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Angemessene Höhe des Kostenvoranschlags


09.11.2008 23:43 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Guten Tag,
zu folgendem Problem suche ich eine erste juristische Einschätzung.
Ich habe mit einem Mietwagen (genauer: Ein Fahrezeug einer Carsharingorganisation in der ich Mitglied bin) beim Rückwärtsparken einen Schaden am Fahrzeug verursacht. Meine Schuldfrage will ich dabei gar nicht abstreiten. Am Fahrzeug entstand ein Lackschaden an der Kunstoffstoßstange. Evtl. war sie auch leicht eingebeult, dies ließ sich mit bloßem Auge aber nicht richtig erkennen. Das Auto ist etwa 2 Jahre alt. Die Polizei hat den Unfall nicht aufgenommen.

Das Unternehmen schickte mir einen Kostenvoranschlag (KV) von über 600 € , der den Austausch der gesamten Stoßstange zuzüglich Lackierung beinhaltete. Meine Kaskoversicherung hat einen Selbstbehalt von 750 €, so dass ich den Schaden vollständig selbst übernehmen müsste.
Da mir der Umfang der Reparaturen übertrieben vorkam und ich vermutete, dass am Ende nur der Lack erneuert würde, habe ich die eigentlich Rechnung erbeten. Die Rechnung, von der selben Werkstatt, die auch den KV erstellt hat, wurde mir auch übersandt. Sie belief sich allerdings auf über 1000 €, da noch weitere Schäden, die nicht von mir stammten, behoben wurden. Welche Positionen auf meinen Unfall zurückzuführen sind, ist aus der Rechnung, zumindest für einen Laien, nicht ersichtlich. Bezahlen soll ich natürlich nur den Betrag aus dem KV. Allerdings enthält die Rechnung nur Positionen mit Arbeitslohn für den Aus- und Einbau verschiedener Teile sowie für Lackierungsarbeiten. Die Stoßstange wurde also offenbar nicht ausgetauscht sondern nur neu lackiert.
Mir ist bekannt, dass der Geschädigte den Anspruch hat, so gestellt zu werden, als wäre der Unfall nicht passiert. Ich habe das Auto nach der Reparatur gesehen. Vom Schaden ist nichts mehr zu erkennen. Dies Ziel wurde scheinbar durch lackieren erreicht.

Meine Fragen:
- Da der Schaden durch lackieren offenbar vollständig behoben wurde scheint mir die Behauptung, die Stoßstange müsste ausgetauscht werden übertrieben. Kann ich diese Forderung aus dem Kostenvoranschlag anfechten? Kann hier eine Wertverbesserung vorliegen oder greift evtl. die Schadensminderungspflicht?
- Die angesetzten Kosten weichen in Kostenvoranschlag und Rechnung z.T. erheblich von einander ab. So wurden im KV Stundensätze von 92 €, in der Rechnung von 52 € (gleiche Werkstatt!) berechnet. Ist dies zulässig?
- Kann es, angesichts der relativ geringen Schadenshöhe, ratsam sein, den Schaden durch einen eigene Gutachter untersuchen zu lassen?

Vielen Dank für alle fundierten Antworten!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

für ihre Anfrage möchte ich Ihnen danken und diese unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes summarisch wie folgt beantworten:

Grundsätzlich kann die geschädigte Carsharingorganisation von Ihnen entweder den Schaden auf Gutachterbasis (jedoch ohne MwSt.) oder auf Grundlage eines tatsächlich erfolgten Reparatur (mit MwSt.) abrechnen. Dabei hat der Geschädigte grundsätzlich die Schadensminderungspflicht (der Schaden muss möglichst gering gehalten werden) zu beachten. Des Weiteren sind erfolgte Wertverbesserungen entsprechend zu Lasten des Geschädigten anzusetzen.

In Ihrem Fall hat die Geschädigte nach Ihrer Schilderung auf Basis eines Kostenvoranschlages abgerechnet. Dieser Kostenvoranschlag allein reicht für die Feststellung des Schadens nicht aus, jedoch kann in dem Kostenvoranschlag durchaus ein Sachverständigengutachter zu sehen sein, wenn dieser durch einen Sachverständigen auf Basis der entsprechenden Grundsätze erstellt worden ist. Ob in Ihrem Fall der vorliegende Kostenvoranschlag aufgrund eines ggf. nicht notwendigen Austausches der Stoßstange falsch ist, kann von mir nicht beurteilt werden. Aufgrund meiner Erfahrung halte ich eine Schadenshöhe von 500 Euro jedoch nicht für außergewöhnlich hoch für den festgestellten Schaden.

Die von Ihnen mit Verwunderung wahrgenommenen Stundensätze lässt jedoch leichte Zweifel an der Richtigkeit des Kostenvoranschlages aufkommen, da grundsätzlich ein Kostenvoranschlag als Angebot für eine später geplante Reparatur anzusehen ist und daher die Stundensätze grundsätzlich identisch sein müssten. Sollte der Kostenvoranschlag jedoch von einem Sachverständigengutachter erstellt worden sein, so kann es aufgrund der oben bereits genannten entsprechenden Grundsätze durchaus zu Unterschieden in den Stundensätzen kommen, da der Gutachter für die Schadensberechnung grundsätzlich die allgemein üblichen Stundensätze ansetzen muss und die Werkstatt diese Stundensätze frei ansetzen kann.

Aufgrund der geringen Schadenshöhe rate ich Ihnen von einem weiteren Gutachten ab, da die zu erwartenden Gutachterkosten zumeist im Verhältnis zum festgestellten Schaden unangemessen hoch sein dürften. Zudem müssten Sie – sollten Sie falsch liegen – die Gutachterkosten selber tragen. Vielmehr würde ich Ihnen raten, mit der geschädigten Carsharingfirma Kontakt aufzunehmen und mit denen die Ihnen aufgefallen Widersprüche zu besprechen. Sollte deren Reaktion bzw. Antworten für Sie nicht nachvollziehbar sein, so steht Ihnen dann immer noch der Weg offen, einen eigenen Gutachter einzuschalten. Vor der Begutachtung durch einen Gutachter sollten Sie diesen jedoch nach der zu erwartenden Höhe seiner Rechnung fragen. Nach meiner Erfahrung ist in Ihrem Fall mit Gutachterkosten zwischen 150 und 200 Euro zu rechnen.

Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung der Frage weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen für die Klärung der Angelegenheit viel Glück.

Gern können Sie die Nachfragefunktion nutzen.

Abschließend weise ich daraufhin, dass das Weglassen oder Hinzufügen von Details die rechtliche Beurteilung der Angelegenheit verändern kann.

Mit freundlichen Grüßen


Christoph Lattreuter
- Rechtsanwalt -


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