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Anklageschrift 3 Fälle Betrug erhalten


13.12.2008 18:43 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Habe einen Anklageschrift erhalten wegen 3 Fälle Betrug.

1)Einen Bestellung getätigt bei einen Versandhaus und nur 2 Raten gezahlt (Jahr 2004, Wert ungefähr 1900 Euro).

2)Paket angenommen für alte Bewoner in unser Mehrfamilienhaus, werde davon verdacht die Bestellung auf Name meine Vormieter getätigt zu haben und Paket angenommen habe. (2007 Wert ungefähr 1500 Euro)

3) Unter falsche Name und nach abgabe der EV Ware bestellt (2007 Wert 250 Euro)

Bin schon mal für eine Betrugsache verurteilt (30 Tagessätze a 30 Euro) verurteilt.
Dabei verurteilt für Sachbeschädigung im Jahr 2008 (Geldstrafe 400 Euro)

1)Denke ich brauch einen Anwalt aber habe mich grade Selbständig gemacht und habe ein niedriges Einkommen und kann das nur im Raten zahlen. Ist da eine Möglichkeit das ich Prozeskostenhilfe bekommen kann?

2)Was erwartet mich für eine Strafe? Habe Angst das ich im Knast muss und deswegen alles verliere!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

1.) Ihre Einschätzung, dass die Beauftragung eines Anwalts sinnvoll ist, kann ich nur bestätigen. Besonders auch im Hinblick auf Ihre jetzige Selbständigkeit. Sollten Sie ein Gewerbe angemeldet haben (Gewerbeschein), dann besteht bei einer Verurteilung die Möglichkeit, dass Ihnen dieser wegen Zweifel an Ihrer Zuverlässigkeit entzogen wird.

Die Kosten eines Anwalts werden sich für die 1. Instanz auf 500 - 1000 Euro belaufen, der genaue Betrag ist abhängig vom Aktenumfang (Anzahl der zufertigenden Kopien) und der Anzahl der Tage, die der Anwalt vor Gericht erscheinen muss.

Im Strafrecht gibt es bei der Verteidigung nicht die Möglichkeit von Prozeßkostenhilfe. Stattdessen kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Pflichtverteidiger beigeordnet werden. Die Voraussetzungen liegen bei Ihnen allerdings nicht vor.

Sie können aber mit Ihrem Anwalt eine Ratenzahlungsvereinbarung treffen, wenn Sie den gesamten Betrag nicht auf einmal zahlen können. Normalerweise ist dies auch unkompliziert machbar.
In Ihrem Fall kommt jedoch der Tatvorwurf ins Spiel. Bei Betrugsvorwürfen verlangen die meisten Verteidiger Vorauskasse der wahrscheinlich anfallenden Kosten (Eingang spätestens am Tag vor der Hauptverhandlung), da wir hier bereits häufig selbst vom Mandanten "betrogen" wurden.

2.) Betrug, § 263 StGB (http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__263.html) wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahren bestraft.

In Ihrem Fall ist mit einer höheren Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe im unteren Bereich (unter 1 Jahr) auf Bewährung zu rechnen. Eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung (=Knast) sehe ich nach Ihrer Schilderung nicht.

Sie schreiben nicht, wann die Verurteilung in der anderen Betrugssache bzw. das Datum der damaligen Tat war. Dies ist bei der Strafzumessung von Bedeutung. Sollte die Verurteilung zeitlich vor den jetzt vorgeworfenen Taten gewesen sein, dann ist dieses zu Ihren Lasten zu berücksichtigen, da Sie sich dann die Warnfunktion des ersten Urteils nicht zu Herzen genommen hatten.

3. Zumindest die Verurteilung wegen Sachbeschädigung ist gesamtstrafenfähig. Wenn Sie die Strafe noch nicht vollständig gezahlt haben, dann ist dies unproblematisch möglich. Sollten sie alles bereits gezahlt haben, dann ist ein sog. Härteausgleich vorzunehmen. Gesamtstrafe bedeutet, dass für jede Tat zunächst eine Einzelstrafe festgesetzt wird und dann eine Gesamtstrafe gefunden wird, die über der höchsten Einzelstrafe aber unter der Summe aller Einzelstrafen liegen muss.
Dies kann der von Ihnen beauftragte Anwalt Ihnen nochmals genau erklären, da es auf die genauen Daten der Taten und der Urteile ankommt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Zipperer
RAin / FAinStrafR / FAinVerkehrsR
www.ra-zipperer.de

Nachfrage vom Fragesteller 13.12.2008 | 19:30

Herzlichen Dank für Ihren Antwort!

Der andere Betrugssache war in 2004.
Der Geldstrafe für Sachbeschädigung würde bereits komplett gezahlt.

Kurze Frage, kann ich auch einen Anwalt beauftragen Akteneinsicht zu bekommen? Damit ich weiss was der SA genau gegen mir an Beweisen hat und mich wenn ich das Geld nicht vollständig zusammen bekommen kann (für Anwalt) mich wenigstens selber vorbereiten kann auf her HV?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.12.2008 | 20:12

Sehr geehrte Fragestellerin,

1.) selbstverständlich können Sie einen Anwalt zunächst auch nur mit einer Beratung und mit der Akteneinsicht beauftragen. Die Beratungsgebühr können Sie mit dem Anwalt dann auch aushandeln, da es hier keine festen Gebühren gibt. Sie können von diesem auch eine Kopie der Akte erhalten - die Sie aber keinem Dritten (es sei dem einem anderen Anwalt) weitergeben dürfen. Vorsorglich weise ich darauf hin, dass eine spätere Entsorgung im Altpapier nicht sinnvoll ist. Geben Sie die Aktenkopie dann lieber dem Anwalt zur Vernichtung zurück.

2.) Hinsichtlich des jetzigen Vorwurfs unter Nr.1 Ihrer Anfrage kommt es bei der Strafzumessung entscheidend darauf an, ob die Tat vor oder nach dem Urteil war. Das Gericht wird es Ihnen sehr zum Nachteil anrechnen, falls Sie kurz nach der ersten Verurteilung wieder eine Straftat begangen haben. Hinsichtlich der anderen Taten liegt ein relativ großer Zeitraum zwischen Urteil und Taten, so daß hier keine wesentlichen Nachteile für Sie aus der Vorverurteilung zu berücksichtigen wären.


Mit freundlichen Grüßen

Elke Zipperer
RAin / FAinStrafR / FAinVerkehrsR
www.ra-zipperer.de

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