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Antrag auf Teilzeit: Änderung des Arbeitsvertrages


25.09.2017 11:05 |
Preis: 35,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Teilzeitvertrag und was es bei der Stundeneinteilung zu beachten gilt


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einen Antrag auf Teilzeit abgegeben. Meine Firma wird mir dazu eine Änderung des Arbeitsvertrags zusenden. Im Antrag steht folgendes:

- Gewünschte Stunden Pro Woche: 25 Stunden
- Verteilung (5 Std pro Woche / 5 Tage pro Woche)
- Zeitfenster von 6 - 12 Uhr --> Da Gleitzeit

Mein Chef hätte gerne, dass ich die Stunden an 3 Tagen ableiste, ich jedoch möchte das gerne über die 5 Tage verteilen. Der Änderung soll nun nach einigem hin und her zugestimmt werden. Jetzt ist die Frage, welche der 3 Infos im Dokument (Änderung des Arbeitsvertrags) nun stehen muss.

Mein Problem ist, dass wenn nur 23 Stunden pro Woche dort stehen sollte, auf was kann ich mich dann berufen, sollte mein Chef im Nachhinein sagen, dass ich das nun doch in 3 Tagen die Woche ableisten soll oder diese, anstatt wie angegeben zwischen 6-13 Uhr, nun von 12-18 Uhr ableisten soll. Ist die Änderung des Arbeitsvertrags das Rechtsgültige Dokument oder der Antrag zur Teilzeit, den ich angegeben habe? Welche Informationen des Antrags sollten in dem Dokument zur Änderung des Arbeitsvertrags stehen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.
25.09.2017 | 12:40

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit gibt der Arbeitnehmer am besten zusammen mit seinem Teilzeitwunsch an. Wer von 40 Stunden auf 20 oder 24 Stunden reduziert, hat dabei künftig nicht automatisch eine Dreitagewoche. Denn Beschäftigte können die Verteilung nicht einseitig vorgeben. Das Gesetz sieht vor, dass sie mit dem Chef eine einvernehmliche Lösung finden. Der Chef könnte etwa Einwände erheben, wenn jemand im Service arbeitet, der Arbeitgeber für seine Klienten durchgehend ansprechbares Personal benötigt und dies beim Aufteilen der Arbeitszeit auf bestimmte Wochentage nicht mehr möglich ist.
Schwierig kann es aber werden, wenn jemand beispielsweise immer nur von 9.00 bis 13.00 Uhr arbeiten will und es einen Ersatz von 13.00 bis 17.00 Uhr braucht, der nur schwer zu finden ist. Im Streitfall muss der Arbeitgeber nachweisen können, dass er keinen passenden Ersatz gefunden hat.

Wenn es also jetzt eine Einigung gibt, halten Sie diese vereinbarte Verteilung schriftlich fest, damit es später nicht doch zu einer Überraschung kommt.

Hier sollten Sie tatsächlich 5 Std. am Tag sowie 5 Tage die Woche aufnehmen.
Die 25 Stunden die Woche ergeben sich dann daraus, müssten also nicht extra aufgenommen werden. Schaden kann es jedoch nicht.
Wenn Sie weiter in Gleitzeit arbeiten wollen, dann sollten Sie diesen Hinweis mit aufnehmen. So werden dann Ihre 5 Stunden innerhalb der Zeiten 6 -12h zu erfüllen sein.

Wichtig kann auch die Auswirkung auf den Urlaubsanspruch sein.
Arbeiten Teilzeitkräfte weiter fünf Tage pro Woche, bleibt der Urlaubsanspruch gleich. Bei einer Dreitagewoche reduziert er sich entsprechend: Wer vorher 30 Urlaubstage hatte, bekommt dann nur noch drei Fünftel oder 60 Prozent, also 18 Tage. Das ergibt ebenso wie bei Vollzeitkräften sechs arbeitsfreie Wochen. Unstimmigkeiten kann es zum Beispiel aber geben, wenn ein Beschäftigter mit halber Stelle an wechselnden Tagen kommt. Wie viele Urlaubstage muss er dann opfern, wenn er 2,5 Wochen freihaben will? Und gilt ein Feiertag an einem Montag dann als Arbeitstag für ihn oder nicht? „Darüber kann man sich streiten". Einfacher ist es, wenn die Arbeitstage festgelegt sind: Wer regelmäßig montags arbeitet, bekommt auch den freien Ostermontag bezahlt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Denise Gutzeit

Nachfrage vom Fragesteller 25.09.2017 | 13:59

Vielen Dank für Ihre Antwort, jedoch ist sie noch nicht ganz beantwortet.

In meinem Antrag zur Zeitzeit waren alle Informationen angegeben. Meine Firma jedoch sendet mir jetzt eine Änderung des Vertrags zu, auf dem folgendes steht:

"Die genauen Arbeitszeiten werden mit dem Vorgesetzten vereinbart."

Auf meinem Antrag hatte ich jedoch angegeben, dass ich die Arbeitszeiten von 6-12 Uhr ableisten möchte, offiziell geht die Gleitzeit im Unternehmen jedoch von 6 - 19 Uhr.

Die Frage war nun, ob ich die Änderung des Arbeitsvertrages so unterschreiben soll, ohne dass dort meine gewünschte Arbeitszeit bzw. das Zeitfenster von 6-12 Uhr angegeben ist. Kann ich mich danach dann auf meinen Antrag auf Teilzeit berufen, dasss ich es in meinem Antrag angegeben hatte, sollte mein Chef dann auf die Idee kommen, mich z.b. Mittwochs von 12-17 Uhr arbeiten zu lassen? Oder soll ich darauf beharren, dass dieses Zeitfenster auch in der Änderung zum Arbeitsvertrag steht?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.09.2017 | 15:09

Sehr geehrter Fragesteller,

entschuldigen Sie meine unpräzise Antwort.

Ich hatte Sie so verstanden, dass der Chef Ihrem Antrag entsprechend dieser drei Regelungen die Sie aufgezeigt hatten nach einem hin und her zustimmt.

Wenn das nicht so sein sollte, dann rate ich Ihnen das mitaufnehmen zu lasse, da es ansonsten zu der Problematik kommen kann, dass Sie auch nach 12h eingesetzt werden, da Sie, wie bereits erläutert keinen direkten Anspruch auf Einseitige Bestimmung der Verteilung der Arbeitszeit haben, wie Sie es gerne hätten. Da es verschiedene Teilzeitmodelle gibt, hätten Sie ohne den entsprechenden Zusatz nicht die Sicherheit auch nur so eingesetzt zu werden wie sie es beantragt haben.

Die Verteilung der Arbeitszeit hat Ihr Arbeitgeber im Einvernehmen mit Ihnen festzulegen. Allerdings hat es für Ihren Arbeitgeber keine Konsequenz, wenn er gegen die Verhandlungspflicht verstößt.

Rechtlich gilt folgendes:

Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. .

Die Entscheidung über die Verringerung der Arbeitszeit und ihre Verteilung hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Verringerung schriftlich mitzuteilen. Haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht nach Absatz 3 Satz 1 über die Verringerung der Arbeitszeit geeinigt und hat der Arbeitgeber die Arbeitszeitverringerung nicht spätestens einen Monat vor deren gewünschtem Beginn schriftlich abgelehnt, verringert sich die Arbeitszeit in dem vom Arbeitnehmer gewünschten Umfang. Haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Verteilung der Arbeitszeit kein Einvernehmen nach Absatz 3 Satz 2 erzielt und hat der Arbeitgeber nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Arbeitszeitverringerung die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit schriftlich abgelehnt, gilt die Verteilung der Arbeitszeit entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers als festgelegt. Der Arbeitgeber kann die nach Satz 3 oder Absatz 3 Satz 2 festgelegte Verteilung der Arbeitszeit wieder ändern, wenn das betriebliche Interesse daran das Interesse des Arbeitnehmers an der Beibehaltung erheblich überwiegt und der Arbeitgeber die Änderung spätestens einen Monat vorher angekündigt hat.

Das heißt, treffen Sie keine Vereinbarung gilt das was Sie beantragt haben, nehmen Sie aber den Satz auf:

"Die genauen Arbeitszeiten werden mit dem Vorgesetzten vereinbart."

Dann liegt es wieder ganz allein im Ermessen des Arbeitgebers wann er Sie einsetzt.

Ich rate Ihnen daher die Änderung so nicht zu unterschreiben.

Leider sagen Sie nicht ab wann die Teilzeit anfangen soll.Wenn sie bereits im Oktober beginnen soll und es bisher keine Einigung hinsichtlich der Arbeitszeit gibt, aber eine Zustimmung zur Teilzeitarbeit bereits schriftlich haben, so könnten Sie auch einfach abwarten und sich dann auf Ihren Teilzeitantrag beziehen.
Sollte es jedoch irgendwann zu Problemen kommen wäre es für Sie besser, wenn es eine entsprechende schriftliche Regelung hinsichtlich der Arbeitszeit gibt. So sind die Tatsachen klar und es kann zumindest deswegen nicht zum Streit kommen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte und unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.


Mit freundlichen Grüßen


Gutzeit
Rechtsanwältin

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