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Anforderung eines Arbeitszeugnisses nach über 2 Jahren


| 12.11.2014 19:50 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung: Der Zeugnisanspruch aus § 109 GewO verjährt regelmäßig gem. § 195 BGB nach drei Jahren.


Sehr geehrte Damen und Herren,


zu folgender Situation bitte ich Sie um Rat:

Ich habe zu Ende August 2012 gekündigt. Mir wurde mündlich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zugesichert, welches ich bis heute nicht erhalten habe. Nun meine Fragen:

1. Habe ich zum jetzigen Zeitpunkt vom Gesetz her immer noch Anspruch?, bzw. wann würde dieser verjähren? Zum 31.08.2015?

2. Ich würde meinen ehem. AG gern höflich daran erinnern, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Was sollte ich hier bei der schriftlichen Formulierung beachten? Wäre eine Fristsetzung sinnvoll? Den Brief per Einschreiben versenden?

3. Was sollte ich Ihrer Meinung nach tun, wenn das Arbeitszeugnis weiterhin ausbleibt oder nicht der Wahrheit entspricht?


Im Voraus vielen Dank!

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. „Habe ich zum jetzigen Zeitpunkt vom Gesetz her immer noch Anspruch?, bzw. wann würde dieser verjähren? Zum 31.08.2015?"

Der Zeugnisanspruch verjährt grundsätzlich gemäß § 195 BGB nach drei Jahren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nach § 199 Abs. 1 BGB die Verjährungsfrist mit dem Schluss des Jahres zu laufen beginnt, in dem der Anspruch entstanden ist. Sie könnten demnach bis zum 31.12.2015 ein Arbeitszeugnis einfordern.

Es besteht aber die Möglichkeit, dass tarifliche oder einzelvertragliche Ausschlussklauseln Ihren Zeugnisanspruch vorzeitig untergehen lassen. Sie sollten sich diesbezüglich informieren bevor Sie gegen Ihren ehemaligen Arbeitgeber vorgehen möchten.

Des Weiteren kann der Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses verwirkt sein. Das setzt voraus, dass Sie längere Zeit kein Zeugnis beansprucht und dadurch bei dem Arbeitgeber die Überzeugung hervorgerufen haben, Sie werden auch keins mehr verlangen (BAG v. 16.10.2007, 9 AZR 248/07). Entscheidend ist in Ihrem Fall, welche Seite die zeitliche Verzögerung verursacht hat. Da Ihr Arbeitgeber Ihnen die Erstellung eines Zeugnisses zugesichert hat, liegt die zeitliche Verzögerung insoweit bei ihm. Im Zweifel hat Ihr ehemaliger Arbeitgeber die Beweislast für die Voraussetzungen der Verwirkung. Sie wären darlegungs- aber nicht beweispflichtig dafür, wie und wann Sie den Anspruch geltend gemacht haben.

2. „Ich würde meinen ehem. AG gern höflich daran erinnern, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Was sollte ich hier bei der schriftlichen Formulierung beachten? Wäre eine Fristsetzung sinnvoll? Den Brief per Einschreiben versenden?"

Fordern Sie Ihren ehemaligen Arbeitgeber, unter Setzung einer angemessenen Frist von circa 2-3 Wochen, dazu auf, Ihnen ein „qualifiziertes und wohlwollendes" Arbeitszeugnis auszustellen. Nutzen Sie dazu ein Einschreiben mit Rückschein. Der Versand per Einschreiben dient dem Nachweis des Empfangs des Briefes und somit auch als Nachweis über die Kenntnisnahme der Frist.

3. „Was sollte ich Ihrer Meinung nach tun, wenn das Arbeitszeugnis weiterhin ausbleibt oder nicht der Wahrheit entspricht?"

Nach Ablauf der Frist befindet sich der Arbeitgeber im Verzug und Sie können Verzugskosten als Schadensersatz geltend machen. Dazu gehören auch die Kosten der Beauftragung eines Rechtsanwaltes zur Durchsetzung Ihrer berechtigten Interessen. Sollte das Zeugnis nicht der Wahrheit entsprechen, steht Ihnen ein Zeugnisberichtigungsanspruch zu.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Sollten weiterhin Unklarheiten bestehen, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf in dieser Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Winter, Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 12.11.2014 | 21:42


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