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Anwaltsgebühr


| 04.07.2011 22:22 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht



Welche Gebühren können vom jeweiligen Anwalt in folgendem Fall abgerechnet werden?
Mein 1.Anwalt bespricht mit mir die Scheidung,sichtet Vermögens-Ordner,komuniziert schriftlich mit der Gegenseite und bereitet mit mir eine Scheidungsfolgenvereinbarung vor. Es kommt jedoch nicht zur Einigung über die Vereinbarung, da er im 4er Gespräch meine Interessen gegenüber der anderen Anwältin nicht für durchsetzbar hält und sich nicht mehr ausreichend engagiert, eine schnelle Einigung anstrebt.
Ich wechsele dann den Anwalt, da ich erfahre, dass der erste seine Anwaltstätigkeit während der Woche seit kurzem in eine andere Stadt verlagert hat, was er mir nicht mitteilte. Er teilt mir auf Nachfrage mit, er hätte eine Vertretung bestellt und sei selbst nur noch per E-Mail zu erreichen.(mein Wechsel war also aus der Notwendigkeit heraus, weiter engagiert vertreten zu werden)
Ich verhandele danach selbst intensiv mit meinem Ex-Mann und es entsteht ein schlüssiger Vertragsentwurf, den der neue Anwalt nur absegnen muss und die Scheidung zu Ende führt.
(Vorher jedoch auch Ordner sichtet und Unterlagen prüft.)
Wer darf nun die Einigungsgebühr berechnen?
Wer rechnet die Verfahrensgebühr ab und darf ein Anwalt, der schon von vorbereiteten Unterlagen profitiert, trotzdem noch einmal die volle Geschäftsgebühr(1,7)und Einigungsgebühr(1,5) berechnen?
Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen aufgrund des dargelegten Sachverhalts wie folgt:

Wenn Ihr Anwalt für Sie so nicht mehr zugänglich ist und Sie deshalb den Anwalt wechseln, hätten Sie wohl einen Schadensersatzanspruch gegen ihn in Höhe der bei ihm angefallenen Kosten (sofern Sie bezahlt hatten).

Hätten Sie aus Unzufriedenheit gewechselt, müssten Sie die Geschäftsgebühr sowohl beim ersten (außer er hätte sich etwas zuschulden kommen lassen) wie beim zweiten Anwalt voll bezahlen.

Die Einigungsgebühr ist beim ersten Anwalt nicht angefallen, aber bei zweiten. Zumindest hat er durch "Absegnen" alles überprüft und die Einigung begleitet (im letzten Stadium), muss letztlich dafür auch haften, sodass die Einigungsgebühr von ihm zu Recht verdient worden ist.

Einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage hoffe ich gegeben und Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Über eine positive Bewertung würde ich mich in jedem Fall freuen.

Sofern Sie weitere Hilfestellung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 04.07.2011 | 22:54

Sehr geehrer Herr RA Zürn,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. In meiner Frage war auch die Verfahrensgebühr enthalten. Diese rechnet auch nur der 2. Anwalt ab, der das Scheidungsverfahren vor Gericht begleitet? Richtig?
Meine Nachfrage: muss ich die über die RA Kammer bestellte Vertretung aus einer anderen Kanzlei als "Ersatzanwalt"akzeptieren? Wenn ich das mündlich in Erwägung gezogen hatte, jedoch mich dann umentschieden habe, kann mir das angelastet werden, dahingehend, dass kein Schadenersatzanspruch entsteht? Dem Vertretungsanwalt hätte ich doch auch erst die Vertretung neu unterschreiben müssen und genauso bezahlen wie einen selbstgewählten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.07.2011 | 08:43

Sehr geehrter Fragesteller,

besten Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Die Verfahrensgebühr wird nur für eine gerichtliche Vertretung abgerechnet, das haben Sie richtig erkannt. Allerdings kann die Verfahrensgebühr nur zur Hälfte (grob gesagt) abgerechnet werden, wenn der Anwalt auch die Geschäftsgebühr für die außergerichtliche Vertretung verdient hat.

Bitte haben Sie Verständnis, dass auf dieser Plattform Nachfragen nur zum ursprünglichen Sachverhalt und den dort gestellten Fragen möglich sind. Für neue Fragen müssten Sie daher gem. den Regeln der Plattform eine gesonderte Anfrage stellen. Gerne könnten Sie mir dazu auch eine Direktanfrage stellen.


Ich hoffe, ich habe damit Ihre Nachfrage beantworten können und würde mich über eine gute Bewertung freuen, andernfalls müssten Sie sich einfach nochmals melden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.07.2011 | 01:02


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