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Angeblicher Betrug beim Tanken


27.10.2004 15:42 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Tag,

mir ist kürzlich Folgendes passiert. Ich kam an eine Tankstelle und stellte meinen Wagen vor einer Zapfsäule ab. Ich nahm den Schlauch und führte ihn in meinen Tank. Dabei bemerkte ich, dass noch ein ungelöschter Betrag auf der Anzeige stand. Von meiner Position aus konnte ich sehen, dass niemand mehr an der Kasse stand oder auf dem Weg zur Kasse war. Ich dachte, die Zapfsäule sei vielleicht defekt. Ich stieg wieder in meinen Wagen und fuhr rückwärts zu einer anderen Zapfsäule, wo ich dann tankte.

Ich ging dann zum Bezahlen an die Kasse, wo der Kassierer zu mir sagte, ich hätte doch an der Säule getankt, an der ich zuerst stand, wo noch ein Betrag offen war. Ich schilderte dem Kassierer die Situation aus meiner Sicht. Der Pächter der Tankstelle kam noch hinzu. Ich sagte, dass ich gerne vor Ort bleiben würde und mir gerne mit dem Kassierer und dem Pächter die Aufzeichnung der Überwachungskamera anschauen würde, um die Sache auf der Stelle zu klären. Ich bot auch an, zumindest meine Telefonnummer zu hinterlassen, falls sich noch Fragen ergeben sollten. Der Pächter meinte jedoch , dies sei nicht nötig.

Heute fand ich einen Zettel an meinem Auto (das direkt gegenüber der Tankstelle geparkt war), auf dem stand, der Pächter hätte mich wegen Tankbetrugs angezeigt. Ich bin sofort zu ihm hingegangen und wir haben uns gemeinsam das Band angeschaut. Auf diesem war nicht eindeutig festzustellen, ob jemand vor mir weggefahren ist, ohne zu bezahlen (allerdings sieht man auf dem Band höchstens, dass jemand kurz aus der Bildfläche verschwindet und nicht, ob diese Person auch tatsächlich zur Kasse geht und bezahlt). Der Pächter sagte mir heute erneut, er glaube mir, alles sei in Ordnung und ich solle mich nochmal melden, wenn ich schriftlich von der Anzeige benachrichtigt werde.

Ich bin über all dies extrem verärgert (auch wenn ich natürlich den sehr netten Pächter verstehen kann). Ich möchte deshalb folgendes wissen: Soll ich wirklich warten, bis ich die Anzeige zugestellt bekomme oder soll ich den Pächter bitten, mir sofort etwas Schriftliches zu geben, dass er die Anzeige zurücknimmt? Und wenn die Anzeige kommt und es für mich irgendwelche Komplikationen gibt (wenn z.B. der Pächter die Anzeige auf einmal nicht zurücknehmen will), was soll ich dann tun? Wäre es sinnvoll, ihm in diesem Falle Gegenmaßnahmen anzudrohen (z.B. Anzeige wegen Verleumdung o.ä.)? Was sollte ich tun, um absolut sicher gehen zu können, dass dieses Ärgernis mir keine weiteren Probleme bereitet?

Vielen Dank
27.10.2004 | 15:58

Antwort

von


4 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihren Fragen möchte ich mich wie folgt äußern:

"Soll ich wirklich warten, bis ich die Anzeige zugestellt bekomme oder soll ich den Pächter bitten, mir sofort etwas Schriftliches zu geben, dass er die Anzeige zurücknimmt?"

Sollte der Tankstellenpächter tatsächlich Strafanzeige gegen Sie erstattet haben und nun an dieser nicht mehr festhalten möchte, so sollte er diese unbedingt umgehend schriftlich zurücknehmen und Ihnen in jedem Fall eine Kopie dieses Schreibens aushändigen. Drängen Sie darauf, wenn dies erforderlich sein sollte.

"Und wenn die Anzeige kommt und es für mich irgendwelche Komplikationen gibt (wenn z.B. der Pächter die Anzeige auf einmal nicht zurücknehmen will), was soll ich dann tun?"

Eines vorweg: selbst wenn der Tankstelleninhaber die Strafanzeige zurücknimmt/zurückgenommen hat, kann es zu einem Ermittlungsverfahren gegen Sie kommen - nämlich dann, wenn die zuständige Staatsanwaltschaft das sog. öffentliche Interesse an einer Strafverfolgung feststellt. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn der Tankbetrug im Bereich über 50,00 € liegt.
Sobald Ihnen mitgeteilt wird, dass gegen Sie wegen Tankbetruges ermittelt wird, sollten Sie einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung beauftragen - dies ist jedoch mit Kosten verbunden. Wenn Sie diese Kosten vermeiden wollen, bleibt Ihnen nur die Möglichkeit die Sache aus Ihrer Sicht zu schriftlich zu schildern bzw. eine enstprechende Aussage bei der Polizei zu machen. Im Rahmen dessen wäre das oben erwähnte Schriftstück des Tankstellenpächters hilfreich, da daraus hervorgeht, dass dieser als eigentlich Geschädigter kein Interesse an einer Bestrafung Ihrer Person hat.

"Wäre es sinnvoll, ihm in diesem Falle Gegenmaßnahmen anzudrohen (z.B. Anzeige wegen Verleumdung o.ä.)?"
Von einer Anzeige gegen den Tankstelleninhaber rate ich unter Berücksichtigung Ihrer Schilderungen ab. Dies sieht regelmäßig nach "Retourkutsche" aus und kommt bei den Strafverfolgungsbehörden nicht so gut an. Aus Sicht des Pächters handelt dieser nämlich zur Wahrung seiner Rechte.

"Was sollte ich tun, um absolut sicher gehen zu können, dass dieses Ärgernis mir keine weiteren Probleme bereitet?"
Beauftragen Sie einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung bereits im jetzigen Stadium (Vorverfahren/Ermittlungsverfahren). Dieser kann ggf. "auf dem kurzen Dienstweg" etwas für Sie erreichen.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen angemessenen Überblick verschaffen und verbleibe

mit freundlichem Gruß


Rüdiger Kuhn, Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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