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Anzeichen von Mobbing ?


10.07.2007 02:27 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius


| in unter 2 Stunden

Guten Tag,

Ich arbeite seit 6 jahren in einem Seniorenheim, hatte für 1,5 Jahre die Position der Wohnbereichsleitung inne, die ich aufgrund meiner chronischen Erkrankung ( Migräne ) und Drängens meines Arbeitgebers abgab.

ich arbeite nun , auf Weisung meines Arbeitgebers auf einem anderem Wohnbereich als ex. Krankenpflegefachkraft.

Einige meiner neueren Kollegen ( jung an Jahren )haben nun eine Unterschriftenliste verfasst , um mich aufgrund meiner konstant gleichen Fehlzeiten versetzten zu lassen.(man will mich loswerden..)

Es gab nie Beschwerden hinsichtlich meiner Arbeitsleistung , auch habe ich noch nie ein Gespräch bzw. eine Abmahnung meines sogenannten " Fehlverhaltens " erhalten.

Im Gegenteil, meine Arbeit wird seit Jahren von Bewohner und Angehörigen geschätz.

Initiiert wurde diese Unterschriftenliste von den besagten "jungen Mitarbeitern ....
die mir damals unterwiesen waren.

Auch langjährige Kollegen, dir mir wohlgesonnen sind, aber Angst um ihren Arbeitsplatz haben, wurden genötigt zu unterschreiben.

Nun wollen sie meine erneute Versetzung erwirken.
Ohne Vorankündigung und ohne Gespräche mit Vorgesetzten.

Kurzum : ist das dem Tatbestand des Mobbings nahe ?

Laut Direktionsrecht des Arbeitgebers muss ich wohl überall im Betrieb arbeiten.

ich wurde im Januar schriftlich aufgefordert meine Arbeitskraft auf einem anderem Wohnbereich auszuüben.

Es ist mir unerträglich, schon wieder mein Arbeitsumfeld zu wechseln, vor Allem unter den o.g. Umständen.


Ich bitte um Information, ob ohne vorangeganene Gespräche bzw. ohne Abmahnungen der Arbeitgeber willkürlich , und das regelmäßig , über meine Einsatzbereich verfügen darf.

Wie kann ich mich gegen Aussagen meiner Kollegen wehren.

Hat der Arbeitgeber bzw. der Vorgesetzte nicht eine Fürsorgepflicht um so etwas zu unterbinden ?

Danke für schnelle Antwort
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 49 weitere Antworten zum Thema:
10.07.2007 | 03:38

Antwort

von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius
133 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen. Ich weise darauf hin, dass die Frage nur auf dieser Basis beantwortet werden kann. Weitere, nicht mitgeteilte Informationen können eventuell zu einer anderen Antwort führen.

Die Definition des Mobbings ist nicht einheitlich. Daher gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich eine Begriffsbestimmung zu nähern. Allen Definitionen gleich ist jedoch eine systematische Schikane eines "Opfers". Der Streit dreht sich mehr um die Frage, wie diese Schikane aussieht. Dabei muss allerdings immer in Betracht gezogen werden, dass letztlich die subjektive Wahrnehmung des Opfers ein entscheidender Faktor ist.

Ihren Schilderungen zufolge haben sich mehrere Mitarbeiter zusammengeschlossen, um gemeinschaftlich eine Versetzung zu erreichen. Das für sich genommen würde wohl für den Tatbestand des Mobbings nicht ausreichen. Wenn allerdings Unterschriftenlisten angefertigt werden, käme man hier einer Form des Mobbings schon recht nahe. Ich muss jedoch deutlich darauf hinweisen, dass nur die Betrachtung aller Umstände eine endgültige Aussage ermöglichen würde.

Wehren können Sie sich gegen das Vorgehen der Mitarbeiter, indem Sie in einem Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber diesem Ihre Ansicht mitteilen und klar machen, dass Sie sich schikaniert fühlen. Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht, die sich in Deutschland aus den §§ 241 Abs. 2, 617-619 BGB als Nebenpflicht aus dem Arbeitsverhältnis ergibt. Danach ist der AG handlungsverpflichtet und muss wirksame Maßnahmen ( ergreifen. Diese können zB bestehen aus einem Mitarbeitergespräch, dem Gebrauch des Weisungsrechts, Abmahnungen, Kündigungen oder Versetzungen. Bei Untätigkeit des AG oder unzureichenden Maßnahmen können Sie Schadensersatz verlangen. Dies kann bestehen aus bsw. Therapiekosten, Kosten der Rechtsverfolgung und Schmerzensgeld.

Was das Direktionsrecht Ihres AG angeht, so kann er Sie auf jeden Platz versetzen, den Sie Ihrem Arbeitsvertrag gemäß erfüllen können und der Ihrem Arbeitsvertrag entspricht. Allerdings darf der AG Sie nicht ständig auf einen neuen Arbeitsplatz verweisen. Auch dies ergibt sich aus einer Nebenpflicht des Arbeitsvertrages.
Allerdings kann der AG durchaus die Entscheidung treffen, dass es einfacher ist, einen AN zu versetzen als mehrere.

Ich würde Ihnen daher den Rat geben, sich mit Ihrem AG zusammen zu setzen und ihm die Situation zu schildern. Sofern der Tatbestand des Mobbings erfüllt ist, muss der AG handeln. Sollte dies nicht helfen, sollten Sie sich jedoch der Hilfe eines Anwalts versichern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 11.07.2007 | 01:54

Danke soweit für ihre Beantwortung.

Ist es korrekt, daß eine negative Gesundheitsprognose besteht, wenn ein AN innerhalb von 3 Jahren mehr als 20 % seiner Arbeitstage pro Jahr an einem CHRONISCHEN Leiden / Migräne erkrankt, oder zählt bei diesem Rechenbeispiel auch jede Akuterkrankung ( Grippe etc. ) dazu?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.07.2007 | 15:29

Sehr geehrter Ratsuchender,

bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Ihre Nachfrage einen ganz anderen Inhalt aufweist, als Ihre eigentlichen Frage, in der es um Mobbing ging. Eine umfassende Beantwortung ist daher im Rahmen der Nachfragemöglichkeit nicht zu erbringen.

Soviel kann ich Ihnen jedoch an dieser Stelle sagen:

Eine Kündigung aufgrund lang anhaltender Krankheit wird vom BAG im Rahmen einer dreistufigen Prüfung vorgenommen. Lediglich die erste Stufe ist die Erstellung einer Gesundheitsprognose. Einen Richtwert in Prozenten gibt es daher nicht. Vielmehr findet in der zweiten Stufe ein Prüfung statt, inwieweit betriebliche Interessen beeinträchtigt. In der dritten Stufe wird dann eine Abwägung zwischen den Interessen des AG und des AN vorgenommen.

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass 20% schon eine recht hohe Beeinträchtigung betrieblicher Interessen darstellen kann. Allerdings ist der AG vor einer Kündigung verpflichtet, andere Einsatzmöglichkeiten oder eine Verringerung der Arbeitszeit zu prüfen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit einen kleinen Überblick geben. Sofern Sie eine umfassende Prüfung möchten, sollten Sie die Frage unter diesem Aspekt erneut einstellen und weitere Fakten hinzufügen oder sich direkt an einen Anwalt wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Elmar Dolscius
Kronberg

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