte Löhne, wäre das ganze ja weiter verfolgt worden.
Da sich nun kein Schuldiger hierzu findet, wurde mir von einem Anwalt mitgeteilt, dass man mich nun der Unterschlagung bezichtigt, weil ich ja für die Kasse zuständig war.
Da der Termin zur Zahlung bereits in 2 Tagen ist und ich bisher noch nichts von meinem Exchef gehört habe, welche ich angerufen habe, habe ich einen Brief an den Anwalt geschrieben, damit er den Sachverhalt mit dem Mandanten klärt und habe auch dem Anwalt grob die Sachlage geschildert.
Soll ich nun erst abwarten oder dem Anwalt gleich schreiben, das er erst mit seinem Mandanten in Verbindung setzt. Muss ich hier jetzt nach Ablauf der Frist mit einer Verhaftung rechnen?
da hier keine Rechtschutzversicherung eintritt, wegen Vorsatz, brauche ich von Ihnen bitte eine kurze Antwort. Besten Dank.
Sehr geehrter Anfragender,

dass Sie ein Schreiben von einem Anwalt bekommen haben, überrascht ein wenig. Da Sie jedoch von einem Zahlungstermin berichten und schreiben, dass der Anwalt den Vorgang mit seinem Mandanten klären soll, gehe ich davon aus, dass der Anwalt von Ihrem Ex-Chef beauftragt wurde.

Weiter gehe ich davon aus, dass in der Firma außer Ihnen noch weitere Mitarbeiter tätig waren, da Sie für das Person zuständig waren.

Ihre Frage möchte ich vor diesem Hintergrund wie folgt beantworten:

I. Zahlungsverpflichtung an Ihren Ex-Chef
Sofern Sie tatsächlich Geld unterschlagen hätten, müssten Sie diesen selbstverständlich als Schadensersatz an Ihren Chef erstatten. Aufgrund allgemeiner Grundsätze müsste in einem etwaigen Prozess jedoch Ihr Chef beweisen, ob und wieviel Geld Sie unterschlagen haben.

Dies wird allein durch die Buchhaltung nicht möglich sein, da bewiesen werden muss, dass genau Sie das Geld genommen haben und niemand anders.

Ein Erstattungsanspruch könnte sich u.U. aus Ihrem Arbeitsverhältnis ergeben. Es gibt bei Mitarbeiter, die die Kasse führen z.T. Manko-Abreden im Arbeitsvertrag. Das bedeutet, dass dann diese Mitarbeiter einen etwaigen Fehlbetrag in der Kasso auf eigene Kosten ersetzen müssen. Vorrausetzung hierfür ist jedoch

1. das zusätzlich zum Gehalt ein Manko-Geld durch den Arbeitgeber als Abgeltung für das Risiko gezahlt wurde,

2. der betreffende Arbeitnehmer tatsächlich der einzige ist, der im regulären Tagesbetrieb über die Kasse verfügen kann.

Ob dies bei Ihnen der Fall war, ergibt sich nicht aus Ihrem Sachverhalt.

In einem etwaigen zivilrechtlichen Prozess könnten Sie z.B. weitere Mitarbeiter als Zeugen dafür benennen, dass jeder oder zumindest mehrere Mitarbeiter Zugriff auf die Kasse hatten. Dann wird es dem Arbeitgeber schwer fallen, den Nachweis zu erbringen.

2. strafrechtliche Konsequenzen
Da ich davon ausgehe, dass Ihnen nur von einem Anwalt geschrieben wurde, müssen Sie zunächst noch gar nicht mit einer Verhaftung rechnen. Für eine Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr besteht hier kein Grund zur Annahme.

Selbst wenn Ihr Ex-Chef gegen Sie Strafanzeige erstatten würde, würden Sie zunächst einmal von der Polizei hierzu vernommen bzw. schriftlich angehört werden.

Hier könnten Sie dann ausführlich Ihre Version mit den verschiedenen Teilzeit / Vollzeitkräften darlegen. Die Polizei würde dies mit in die Untersuchung einbeziehen und ggf. reihenweise die Mitarbeiter des Chefs anhören. Wenn sich nicht ermitteln lässt, wer das Geld genommen hat, würde letztlich das Verfahren eingestellt werden. Nur wenn sich aus den Zeugenaussagen ergäbe, dass Sie es gewesen sein müssen und dies nach Ansicht des Staatsanwaltes auch zu einer Verurteilung reichen kann, würde möglicherweise Anklage erhoben. Dies hängt u.a. auch mit der Höhe des Schadens zusammen, der behauptet wird. Einen Betrag hatten Sie in Ihrem Sachverhalt nicht angegeben.

3. Verhalten gegenüber dem Anwalt
Sie schreiben, dass Sie ein Schreiben an den Anwalt geschrieben hätten und fragen, ob Sie gleich an den Anwalt schreiben sollen.

Ich würde vorschlagen, dass Sie den Anwalt Ihres Ex-Chefs einmal anrufen und erklären, was in der Firma tatsächlich gelaufen ist. Und Sie könnten ihm auch erklären, dass Sie dies nötigenfalls auch der Polizei oder sonstwem (z.B. Richter in Zivilverfahren) erzählen, falls der Chef versuchen sollte, den Betrag unberechtigter Weise bei Ihnen einzuklagen.

4. Einschaltung eines Anwaltes
Sofern sich die Sache dann noch nicht für Sie erledigt hat, würde ich Ihnen doch zur Einschaltung eines Anwaltes raten.

Ob eine Rechtsschutzversicherung nicht evtl. die Kosten übernehmen müsste, kann hier nicht abschließend geklärt werden. Gegenüber den Zahlungsansprüchen Ihres alten Arbeitergebers könnte dies durchaus aus dem ARbeitsrechtsschutz fließen, falls Sie einen derartigen abgeschlossen haben.

Hinsichtlich der etwaigen strafrechtlichen Vorwürfe sagen Sie ja gerade, dass Sie keine Unterschlagung begangen haben. DAnn kann diese auch nicht vorsätzlich gewesen sein. Sollte also Strafrechtsrechtsschutz in Ihrem Vertrag abgedeckt sein, so könnte auch hier eine Deckung vorliegen.

Ich empfehle Ihnen, unabhängig von der Einschaltung eines Anwaltes hier selbst zur RSV zu gehen, dort den Sachverhalt vorzutragen (Ex-Chef will unberechtigter Weise Geld von mir und droht, mich ggf. für ein Vergehen anzuzeigen, dass ich nicht begangen habe.) und um schriftliche Deckungszusage zu bitten. Wenn Sie diese haben, spricht nichts mehr gegen die Einschaltung eines Anwaltes.

Ansonsten wäre noch zu prüfen, ob nicht aufgrund Ihrer finanziellen Situation Prozesskostenhilfe zu gewähren wäre. Dies könnte z.B. auch ein Anwalt für Sie prüfen. Dazu müssten Sie Ihre letzten Gehaltsnachweise, Mietabrechnung, Kredite etc. dem Anwalt mitbringen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen schon weiter geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -
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