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Anwaltshonorar


27.11.2014 10:26 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Die Streitwertberechnung für die Anwaltsgebühren bei Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft bestimmt sich grundsätzlich (von Ausnahmen abgesehen) nach dem Erbanteil des klagenden bzw. verklagten Miterben abzüglich der unstreitigen Erbanteile und vorbehaltlich spezielle Ausnahmefälle


Wie berechnet sich das Anwaltshonorar im Falle eines Erbstreites?

Ich bin im Internet auf folgende Erläuterungen gestoßen:
1. Gegenstandswert
Die Höhe des Honorars, das beim Besuch des Rechtsanwalts anfällt, hängt u.a. vom Gegenstandswert ab. Der Gegenstandswert entspricht dem wirtschaftlichen Interesse, das mit der jeweiligen Sache verbunden ist.

2. Der Streitwert für die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft richtet sich nach dem Erbanteil des Klägers, nicht nach dem vollen Wert des Nachlasses.

Mein Sachverhalt ist folgender:
Der Anwalt den ich befragt habe möchte sein Honorar über 100% des Nachlasses berrechnen und nicht über die 25% die mir zustehen.

Meine Frage ist nun ist das richtig, dass der gesamte Nachlass zur Berechnungsgrundlage herangezogen werden kann oder dies wie ich aus den oben genannten Formulierungen sich lediglich aus dem Erbteil des Klägers berechnet?

Ist dies vor einem Zizilgericht das gleiche oder gibt es hier Unterschiede?
27.11.2014 | 11:35

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Der Einfachheit halber nehme ich die Beantwortung Ihrer letzten Frage vorweg:

Ja, dieses ist genauso vor Gericht, da sich das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz hinsichtlich der Streitwertberechnung nach dem Gerichtskostengesetz ausrichtet.

2.
Zum Streitwert an sich:

Die von Ihnen zitierten Aussagen (Sie finden sich wohl unter folgender Internetadresse
http://www.erbrecht.de/Ratsuchende/RVG - was sie dort aller Voraussicht nach gefunden haben dürften)

"1. Gegenstandswert
Die Höhe des Honorars, das beim Besuch des Rechtsanwalts anfällt, hängt u. a. vom Gegenstandswert ab. Der Gegenstandswert entspricht dem wirtschaftlichen Interesse, das mit der jeweiligen Sache verbunden ist.

2. Der Streitwert für die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft richtet sich nach dem Erbanteil des Klägers, nicht nach dem vollen Wert des Nachlasses."

sind nach meiner Prüfung richtig.

Dieses hat auch derart die Rechtsprechung entschieden.

Ganz so einfach ist es jedoch allerdings nicht in speziellen Fällen, was ausdrücklich dazu gesagt werden muss.

Maßgeblich ist zunächst die Vorschrift des § 3 ZPO (Zivilprozessordnung - was auch für den Streitwert bei den Anwaltsgebühren maßgeblich ist), die ich zitieren möchte:

§ 3 Wertfestsetzung nach freiem Ermessen

"Der Wert wird von dem Gericht nach freiem Ermessen festgesetzt; es kann eine beantragte Beweisaufnahme sowie von Amts wegen die Einnahme des Augenscheins und die Begutachtung durch Sachverständige anordnen."

Bei Streitigkeiten unter Miterben auf Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft ist zur Berechnung ebenfalls auf § 3 Halbs. 1 abzustellen. Entscheidend ist das wirtschaftliche Interesse des Klägers, welches regelmäßig (von Ausnahmen abgesehen) seinem Erbanteil entspricht, wobei unstreitige Teile in Abzug zu bringen sind (vgl. Musielak ZPO/Heinrich Kommentar zur ZPO § 3 Rn. 26 mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen - es ist die herrschende Meinung).

Das sollten Sie dem Kollegen schreiben und darauf hindeuten, dass aller Voraussicht nach nur Ihr Erbanteil als Streitwert eingestellt werden kann, abzüglich unstreitig Erbteile und der Anwalt ansonsten eine Ausnahme dazu konkret darlegen müsste.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

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