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Angestellt in der Scheiz, Selbstständig in Deutschland


14.12.2015 14:47 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei die aktuelle Planung:

Mitte nächsten Jahres plane ich für ein Unternehmen in der Schweiz zu arbeiten (Kanton ist nicht im Grenzgebiet Deutschland). Ich würde zu Beginn 50% bis 60% meiner Arbeitszeit investieren (Angestelltenverhältnis) und wäre somit ca. jede zweite Woche in der Schweiz (kein Grenzgänger sondern mit Wohnsitz und Aufenthaltsgenehmigung).

Parallel möchte ich in Deutschland ein Unternehmen gründen. Hier wäre ich Gesellschafter und Geschäftsführer zugleich. Dieses Unternehmen bietet hauptsächlich Ingenieurstätigkeiten an und befindet sich an meinem Wohnsitz in Deutschland (im eigenen Haus). Hier halte ich mich somit ca. 40-50% meiner Zeit auf.

(Somit 1x Wohnsitz in der Schweiz, 1x Wohnsitz in Deutschland)

Ich gehe davon aus, dass die Einkünfte aus dem Angestelltenverhälnis in der Schweiz (zumindest in den ersten Jahren) die Einkünfte aus dem eigenen Unternehmen übersteigen.

Anbei meine Fragen:

Die Doppelbeschäftigung wäre für mich nur dann interessant, wenn das Einkommen aus der Schweiz in der Schweiz versteuert und das deutsche Einkommen in Deutschland versteuert würden. (Nicht das Schweizer Einkommen ebenfalls in Deutschland). Ist dies so umsetzbar?

Ist es richtig, dass ich das Einkommen aus der Schweiz an das deutsche Finanzamt bei der Lohnsteuererklärung angeben muss. Dient es somit als Bemessungsgrundlage bzgl. der Höhe der Lohnsteuer in Deutschland?

Sind die Einkommen aus Deutschland auch in der Schweiz anzugeben und haben somit Auswirkungen auf deren Steuersatz?

Als Deutscher mit Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz unterliege ich meines Wissens nach der schweizer Versicherungspflicht (ist das in dieser Konstellation der Fall?).

Unterliegt das deutsche Einkommen dennoch der Sozialversicherungspflicht? Wenn nicht, kann ich mich in Deutschland dennoch kranken- und gegen Arbeitslosigkeit versichern?

Ich freue mich von Ihnen zu hören.







Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da der von Ihnen angestrebte Sachverhalt noch gestaltbar ist, weil er in der Zukunft liegt, kann ich Ihnen hier nur Gestaltungshinweise liefern, da die konkrete Besteuerung und Sozialversicherungspflicht von den dann eintretenden tatsächlichen Gebenheiten abhängen wird.

Steuerlich ist zuerst zu berücksichtigen, dass Sie nur einen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt haben können und nicht zwei. Schon hier müssten Sie also insgesamt durch Gestaltung der Aufenthaltszeit Strukturen schaffen, die Ihrem Ziel entspricht.

Sofern Sie also in Deutschland Ihren Wohnsitz unterhalten, so sehe ich hinsichtlich der Einkünfte aus der Schweiz den Art. 15 Abs. 1 des DBA Deutschland/Schweiz anwendbar, sofern hier nicht Art. 15 Abs. 4 greift. Insofern wäre also Ihr Einkommen aus der Schweiz in der Schweiz zu versteuern.

Bei der Ermittlung des Steuersatzes in Deutschlandes würden diese Einkünfte dann jedoch wieder herangezogen. Daher ist es richtig, dass Sie Ihr Schweizer Einkommen wieder in Deutschland beim Finanzamt angeben müssen.

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen in Deutschland selbständig sind, so sind Sie grundsätzlich nicht sozialversicherungspflichtig in Deutschland.
Ob Sie sich trotz der Sozialversicherungspflicht in Deutschland freiwillig der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung unterwerfen können, müssten Sie beim entsprechenden Träger erfragen, grundsätzlich gibt es gerade keine doppelte Sozialversicherungspflicht, daher gibt es wie für das Steuerrecht auch Kollisionsabkommen, die in Ihrem Fall jedoch aufgrund der Angestellteneigenschaft NUR in der Schweiz eigentlich nicht einschlägig sind, so dass Sie auch nur in der Schweiz der entsprechenden Pflicht unterfallen. Die deutsche Rentenversicherung bietet eine solche freiwillige Versicherung an, in der Arbeitslosenversicherung gibt es eine solche Möglichkeit grundsätzlich auch, diese ist aber - so ist mir von meinen Mandanten bekannt - wirtschaftlich eher unattraktiv. Konkrete Angebote müssten Sie insofern von den entsprechenden Trägern erfragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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