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Als Festangestellte nebenbei auf Rechnung Geld verdienen ohne Gewerbe


| 08.06.2017 12:36 |
Preis: 25,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich bin festangestellt und verdiene 3600 Euro brutto. Mein Arbeitgeber erlaubt mir, Nebeneinkünfte als Model zu haben, jedoch frage ich mich, wie hier die Rechtslage ist.

Ich bin über meinen Arbeitgeber gesetzlich krankenversichert und zahle alle Abzüge etc. – ist es mir möglich, auch ohne Gewerbe Zusatzeinkünfte auf Rechnung unter Angabe meiner Steuer-ID zu machen? Wenn ja, wie hoch dürfen diese Nebeneinkünfte sein, ohne dass ich in eine andere Steuerklasse rutsche (derzeit Steuerklasse1) ? Wenn nein, muss ich wohl ein Gewerbe anmelden, wie hoch dürfen dann hier die Nebeneinkünfte sein, damit ich nicht in eine andere Steuerklasse rutsche? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten, wie ich eine Nebentätigkeit auf Rechnung ausüben kann, ohne zu viele Abzüge zu haben etc?

Schätzungsweise würden die Nebeneinkünfte pro Jahr nicht 12.000 Euro auf Rechnung überschreiten.
08.06.2017 | 13:20

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich dürfen sie neben der Angestelltentätitigkeit auch einer Selbständigkeit nachgehen, wenn die Erlaubnis ihres Arbeitgebers vorliegt. Für die Steuerklasse hat dies keine Auswirkungen, hier zählt der Familienstand, aber gerade nicht Art und Umfang der Nebentätigkeit.

Wichtig ist jedoch, dass 2 Steuererklärungen abgegeben werden müssen, nämlich zum einen die für Arbeitnehmer und zum anderen die für ihre Selbständigkeit und dass sie hier je nach Gewerbeform alle Steuern neben der Einkommensteuer, vor allem die Umsatzsteuer abführen. Die Steuerhöhe richtet sich nach den selbständig eingenommenen Einnahmen beim Nebengewerbe, wobei die Einnahmen aus ihrer Angestelltentätigkeit bei der Einkommensteuer die Steuerstufe bestimmen. Demnach erhöht sich nicht ihre Lohnsteuer, hierfür ist die Steuerklasse maßgeblich ( die vom Familienstand abhängt) sondern die Einkommensteuer bei den Einnahmen aus Selbständigkeit.

Wichtig ist auch, dass sich ihre Sozialversicherungspflicht nach dem Haupteinkommen richtet, was bei ihnen wohl weiterhin das Angestelltenverhältnis ist. Dies kann sich allerdings ändern, wenn der zeitliche Umfang der Selbständigkeit steigt oder ihre Einnahmen das Gehalt übersteigen. Ihre Einnahmen aus Selbständigkeit müssen sie bei den Sozialversicherungen ebenfalls angeben, denn sie ihr Gesamteinkommen bildet die Bemessungsgrundlage für ihre Beiträge.


Zudem ist der Beruf Model stets ein Gewerbe, sobald er in Gewinnerzielungsabsicht (mehr Einnahmen las Kosten, wenn man es banal ausdrücken will) und dauerhaft ausgeübt werden soll. Sie müssen sich also sowohl beim Gewerbeamt ( Ordnungsamt) anmelden, und zwar unabhängig davon wieviel sie arbeiten, also ob es sich um Haupt- oder Nebenberuf handelt.

Fazit: Bitte achten sie darauf, dass sie sich beim Gewerbeamt mit der Tätigkeit als Model anmelden. Sie müssen ihre Einnahmen selbstverständlich dem Finanzamt melden ( es sind also "zwei" Steuererklärungen notwendig) und auch den Sozialversicherungen ( vor allem Krankenkasse). Achten sie darauf, dass es sich um ein Nebengewerbe handelt und weiterhin sozialversicherungspflichtig zu sein. Dies ist bei einem bestimmten zeitlichen Limit (18-20 Stunden pro Woche) der Fall und wenn ihre Einnahmen aus der Selbständigkeit das Gehalt nicht übersteigen. Ihre Steuerklasse ist von ihrer Nebenberuflichen Selbständigkeit völlig unbetroffen, allerdings bilden beide Einnahmequellen ( Gehalt + Selbständigkeit) die Bemessungsgrundlage für den Steuersatz aus ihrer selbständigen Tätigkeit.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

Bewertung des Fragestellers 08.06.2017 | 13:34


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