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Anspruch auf Zahlung ?


03.09.2004 17:06 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Hallo,

einer unserer Kunden bestellte vor gut einem Monat beglaubigte Übersetzungen von Polnischen Dokumenten zur Eheschließung. Dies wurde von ihm schriftlich bestätigt.
In der Auftragsbestätigung bat er um Nennung eines genauen Preises für die Übersetzung. Ich habe ihm den Preis pro zu übersetzender Normzeile genannt. Damit war er nicht zufrieden und verlangte einen Komplettpreis. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass man keinen genauen Komplettpreis nennen kann, weil der Ausgangstext nie identisch ist mt dem Zieltext. Aufgrund weiteren Drängens habe ich den Umfang der Übersetzung auf 230,00 Euro geschätzt. Nachdem der Auftrag fertiggestellt war, habe ich bei Auszählung des Textes festgestellt, dass der Preis etwas mehr als 250 Euro betrug. Da es sich um Dokumente zur Eheschließung handelte, habe ich dem Kunden, quasi als Hochzeitsgeschenk, andererseits aber auch um nicht zu weit über meiner Schätzung zu liegen, einen Rabatt von 6 % eingeräumt. Der Preis lag damit bei 236,60 Euro.
Ca. vier Wochen nach Erhalt der Rechnung, auf meine erste Mahnung hin meldet sich der Kunde und behauptet: " Sie haben mich angerufen und mir gesagt, dass die Übersetzung nicht rechtzeitg fertig ist, daher haben Sie mir gesagt, dass der Gesamtbetrag der Rechnung kaum 150 Euro übersteigt. Beim ersten Telefonat hatte ich ihm angeblich gesagt, dass die Übersetzung ca. 200 Euro kosten wird. Was aber nicht stimmt.
Er weigert sich jetzt den Betrag von 236,60 Euro zu zahlen und erwartet eine Reduzierung der Rechnung, wie hoch ist expressis verbis nicht gesagt.
Vorschlag zur Güte oder auf Begleichung der Rechnung bestehen ?
Bestehen Sie auf der Begleichung der Rechnung. Sie haben einen Kostenvoranschlag in Höhe von 230,- € abgegeben, in dessen Toleranzrahmen Sie sich noch mit dem Rechnungsbetrag von 236,60 € bewegen. Der Kunde ist daher zur Zahlung dieser Rechnung verpflichtet.

Selbst wenn Sie ihm vor diesem Kostenvoranschlag zunächst andere, geringere Preise genannt hätten (wofür Ihr Kunde beweispflichtig wäre), hat sich Ihr Kunde gleichwohl dann auf Ihren Kostenvoranschlag von 230,- € eingelassen, so daß dieser nunmehr zugrunde zu legen ist.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt
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