Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
476.770
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Angebotspreis inklusive Lieferkosten


| 10.11.2008 18:24 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht



Wir möchten Privatkunden ein Produkt zu einem stark reduzierten Preis anbieten. Das Angebot wird lauten:

"Produkt XY für 2.100 € statt 2.900 €*

*zzgl. Kosten für Lieferung und Installation i.H.v. 220 €. Angebot gilt solange der Vorrat reicht."

Nun meine Frage: Ist es rechtmäßig, den Preis für Lieferung und Installation nur in der Fußnote zu nennen oder muss der Angebotspreis bereits diese Kosten enthalten (d.h. "... für 2.320 € statt 3.120€*" ).

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe davon aus, dass Sie Ihre Produkte gewerbs- oder geschäftsmäßig anbieten. Das hat dann zur Folge, dass Sie Ihre Preise entsprechend den Vorschriften der so genannten "Preisangabenverordnung" angeben müssen. Die Preisangabenverordnung (PAngV) finden Sie im Internet auf der Seite "gesetze im internet" (einfach googlen). Alle anderen hier zitierten Gesetze übrigens auch.

Nach § 1 Abs. 2 PAngV sind Sie verpflichtet anzugeben, dass die für Waren oder Leistungen geforderten Preise die Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile enthalten und ob zusätzlich Liefer- und Versandkosten anfallen.

Da Sie bereits angeben können, wie hoch die (notwendigen) Liefer- und Montagekosten sind, müssen Sie auch die Höhe dieser Liefer- und Versandkosten angeben. Aber das haben Sie ja auch vor.

Sie müssen in Ihrem Angebot aber noch nicht die Summe aus Waren- und Lieferkosten angeben. Es ist zunächst ausreichend, die Lieferkosten in Ihrer Werbung eindeutig dem Warenpreis zuzuordnen (Ihre Idee des Sternchentextes ist insoweit ausreichend) und sie leicht erkennbar und deutlich lesbar oder sonst gut wahrnehmbar zu machen. Dieser letzte Punkt bedeutet natürlich vor allem, dass der Sternchentext nicht in Schriftgröße 8 in hellgrau auf weiß angebracht sein darf. Der durchschnittliche Betrachter Ihres Angebots sollte ohne Mühe in der Lage sein, die Höhe der Liefer- und Montagekosten zu erkennen. Sorgen Sie also für eine ausreichende Schriftgröße und guten Kontrast!

Selbstverständlich ist es vor Abschluss der Bestellung dann notwendig, dem Kunden den Endpreis in hervorgehobener Weise mitzuteilen. Mit anderen Worten: In Ihrer Werbung muss der Endpreis (inkl. Lieferkosten) noch nicht ausgerechnet sein, wenn der Kunde aber bestellen möchte, muss ihm der Endpreis HERVORGEHOBEN mitgeteilt werden, bevor er eine vertragliche Verpflichtung eingeht (für Fernabsatzverträge geregelt in § 312c BGB iVm § 1 Abs. 1 Nr. 7 BGB-InfoV).

Und denken Sie daran, dass Sie in Ihr Angebot auch die Angabe aufnehmen, dass bzw. ob die Preise die Umsatzsteuer bereits enthalten! Eine mögliche Formulierung wäre:

"Produkt XY für 2.100 € statt 2.900 €*

*Endpreis inkl. Mehrwertsteuer zzgl. Kosten für Lieferung und Installation i.H.v. 220 €. Angebot gilt solange der Vorrat reicht."

Etwas anders müsste die Formulierung ausfallen, wenn Sie zB von der Kleinunternehmerregelung betroffen sind und keine MwSt. ausweisen oder (das weiß ich aber nicht, wie das bei Ihnen ist) wenn zB die Montagekosten bei gleichzeitiger Bestellung mehrerer gleichartiger Produkte mehrfach oder jedenfalls erhöht anfallen. Nutzen Sie in einem dieser Fälle bitte die kostenlose Nachfragefunktion!

Was passiert bei einem Verstoß gegen die Vorschriften der PAngV? Der Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld bestraft werden. Außerdem ist es eine wettbewerbswidrige Handlung und kann abgemahnt werden.

Apropos Abmahnung: Es ist übrigens auch wettbewerbswidrig, mit der Herabsetzung eines Preises zu werben, sofern der Preis nur für eine unangemessen kurze Zeit gefordert worden ist (§ 5 Abs. 4 UWG). Aber ich gehe natürlich davon aus, dass der Preis von EUR 2.900 für Ihr Produkt tatsächlich verlangt wurde und jetzt eine echte Preissenkung beabsichtigt ist.

Wie gesagt, sollten meine Annahmen über die Gewerblichkeit Ihres Handelns, Ihre Teilnahme am Umsatzsteuerverfahren oder Ihre Preispolitik in Bezug auf die Liefer- und Montagekosten bei Betellung mehrerer Produkten fehlgehen, dann fragen Sie bitte nach. Wir finden dann schon die richtige Formulierung für Sie!

Ansonsten hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und wünsche Ihnen für Ihre weitere Geschäftstätigkeit alles Gute. Übrigens: Leider denkt nicht jeder Unternehmer vor neuen Angeboten so gründlich wie Sie über die Folgen seines geschäftlichen Handelns nach. Respekt also für Ihre professionelle Herangehensweise!

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Heinrichs
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 12.11.2008 | 09:14


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Alles bestens, sehr umfassende und klare Antwort. Da bleiben keine Wünsche offen. Vielen Dank!!"
FRAGESTELLER 12.11.2008 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59316 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnell, kurz und treffend beantwortet. ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Mir ist alles gesagt worden was mir wichtig war und ich bin jetzt auf der sicheren Seite. ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Alles Gut kann ich nur Empfehlen ...
FRAGESTELLER