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Anteil für Enkel an Haus in Erbengemeinschaft


| 02.12.2014 16:13 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Ihre Frage betrifft das Erbrecht bei mehreren Erbfällen (nach dem Großvater GV; nach einem Kind; nach der Großmutter), Erbengemeinschaften und Untererbengemeinschaften.


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Familie möchte das Erbe nach einem evtl. Ableben der betagten Grossmutter regeln. Besagte Grossmutter bewohnt ein Haus mit einem Verkehrswert von 200.000 Euro, welches seit dem Tod des Grossvaters vor 25 Jahren wie folgt im Grundbuchamt eingetragen ist:

1/2 Anteil der Immobilie Grossmutter
1/2 Anteil der Immobilie Erbengemeinschaft 4 Personen - bestehend aus der Grossmutter und ihren 3 Kindern.

Nun stirbt mit der Tochter der Grossmutter eine Person aus der Erbengemeinschaft. Diese Tochter war geschieden und hinterlässt wiederum 2 Kinder (also die Enkel der Grossmutter).

Unstrittig ist dass die Enkel den Anteil der Mutter aus der Erbengemeinschaft übernehmen.

Was aber geschieht mit den restlichen Anteilen der Grossmutter nach ihrem evtl. Ableben - würden diese ausschliesslich die 2 noch lebenden Kinder der Grossmutter erben oder haben die Kinder der verstorbenen Tochter (also die Enkel) auch einen Anspruch auf einen Erbteil bzw. Pflichtteil? Wenn ja - wie wird dieser berechnet? Und ändert sich etwas an eventuellen Ansprüchen wenn die Grossmutter ein Testament verfasst welches nur ihre beiden noch lebenden Kinder begünstigt?

Schliesslich möchte eine Person aus der Erbengemeinschaft anteilsmässig Instandhaltungskosten auf das Erbe anrechnen, welche sich rückwirkend für 25 Jahre auf 100.000 Euro belaufen. Ist das rechtens und/oder existiert für solche Kosten eine "Verjährungsfrist"?

Vielen Dank fuer Ihre Hilfe.
02.12.2014 | 18:03

Antwort

von


147 Bewertungen
Horazweg 4
69469 Weinheim

Tel: 06201494244
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Web: www.lautenschlaeger.de
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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich im hiesigen Format (www.frag-einen-anwalt.de) wie folgt beantworten:


Ihre Frage betrifft das Erbrecht bei mehreren Erbfällen (nach dem Großvater GV; nach einem Kind; nach der Großmutter), Erbengemeinschaften und Untererbengemeinschaften.


Das Erbe nach der Großmutter (GM) richtet sich nach deren Testament oder sonstiger letztwilliger Verfügung, bzw. nach der gesetzlichen Erbfolge.

Nach § 1924 BGB gilt eine Erbfolge nach Stämmen (auszugsweise):
(1) Gesetzliche Erben der ersten Ordnung sind die Abkömmlinge des Erblassers. (2) Ein zur Zeit des Erbfalls lebender Abkömmling schließt die durch ihn mit dem Erblasser verwandten Abkömmlinge von der Erbfolge aus. (3) An die Stelle eines zur Zeit des Erbfalls nicht mehr lebenden Abkömmlings treten die durch ihn mit dem Erblasser verwandten Abkömmlinge (Erbfolge nach Stämmen). (4) Kinder erben zu gleichen Teilen.

Die 3 Kinder der GM erben zu je 1/3. Die Enkel nach dem vorverstorbenen Kind zu je 1/6.

Das Pflichtteilsrecht nach der GM ergibt sich aus §§ 2303ff BGB - jede Pflichtteilsberechtigte Person erhält einen Zahlungsanspruch gegen die Erben in Höhe des halben gesetzlichen Anteils.

Fragen der Verwaltung der Erbengemeinschaft bzw. Untererbengemeinschaft richten sich insbesondere nach § 2038 BGB wonach gilt : (1) Die Verwaltung des Nachlasses steht den Erben gemeinschaftlich zu. Jeder Miterbe ist den anderen gegenüber verpflichtet, zu Maßregeln mitzuwirken, die zur ordnungsmäßigen Verwaltung erforderlich sind; die zur Erhaltung notwendigen Maßregeln kann jeder Miterbe ohne Mitwirkung der anderen treffen. (2) Die Vorschriften der §§ 743, 745, 746, 748 finden Anwendung. Die Teilung der Früchte erfolgt erst bei der Auseinandersetzung. Ist die Auseinandersetzung auf längere Zeit als ein Jahr ausgeschlossen, so kann jeder Miterbe am Schluss jedes Jahres die Teilung des Reinertrags verlangen.

Nach § 748 BGB gilt :Jeder Teilhaber ist den anderen Teilhabern gegenüber verpflichtet, die Lasten des gemeinschaftlichen Gegenstands sowie die Kosten der Erhaltung, der Verwaltung und einer gemeinschaftlichen Benutzung nach dem Verhältnis seines Anteils zu tragen.

Auch den ersten Blick wäre zu bezweifeln, dass es sich bei der rückwirkenden Geltendmachung von Instandhaltungskosten um eine ordnungsgemäße (Not-)Verwaltung handelte.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Gerne weise ich Sie darauf hin, dass Sie die kostenlose Nachfragefunktion nutzen können. Bitte beachten Sie, dass einer Erstberatung hier nicht eine umfassende Rechtsberatung ersetzen kann.


Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 04.12.2014 | 11:16

Sehr geehrter Herr Lautenschläger,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort im Rahmen einer Erstberatung, allerdings bin ich mir noch nicht sicher ob ich alle Punkte richtig verstanden habe - vielleicht kann ich den Sachverhalt noch einmal zusammenfassen mit der Bitte um Bestätigung oder ggf. Korrektur.

Durch den Tod eines Kindes der Grossmutter (GM) treten die Kinder dieses vorverstorbenen Kindes (also die Enkel der GM) an dessen Stelle.

Nach gesetzlicher Erbfolge erben die 2 noch lebenden Kinder der GM je 1/3; die 2 Enkel nach dem vorverstorbenen Kind zu je 1/6.

Sollte die GM in einem Testament verfügen dass nur die 2 noch lebenden Kinder erben, erhalten die 2 Enkel als pflichtteilsberechtigte Personen einen Zahlungsanspruch gegen die Erben in Höhe des halben gesetzlichen Anteils - somit erben die 2 Enkel nach dem vorverstorbenen Kind zu je 1/12.

Mir erschliesst sich noch nicht ob es eine Rechtsgrundlage gibt, auf das Erbe Instandhaltungskosten für ein Haus anzurechnen (rückwirkend 25 Jahre) und/oder ob besagte Kosten nach einer gewissen Zeit "verjähren" oder "abgeschrieben" werden.

Vielen Dank für Ihre Hilfe und freundliche Grüße.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2014 | 07:52

Sehr geehrter Fragensteller,
sehr geehrte Fragenstellerin,


in Sachen Instandhaltungskosten für die Immobilie wäre zu prüfen, wer diese eigentlich zu tragen gehabt hätte. Überwiegend wohl GM.

Es stellt sich die komplizierte Frage ob, und wenn ja welche Ansprüchen gegen GM von deren Erben noch zu erfüllen wären (z.B. unbezahlte Rechnungen aus Dienst- oder Werkvertrag), und was hier ggf. noch gegenzurechnen wäre.

In der Praxis herrscht oft Streit wie diese Arbeiten zu bewerten sind. Ein Teil davon könnte aus Gefälligkeit gegenüber der GM erfolgt sein. Es wären Gesichtspunkte der Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA) zu prüfen uvm.

Hier stellen sich auch Fragen der Verjährung und Verwirkung, und insbesondere auch des Beweisrechts (wer muss was beweisen?).

Ich hoffe die Erstberatung hat, auf Basis der vorliegenden Informationen, aufgezeigt wo die juristischen Knackpunkte des Falles sind.


Mit freundlichen Grüßen

RA P. Lautenschläger



Bewertung des Fragestellers 08.12.2014 | 21:30


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"Für meinen Einsatz hätte ich eine konkretere und verständlichere Antwort (auch und gerade im Rahmen einer Erstberatung) erwartet. Auf meine Fragen wurde ungenau bzw. selbst nach meiner Nachfrage (Verjährung Instandhaltungskosten) überhaupt nicht eingegangen."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 08.12.2014
2,6/5.0

Für meinen Einsatz hätte ich eine konkretere und verständlichere Antwort (auch und gerade im Rahmen einer Erstberatung) erwartet. Auf meine Fragen wurde ungenau bzw. selbst nach meiner Nachfrage (Verjährung Instandhaltungskosten) überhaupt nicht eingegangen.


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