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Anspruch Erbteil


31.12.2014 12:14 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab



Ich habe einen Pflichtteilanspruch gegenüber einem Alleinerben.
Auf den erlassenen Mahnbescheid wurde Widerspruch ohne Begründung eingelegt. Wie stelle ich nun den Antrag auf ein streitiges Verfahren am für den Pflichtteilsverpflichtigten zuständigen Gericht?
Wenn ich einen örtlichen Anwalt als Rechtsbeistand bestelle und dieser wegen dem Verhandlungsgericht ca 400 km von mir entfernt ein Korrespondenzanwalt in Anspruch nehmen muss oder will werden welche zusätzlichen Anwaltskosten entstehen?
Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Mit der Information bezüglich des Widerspruchs erhalten Sie eine (weitere) Gerichtskostenrechnung. Den in der Gerichtskostenrechnung ausgewiesenen Betrag müssen Sie überweisen. Das Mahngericht gibt das Verfahren sodann an das Prozessgericht ab. Vom zuständigen Prozessgericht erhalten Sie nach einiger Zeit ein Schreiben mit der Aufforderung, Ihren Anspruch innerhalb einer Frist von zwei Wochen zu begründen. Sodann haben Sie auch das Aktenzeichen des zuständigen Prozessgerichts.


2.

Die Anspruchsbegründung und der Antrag erfolgen in der Weise, wie bei einer Klageschrift. Es dürfte deshalb anzuraten sein, einen Rechtsanwalt mit der Fertigung der Klagebegründung zu beauftragen.


3.

Wenn das zuständige Gericht von Ihrem Wohnort etwa 400 km entfernt ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Wahrnehmung des Verhandlungstermins.

Wenn die Angelegenheit kompliziert und auch bezüglich des Streitwerts recht hoch angesiedelt ist, hat der von Ihnen beauftragte Anwalt vor Ort durchaus die Möglichkeit, den Termin persönlich wahrzunehmen, wobei Sie ihm natürlich die Fahrtkosten erstatten müssten.

Handelt es sich dagegen um eine Sache mit geringem Streitwert, ist eine Anreise von 400 km nicht angebracht. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, dass der von Ihnen vor Ort beauftragte Rechtsanwalt einen Terminsvertreter auszuwählt. Der Anwalt vor Ort ist dann der so genannte Korrespondenzanwalt oder Verkehrsanwalt, also der Rechtsanwalt, der für Sie den Schriftverkehr führt, während der Terminsvertreter der Prozessbevollmächtigte ist. In diesem Fall erhält der Korrespondenzanwalt eine 1,0 Verfahrensgebühr, während der Prozessbevollmächtigte, also der Rechtsanwalt der den Gerichtstermin wahrnimmt, eine 1,3 Verfahrensgebühr und eine 1,2 Terminsgebühr erhält. D.h., bei dieser Konstellation kommt eine 1,0 Gebühr hinzu. Wie hoch diese Gebühr ist, bestimmt sich nach dem Gegenstandswert. Ohne Kenntnis des Gegenstandswerts lässt sich die Höhe der zusätzlichen 1,0 Gebühr, selbstverständlich zuzüglich Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer, nicht ermitteln.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt
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