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Allein gegen die Ex`?


| 15.12.2008 16:56 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von




Bitte nur durch einen Fachanwalt Familienrecht oder einen RA mit dem Schwerpunkt FR. Danke!

Guten Tag. Thema ist leider das Sorgerecht um meine Tochter. Sie ist jetzt gut 18 Monate alt. Sie ist ein wunderbares Kind. Sie ahnen schon:

Die Ehe hielt kurz, meine Frau zog aus, nun leider der Streit um das Kind.

Ich hatte eigentlich geglaubt, eine gute Rechtsanwältin zu haben. Doch stellte sie im Nachhinein hohe Geldanforderungen für ihre Arbeit an mich, weshalb es letztlich zum Bruch kam.

Nun ist die Verhanldung Mitte Januar. Meine künftige Ex hat einen Fachanwalt Familienrech an ihrer Seite, und ich komme soweit allein, wie es scheint.

Ich glaube wirklich gut in den "Details" drin zu sein, und befürchte auch, ein Anwalt liesse sich so schnell nicht mehr finden und könne sich auch so schnell nicht mehr einarbeiten.

Dennoch kommen mir einige Zweifel, ich bekomme fast Angst, weil ich an einer solchen Verhandlung noch nicht teilgenommen habe, und weil ich aus Leichtfertigkeit nicht die Zukunft meiner Tochter aufs Spiel setzen möchte.

Welchen Rat können Sie für eine solche Verhanldung generell geben?

Was sollte man tun, was sollte man nicht tun?

Wie läuft es in der Regel ab?

Kann ich meiner Ex direkt Fragen stellen?

Welche Punkte werden in solchen Verhandlungen in der Regel abgearbeitet?

Wo kann ich im internet ggf. Tips für eine solche Verhanldung nachlesen? - sehr wichtige Frage!

Vielen Dank
15.12.2008 | 18:27

Antwort

von


555 Bewertungen
Renatastr. 40
80634 München

Tel: 089/30758845
Web:
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

generell würde ich Ihnen schon empfehlen, den Termin gemeinsam mit einem auf Familienrecht spezialisierten Anwalt wahrzunehmen - auch wenn vielleicht unter dem Zeitdruck eine Einarbeitung nicht ganz einfach ist - unter anderem weil das Sorgerecht ein schwieriges rechtliches Gebiet ist und zumal auch Ihre Ex-Ehefrau anwaltlich vertreten ist.

Für den Tag der Verhandlung sollten Sie sich jedenfalls nach Möglichkeit nicht zu viel andere Dinge vornehmen und dort ausgeruht, vorbereitet und natürlich auch gepflegt erscheinen. Inhaltlich ist es sehr wichtig - insbesondere wenn Sie das Sorgerecht für sich alleine beanspruchen wollen - dass Sie dem Gericht gegenüber darstellen können, dass und warum Sie der Ansicht sind, dass es besser für die Entwicklung des Kindes ist, wenn es bei Ihnen aufwächst bzw. mehr Zeit verbringt.

Sie sollten möglichst sachlich und in Ihrer Rolle als Vater verantwortungsbewusst auftreten, natürlich dürfen und sollen Sie aber auch zeigen, dass Sie das Kind lieben und sich Sorgen machen, Schuldzuweisungen an die Gegenseite sind jedoch zu vermeiden. Das Gericht wird sich ausschließlich unter dem Aspekt des Kindeswohls (§ 1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB) mit der Sach- und Rechtslage auseinandersetzen.

Der bevorstehende Termin wird, wenn es (wie ich nach Ihren Angaben vermute) die erste mündliche Verhandlung ist, zunächst dem Versuch des Gerichts dienen, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen, wenn nicht gerade eine akute Kindeswohlgefährdung vorliegt. Zu beachten ist, ob das Jugendamt auch zu dem Termin geladen wurde. Denn die Einschätzung des Jugendamts, sowie gegebenenfalls des Verfahrenspflegers für das Kind, sind für die Einschätzung des Gerichts von größter Bedeutung.

Rein vom formalen Ablauf her wird nach dem Aufruf der Sache zunächst die Anwesenheit der Beteiligten festgehalten. Das Gericht fasst den wesentlichen Streitstand zusammen und führt in die Verhandlung ein, gegebenenfalls werden richterliche Hinweise erteilt. Dann erhält jeder der Beteiligten der Reihe nach das Wort, häufig erhält zunächst der/die Vertreter(in) des Jugendamts die Gelegenheit zur Stellungnahme, im Übrigen wird der Antragsteller üblicherweise vor dem Antragsgegner gehört.

Die Beteiligten dürfen untereinander im Verlauf der Verhandlung auch Fragen stellen. Allerdings gilt es zu beachten, dass es bei einer anwaltlich vertretenen Partei der Gegenpartei grundsätzlich nur mit Einwilligung des Rechtsanwalts gestattet ist, unmittelbar mit seinem Mandanten (hier also Ihre Ex-Ehefrau) zu verhandeln, was sich aus § 12 Abs. 1 BORA ergibt, wobei auf diesen Punkt je nach Prozesstaktik nicht immer beharrt wird und das Gericht ja auch bemüht ist, den Sachverhalt, insbesondere die familiären Verhältnisse aufzuklären. Wenn Sie eine Frage direkt an Ihre Ex-Ehefrau stellen wollen, sollten Sie sich damit also zunächst an den Gegenanwalt wenden und können auch offiziell darum bitten, die Frage direkt zu stellen.

An dem Ergebnis der Verhandlung orientiert, wird das Gericht nur dann am Ende der Verhandlung eine Sachentscheidung verkünden, wenn es alle entscheidungserheblichen Tatsachen als geklärt ansieht. Dies wird allerdings bei einem Sorgerechtsstreit kaum der Fall sein, eher ist damit zu rechnen, dass noch Beweise eingeholt werden (z.B. ein psychologisch-medizinisches Gutachten) und die Beteiligten vor einem Folgetermin noch einmal Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme erhalten.
Insbesondere wird seit einiger Zeit verstärkt von einem beschleunigten Sorge- und Umgangsrechtsverfahrens nach dem sogenannten „Münchner Modell“ Gebrauch gemacht, wonach der erste Termin nur der Zusammenführung der Beteiligten dienen soll und das streitige Verfahren erst nach erfolgloser Durchführung einer Beratung oder Mediation eröffnet ist.

Weiterführende Hinweise können Sie z.B. unter den nachfolgend benannten Links nachlesen:

http://www.justiz.bayern.de/gericht/ag/m/daten/00631/index.php#anker_sprungmarke_0_42
http://www.justiz.nrw.de/BS/Gerichte/Familiengericht/Einzelverfahren/sorgerecht/index.php

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten können Sie Gerne von der Rückfragemöglichkeit Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 15.12.2008 | 18:58

Eine wirklich sehr gute Antwort. Gründlich, verständlich. Gibt einen wirklich guten Eindruck.

Dennoch, gleichwohl: Immer wieder höre ich, man soll "Kreide" schlucken. Und das geht mir nicht in den Kopf:
- Meine Frau hat mir die Tür eingeschlagen.
- Sie behandelt "38 Grad Fieber" mit 350 mg Schmerzmittel - bei einem 12 kg schweren Kind! Für unser beider Körpergewicht wären das 4000 mg!
- Sie schickt mir mails - meine Tochter dürfe an einem bestimmten Tag nicht zu mir kommen.

Kreide? SIE kann Kreide kauen.

Ich möchte gern, und das ist meine Frage, ich möchte gern dem Gericht solche Dokumente wie oben erwähnt vorab z.K. schicken.

Natürlich weiss kein Richter, wer Un-Recht hat. ABer bestimmte Belege (wie Mails etc.) lassen sich doch schnell vorlegen.

Oder?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2008 | 19:34

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie können und sollten die von Ihnen angesprochenen Sachverhalte durchaus dem Gericht vorab (unter Vorlage von Beweisangeboten) schildern, insbesondere soweit das Verhalten Ihrer Ex-Ehefrau auf Erziehungsfehler und eine Gefährdung des Kindeswohls hindeuten. Wichtig ist nur, dass Sie dabei sachlich bleiben. Es soll nicht der Eindruck bei Gericht entstehen, dass die eigenen Interessen gegenüber denen des Kindes in den Vordergrund gestellt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.12.2008 | 19:49


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"Insgesamt sehr gut - auch wenn die bestimmt unbeliebte Nachrfrage etwas zu kurz beantwortet wurde. Denn erkennbar war ja dort doch etwas Wichtiges in der Nachfrage gefragt

Trotzdem: Sehr gut. DAnke! "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 15.12.2008
5/5.0

Insgesamt sehr gut - auch wenn die bestimmt unbeliebte Nachrfrage etwas zu kurz beantwortet wurde. Denn erkennbar war ja dort doch etwas Wichtiges in der Nachfrage gefragt

Trotzdem: Sehr gut. DAnke!


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