Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
468.640
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anwalt will 500 € für ein Schreiben!


28.10.2014 19:15 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Maximilian A. Müller


Zusammenfassung: Die Frage beschäftigt sich mit der Berechnung einer Rechtsanwaltshonorarrechnung.


Nur für ein 10-minütiges Beratungsgespräch und ein einziges Schreiben fordert mein Anwalt 546,50 € zzgl. MwSt. Er schrieb an meinen Arbeitgeber folgendes:

"...wir zeigen die Vertretung Ihrer Mitarbeiterin Frau G aus Wuppertal an. Die auf uns lautende Vollmacht fügen wir anliegend in Kopie bei.

Frau G ist bedauerlicherweise seit geraumer Zeit, nämlich seit Anfang 2013 durchgehend arbeitsunfähig erkrankt. Es deutet sich an, dass Frau G aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit in Ihrem Hause nicht mehr wiederaufnehmen kann.

Hinweisen dürfen wir in diesem Zusammenhang noch darauf, dass unsere Mandantin als schwerbehinderter Mensch anerkannt ist mit Wirkung ab dem 03.06.2013. Den unserer Mandantin ausgestellten Schwerbehindertenausweis fügen wir anliegend in Kopie bei.

Angesichts der Tatsache, dass das Arbeitsverhältnis aller Voraussicht nach aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Vollzug gesetzt werden kann, würde unsere Mandantin das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis gerne per Aufhebungsvertrag beenden. Wir bitten daher um Mitteilung, ob auch aus Ihrer Sicht ein entsprechender Aufhebungsvertrag geschlossen werden kann. Hinsichtlich der noch zu regelnden finanziellen Dinge dürfen wir vorschlagen, dass Sie sich telefonisch mit dem Unterzeichner in Verbindung setzen."

Noch am selben Tag dieses Schreiben habe ich dem Anwalt geschrieben, er möge mir bitte die bisher angefallenen Kosten in Rechnung zu stellen und mich nicht mehr zu vertreten. Als Antwort bekam ich:

"soweit ich für meine bisherige Tätigkeit eine Gebühr mit einem Faktor von 1,3 ansetze (Regelgebühr) ergeben sich Kosten von 546,50 € zzgl. Mehrwertsteuer. Letztendlich würden bei einem Wechsel zu einem Rechtsanwalt an ihrem Wohnort diese Kosten dann doppelt anfallen."

Ist das rechtens? Für EIN EINZIGES Schreiben ohne jeglichen Abschluss / jegliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber?
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich bestimmt sich die Höhe einer Rechtsanwaltsrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Demnach ist maßgeblich zunächst der an den Rechtsanwalt erteilte Auftrag. Nach Ihren Schilderungen gehe ich davon auf, dass Sie diesen damit beauftragten, für Sie nach außen hin gegenüber dem ARbeitgeber tätig zu werden. Durch diese Tätigkeit entsprechend dem erteilten Auftrag ist eine Geschäftsgebühr entstanden. Für die Höhe der Gebühren kommt es nun darauf an, mit welchem Rahmen die Geschäftsgebühr in Ansatz gebracht wird. Der Rahmen besteht zwischen 0,5 und 2,5. Regelsatz ist hierbei 1,3. Dieser kann bei durchschnittlichen Tätigkeit angewendet werden. Grundsätzlich ist es daher nicht zu beanstanden, wenn der Rechnung eine 1,3 Geschäftsgebühr zugrundegelegt wird, auch wenn nur ein einziges SChreiben versendet wurde, da der ursprüngliche Auftrag weiter gefasst war und natürlich auch eine inhaltliche Prüfung vor der Fertigung des Schreibens notwendig war.

Weiteres Element der Rechnung ist der sogenannte Streitwert. Dieser bestimmt letztlich, worum gestritten wird. Vermutlich wurde hier der Wert des Arbeitsverhältnis in Ansatz gebracht, der nach der gesetzlichen AUsgangsposition mit 3 Monatsgehältern anzusetzen ist. Die Tabelle, aus der sich die Gebühr sodann errechnet, findet Sie beispielhaft unter: http://www.refrago.de/rechtsanwaltsgebuehrentabelle_nach_rvg-ab_01.08.2013.html

Zu den dort ausgewiesenen Gebühren (Spalte 1,3) kämen noch 20,00 € Porto-und Auslagenpauschale hinzu, zudem noch Umsatzsteuer.

Auf diesem Wege können Sie errechnen, ob die Rechnung der Höhe nach in Ordnung ist.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Rechnung des Kollegen der Höhe nach ordnungsgemäß berechnet wurde.

Denkbar wäre allenfalls, dass Sie nicht ordnungsgemäß auf die entstehenden Kosten hingewiesen wurden. Grundsätzlich soll ein Rechtsanwalt nämlich vor der TÄtigkeit auf di entstehenden Kosten hinweisen. Möglicherweise ist dies bei Ihnen nicht geschehen, so dass es einen Ansatzpunkt für eine Diskussion mit dem Kollegen gibt.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57521 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Präzise Antwort auf die Fragestellung - Danke ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Vielen Dank für die schnelle und verständliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Bewertung konnte noch nicht abschließend erfolgen da ich noch eine Zusatzfrage hatte und diese noch nicht beantwortet wurde. Freundl. Grüße ...
FRAGESTELLER