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Anerkennung von Studienleistungen


| 11.12.2014 00:00 |
Preis: ***,00 € |

Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Es geht um Rechtsmittel gegen eine Entscheidung des Prüfungsamtes betreffend die Anerkennung von Prüfungsleistungen.


Nach zwei Semestern Studium habe ich die Hochschule gewechselt. Meine direkte Bewerbung auf Zulassung zum 3. Semester wurde abgelehnt und ich wurde zum 1. Fachsemester im selben Studiengang immatrikuliert.

Um zu erfahren, ob Teile meiner vorherigen Studienleistungen anerkannt werden können und eine nachträgliche Erhöhung des Fachsemesters möglich ist, habe ich einen entsprechenden Antrag auf Anrechnung von Studienleistungen und -zeiten gestellt. Eine endgültige Entscheidung wollte ich davon abhängig machen, welche Kurse tatsächlich anerkannt werden können. Das war auf keine andere Art zu erfahren, als durch die direkte Antragstellung beim Prüfungsamt. Weder aus dem Informationsmaterial der Universität noch aus dem Antragstext war mir ersichtlich, dass das Ergebnis dieses Antrags bindend ist.

Der Antrag hat zur Anerkennung solcher Leistungen geführt, die meinen Notendurchschnitt verschlechtern. Eine Einstufung in ein höheres Fachsemester ist nicht erfolgt. Das Prüfungsamt verpflichtet mich, diese Noten zu übernehmen. Ich sehe mich nun schlechter gestellt als ohne den Antrag, da ich das Anrecht auf Teilnahme an den entsprechenden Prüfungen in den von mir besuchten Kursen des 1. Fachsemesters an meiner jetzigen Universität verliere. Ich verliere so die Chance auf eine bessere Bewertung, die mir ohne die Antragstellung rechtmäßig zugestanden hätte.

Kann ich den Antrag zurückziehen, bzw. mich gegen die verpflichtende Anerkennung von Studienleistungen wehren, wenn ich ohnehin im 1. Fachsemester verbleibe?

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Sehr geehrter Fragesteller,


Im Ergebnis wäre das, was Sie anstreben, eine Quasi- „Freischussprüfung", die es nach eingien Prüfungs- u. Studienordnungen durchaus gibt.

Diese teleologische (=am Ziel orientierte) Methodik sei zum besseren Verständnis der Rechtslage voran gestellt.


Denn wenn Ihre Universität dies anbietet oder zumindest nicht ausschließt, wäre Ihre Benachteiligung durch den Antrag eine Ungleichbehandlung, die gerichtlich überprüfbar ist.

Ob das in Ihrem konkreten Fall eine Option ist, lässt sich verlässlich nur mittels Einsicht in die einschlägige Studien- und Prüfungsordnung bewerten.


Ist diese Voraussetzung gegeben, wäre der nächste Schritt, gegen den (belastenden) Verwaltungsakt (VA) des Prüfungsamtes Widerspruch – bzw. je nach den landesspezifischen Regelungen Ihres Landes – direkt Anfechtungsklage zu dem Verwaltungsgericht zu erheben.

Dabei sind dringend Fristen aus der Rechtsmittelbelehrung zu beachten, es sei denn, eine solche wäre unterblieben. Dann hätten Sie in der Regel 1 Jahr Zeit.

Die Begründung des Widerspruchs bzw. der Klage sollte darauf ausgerichtet sein, dass Sie bei der Wahrnehmung Ihres Rechts auf Auskunftserteilung "unter Vorbehalt Ihrer endgültigen Entscheidung" nunmehr schlechter gestellt sind, wie unter dem Verzicht auf Ihr Recht.

Eine Erfolgsprognose des Widerspruchs/der Klage ist ohne Kenntnis aller Umstände und umfassender Akteneinsicht leider nicht möglich.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 14.12.2014 | 12:12


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