Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
476.824
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Angebliche Fahrerflucht - Polizei vor Ort


| 20.12.2013 22:24 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Erst nach Akteneinsicht durch einen Verteidiger ist in Fällen der Unfallflucht eine Beurteilung der Indizien- und Beweislage möglich. Die Anwaltsgebühren werden, wenn es nicht zu einer Verurteilung wegen (vorsätzlicher)Fahrerflucht kommt, i.d.R. von der Verkehrsrechtsschutzversicherung übernommen.


Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Polizei hat gerade eine "Personenfeststellung" vorgenommen, da eine Anzeige wegen Fahrerflucht vorliegt. Weiterhin hat die Polizei Fotos von der Front-Stoßstange gemacht.

Sie hat dabei eine leichte Wölbung eines Nummernschildes entdeckt und Fotografiert, die aber meiner Meinung nach schon vorher vorhanden war. Der Nummerschildrahmen zeigt keinerlei Farbtransfer oder Kratzer oder Beschädigungen auf.

Der Vorfall/Unfall aus meiner Sicht in Stichworten:
- Stau auf Autobahn, Sicherheitsabstand vermutlich nicht eingehalten (keine Ahnung, wie groß der im Stau sein muss)
- Auto vor mir rollt zurück und das Auto vorne stößt leicht an mein Auto an (berühren wohl eher, wiel ja nur zurückgerollt), ich hupe einmal lang, nichts passiert, und da ich nichts gehört habe, rufe ich auch nicht die Polizei.
- Abends steht die Polizei vor der Tür und nimmt meine Daten wegen angeblicher Fahrerflucht auf
- Aus Panik erzähle ich den Polizisten (leider) wie der "Unfall" aus meiner Sicht abgelaufen ist. (Auf die Frage meines Ehepartners, ob über das Zeunisverweigerungsrechts aufgeklärt worden ist sagen sie, dass sie (angeblich) nur Personenfeststellung machen, weil die zuständige Polizei mit der Akte im Nachbarbezirk ist.)

Aus meiner Sicht hat ja der andere Autofahrer Fahrerflucht begangen. Aber mir ist kein Schaden aufgefallen, weswegen ich keine Anzeige erstattet habe.
Spontan wollten wir auch Anzeige gegen die andere Person stellen, als die Polizei da war, aber die meinten, dass das nicht mehr möglich ist, weil der "Unfall" jetzt ein Aktenzeichen hat.

Frage 1: Wie sollen wir jetzt vorgehen, was ist zu erwarten?
Bisher 0 Punkte, keine Strafen, kein Ticket, und ein Eintrag im Führungszeugnis kann der Entzug meiner Berufszulassung zur Folge haben.

Kurze Frage 2: ADAC KFZ-Rechtsschutz ist vorhanden - ist die auch für angebliche Fahrerflucht "zuständig"?
21.12.2013 | 00:20

Antwort

von


36 Bewertungen
Grabenstraße 38
44787 Bochum
Tel: 0234 45934220
Web: www.ra-duellberg.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts. Erlauben Sie mir zuvor jedoch den Hinweis, dass es sich hier um eine Ersteinschätzung handelt, die eine persönliche Beratung in der Regel nicht ersetzen kann.

Grundsätzlich ist ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort auch dann möglich, wenn man den Unfall nicht selbst verursacht hat. Das Gesetz fordert in § 142 StGB insoweit nur, dass ein Unfallbeteiligter sich vor der Ermöglichung der Feststellung seiner Personalien vom Unfallort entfernt. Voraussetzung ist allerdings, dass ein mehr als völlig belangloser Schaden entstanden ist, was teilweise ab 25 €, teilweise ab 50 € angenommen wird und dass der Unfall zumindest bemerkt wurde.

Zu Ihrer konkreten Frage nach dem sinnvollen weiteren Vorgehen rate ich Ihnen angesichts dessen zunächst, einen Verteidiger zu beauftragen, der Einsicht in die Ermittlungsakte nimmt. Bis dahin sollten Sie keine weiteren Angaben zur Sache machen. Erst nach Durchsicht dieser Akte wird es möglich sein, verlässliche Aussagen darüber zu treffen, wie sich die Indizien- und Beweislage darstellt. Die Akteneinsicht wird auch Aufschluss darüber geben, ob die von Ihnen angesprochene Belehrung möglicherweise rechtswidrig unterlassen wurde und ggf. ein Beweisverwertungsverbot daraus resultiert, oder ob es sich bei Ihren Angaben um sogenannte Spontanäußerungen gegenüber den Beamten handelte.

Auch der Sinn einer etwaigen Gegenanzeige kann danach konkret besprochen werden.

Angesichts der mitgeteilten Stausituation und dem von Ihnen vorerst angenommen geringem Schaden halte ich aber, selbst bei schwieriger oder gegen Sie sprechender Beweislage, eine Verfahrenseinstellung, notfalls gegen Zahlung eines Geldbetrages, für denkbar. Da Sie bislang strafrechtlich und verkehrsrechtlich nicht in Erscheinung getreten sind, kommt es meines Erachtens dabei nicht einmal darauf an, ob sich das Zurückrollen des Fahrzeugs vor Ihnen schlussendlich wirklich nachweisen lässt.
Selbst im Falle einer Verurteilung dürfte diese aber m.E. durchaus noch unter der Grenze von 90 Tagessätzen liegen, so dass im Falle der Erstverurteilung selbst dann keine Eintragung ins Führungszeugnis erfolgen würde.

Ihre Rechtsschutzversicherung wird voraussichtlich die Anwaltskosten für Sie übernehmen, sofern das Verfahren zur Einstellung gelangt (auch wenn diese gegen Auflagen erfolgt). Im Falle einer Verurteilung ist der Versicherungsschutz regelmäßig ausgeschlossen, da § 142 StGB nur bei festgestelltem Vorsatz zur Verurteilung führt. Ihr Verteidiger wird in der Regel eine entsprechende Kostendeckungszusage bei der Versicherung einholen. Dies können Sie natürlich auch selbst im Vorfeld erledigen und bei der Rechtsschutzversicherung abfragen.

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen der hier bestehenden Möglichkeiten einen ersten Einblick in die Situation verschafft zu haben. Sollten sich dazu noch Nachfragen ergeben haben, nutzen Sie die für Sie kostenlose Nachfragefunktion oder kontaktieren Sie mich gern direkt.

Mit freundlichem Gruß


Rechtsanwalt Matthias Düllberg
Fachanwalt für Strafrecht

Bewertung des Fragestellers 21.12.2013 | 19:56


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort hat uns nicht nur Honig um den Mund geschmiert, sondern eine (unsererer Ansicht nach) realistische Sicht auf die Dinge präsentiert und auch den "worst case" nicht ausgelassen. Dazu gab er noch praktische Hinweise und Ratschläge. Das nenne ich eine sehr gute Beratung!"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Matthias Düllberg »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 21.12.2013
5/5.0

Die Antwort hat uns nicht nur Honig um den Mund geschmiert, sondern eine (unsererer Ansicht nach) realistische Sicht auf die Dinge präsentiert und auch den "worst case" nicht ausgelassen. Dazu gab er noch praktische Hinweise und Ratschläge. Das nenne ich eine sehr gute Beratung!


ANTWORT VON

36 Bewertungen

Grabenstraße 38
44787 Bochum
Tel: 0234 45934220
Web: www.ra-duellberg.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Strafrecht, Jugendstrafrecht, Verkehrsstrafrecht, Ordnungswidrigkeiten, Verwaltungsrecht