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Anzeige wegen Bedrohung und Nötigung


| 04.12.2014 14:42 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork



Hallo,

ich habe von meinem Handy an jemanden eine Nachricht mit einer Morddrohung geschickt. Diese Person ist zur Polizei gegangen und hat vermutet das nicht ich das geschrieben habe sondern wer anders von meinem Handy. Daraufhin wurde ich von der Polizei angerufen und habe aus Panik die Vermutung bestätigt. Nun bin ich als Zeuge geladen und soll den Namen dieser Person raus geben. Da allerdings ich das war möchte ich die Person nicht beschuldigen und dieses mal korrekt aussagen.

Jetzt weiss ich nicht wie ich am besten vorgehen soll und was mich da erwarten wird. Die Person die die Anzeige gestellt hat, hat am nächsten Tag versucht die Anzeige zurück zunehmen was dann aber natürlich nicht mehr möglich war aber angeblich vermerkt wurde.

Soll ich nun bei der Polizei einfach die Wahrheit sagen und mich selbst belasten?
Ich hatte dies schon am Ende des Telefongesprächs mit der Polizei versucht aber mir wurde nicht geglaubt das ich es war.

Ist es besser bzw. Strafmildernd wenn ich mich entschuldige und es zugebe? Es wurde ja von meinem Handy versandt, das heißt das wenn es kein anderer war wird es ja eh auf mich zurück fallen.

Oder soll ich in diesem Fall nichts sagen?

Wie könnte meine Strafe aussehen? Ich bin 23 Jahre alt, Studentin mit einem 400 Euro Job nicht vorbestraft und hatte auch noch nie etwas mit der Polizei zu tun.

Wird diese Sache einen Staatsanwalt interessieren?

Vielen Dank im Voraus!
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:




Frage 1:
"Soll ich nun bei der Polizei einfach die Wahrheit sagen und mich selbst belasten? Ist es besser bzw. Strafmildernd wenn ich mich entschuldige und es zugebe?".


Das kommt darauf an, ob Sie tatsächlich die Täterin sind oder ein Dritter, den Sie nunmehr schützen wollen, Ihr Handy benutzt hat.

Offenbar hat ja die Polizei selbst Zweifel an Ihrer Täterschaft.

Im ersteren Fall ist ein offenes und ehrliches Geständnis eine bedenkenswerte Alternative, die zu einem für Sie optimalen Ergebnis führen kann.

Im letzteren Fall können sich ggf. weitere Probleme für Sie aus dem Sachverhalt ergeben.



Frage 2:
"Oder soll ich in diesem Fall nichts sagen?"


Das ist grundsätzlich immer der Königsweg.

Diesen haben Sie nach Ihrer Schilderung jedoch bereits verlassen als Sie sich telefonisch gegenüber der Polizei äußerten. Darüber wird es in der Akte mit Sicherheit einen Vermerk des Beamten geben.

Was dann wieder zu Frage 1 zurückführen würde.




Frage 3:
"Wie könnte meine Strafe aussehen?"


Nach § 241 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wer einen Menschen mit der Begehung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bedroht.

Da Sie nicht vorbestraft sind, sollte das Verfahren eingestellt werden, ggf. gegen Auflagen.




Frage 4:
"Wird diese Sache einen Staatsanwalt interessieren?"



Da die Bedrohung (§ 241 StBG) nach § 374 I Nr. 5 StPO ein Privatklagedelikt ist, wird er - je nach Lage des Einzelfalles - das Verfahren auf den Privatklageweg verweisen - es sei denn er bejaht ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung.

Ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht nach Nummer 86 II RiStBV, „wenn der Rechtsfrieden über den Lebenskreis des Verletzten hinaus gestört und die Strafverfolgung ein gegenwärtiges Interesse der Allgemeinheit ist, z. B. wegen des Ausmaßes der Rechtsverletzung, wegen der Rohheit oder Gefährlichkeit der Tat, der niedrigen Beweggründe des Täters oder der Stellung des Verletzten im öffentlichen Leben. Ist der Rechtsfrieden über den Lebenskreis des Verletzten hinaus nicht gestört worden, so kann ein öffentliches Interesse auch dann vorliegen, wenn dem Verletzten wegen seiner persönlichen Beziehungen zum Täter nicht zugemutet werden kann, die Privatklage zu erheben, und die Strafverfolgung ein gegenwärtiges Anliegen der Allgemeinheit ist."



Ich stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie gerne auch für eine weitere Interessenwahrnehmung jederzeit zur Verfügung. Klicken Sie dazu auf mein Profilbild, um meine Kontaktdaten einsehen zu können.






Mit freundlichen Grüßen


Raphael Fork
-Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 04.12.2014 | 18:51

Danke für Ihre schnelle Antwort.

Ja, es sprechen sehr viele Indizien dagegen das ich das geschrieben habe. Aber ich habe hier auf dieser Seite keinen Grund jemanden zu schützen oder zu lügen.

Leider habe ich diese SMS geschrieben. Mein Exfreund hatte mich an diesem Tag 50 mal angerufen und mir mehrere Morddrohungen geschrieben weil ich mit einem anderen Mann unterwegs war.
Dieser hat dies gesehen und später bei der Anzeige auch der Polizei davon berichtet und außerdem berichtet das mir dieser Exfreund mehrfach aufgelauert ist und mir mehrfach das Handy entwendet hat.

Außerdem habe ich die SMS so geschrieben das es so klingt als käme sie nicht von mir. Es war eine Kurzschlussreaktion und sehr dumm. Ich wollte den anderen Mann damit loswerden, weil ich soviel Stress zu diesem Zeitpunkt hatte und mir beide im Nacken saßen und ich das nicht mehr ausgehalten habe. Ich wollte einfach meine Ruhe und dachte dann würde dieser andere Mann kein Interesse mehr an mir haben, weil er mehrfach sagte das er sofort den Kontakt zu mir abbrechen würde wenn er irgendetwas von meinem Exfreund hört und das er sich sowieso trennt wenn ich das Problem nicht in den Griff kriege. Statt selber Schluss zu machen wollte ich ihn so quasi dazu bringen das er das mit mir macht. Sehr dumm....


In der Anzeige steht auch Nötigung. Wird diese dann auch fallen gelassen?

Die ganze Sache passt einfach viel zu gut zusammen und das er sich im Vorfeld sehr falsch verhalten hat ist ja nicht von der Hand zu weisen. Ich habe Angst das die mir nicht glauben und denken ich will jemanden schützen und das das ganze dann noch schlimmer wird. Aber ich kann doch jetzt nicht sagen er war es nur weil das besser passen würde oder?

Wird mein Exfreund auch mit einer Strafe rechnen müssen wenn ich die Geschichte so erzähle wie oben? Ich habe keine Lust ihn anzuzeigen oder auf noch mehr Ärger, weil ich ihn endlich los geworden bin und mittlerweile meine Ruhe habe.

Was können das für Auflagen sein oder kann man das so nicht sagen?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.12.2014 | 19:35

Nachfrage 1:
"In der Anzeige steht auch Nötigung. Wird diese dann auch fallen gelassen?"


Das ist möglich, hängt aber davon ab, was da genau von den Beteiligten vom Stapel gelassen wurde.




Nachfrage 2:
" Aber ich kann doch jetzt nicht sagen er war es nur weil das besser passen würde oder?"


Nein, auf keinen Fall.



Nachfrage 3:
"Wird mein Exfreund auch mit einer Strafe rechnen müssen wenn ich die Geschichte so erzähle wie oben?"


Davon ist nach Ihrer Schilderung auszugehen.



Nachfrage 4:
"Was können das für Auflagen sein oder kann man das so nicht sagen?"


Als Auflagen oder Weisungen kommen insbesondere in Betracht,

1.
zur Wiedergutmachung des durch die Tat verursachten Schadens eine bestimmte Leistung zu erbringen,
2.
einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung oder der Staatskasse zu zahlen,
3.
sonst gemeinnützige Leistungen zu erbringen,
4.
Unterhaltspflichten in einer bestimmten Höhe nachzukommen,
5.
sich ernsthaft zu bemühen, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen (Täter-Opfer-Ausgleich) und dabei seine Tat ganz oder zum überwiegenden Teil wieder gut zu machen oder deren Wiedergutmachung zu erstreben,
6.
an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen oder

Bewertung des Fragestellers 04.12.2014 | 18:53


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