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Alkoholisierter Bordellbesuch; Keine 'Leistung'; Wirksamkeit Vertrag


| 25.07.2017 20:35 |
Preis: 55,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Frau Anwältin, sehr geehrter Herr Anwalt,

ich bitte um Beantwortung der unten genannten Fragen, zu folgendem Sachverhalt.

Nach einem sehr alkohollastigen Abend (genauer Promillewert ist nicht bekannt/wurde nicht festgestellt) in einer deutschen Großstadt, ließ ich mich auf der Straße leider zum Besuch eines Bordells überreden. Dort wurden zunächst Dienstleistungen zum Preis von 300 € für eine halbe Stunde vereinbart. Dies erschien mir als viel zu viel, zahlte in meinem überaus alkoholisierten Zustand dummerweise trotzdem per EC-Karte bzw. Lastschrift. Zudem wurde mein Personalausweis von einem durchaus als bedrohlich zu beschreibendem Mann eingefordert und begutachtet (wahrscheinlich zwecks Rechnungstellung, falls keine Deckung des Kontos), der damit den Raum verließ. Zum Widerspruch fühlt ich mich nicht in der Lage.

Zu den Dienstleistungen kam es jedoch nicht in dem versprochenen Umfang. Stattdessen wurde beständig und durchaus eindringlich versucht, mich zum Bezahlen von noch mehr Geld zu verleiten. Dies lehnte ich ab. Letztlich lief die Zeit ab, ohne dass es, wie erwähnt, zu den vereinbarten Leistungen kam. Daraufhin verließ ich entnervt das Etablissement.

Hierzu meine Fragen;

1. Ist überhaupt ein Vertrag zu Stande gekommen oder ist er als nichtig zu betrachten? Mir kämen hierbei Geschäftsfähigkeit nach den §§ 105 ff. BGB und Sittenwidrigkeit/Wucher nach § 138 BGB in den Sinn.

2. Falls doch ein Vertrag zu Stande kam: bestünde die Möglichkeit ihn zu widerrufen, anzufechten oder von ihm zurückzutreten?

3. Ich überlege die Lastschrift zurückbuchen zu lassen, möchte jedoch rechtlich auf der sicheren Seite sein bzw. beim
Eingang einer Rechnung etwas entgegenhalten können. Letztlich geht es mir also um das Nichtbezahlen bzw. den Rückerhalt des Geldes. Sollte ich im Falle eines wirksamen Vertrag auf diese Vorgehen verzichten?

4. Noch eine letzte Frage: Wie ist das (vermutliche) Erheben meiner Adressdaten durch die Herausgabe meines Ausweises zu bewerten? Könnte es sich hierbei um einen strafrechtlich relevanten Vorgang handeln, der eine Anzeige meinerseits rechtfertigt?

Vielen Dank für Ihre Mühen.
25.07.2017 | 21:18

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu1) Aufgrund dessen, dass Sie selber nicht wissen, ob Sie wegen des Alkoholisierungsgerades Geschäftsunfähig waren, würde ich von Geschäftsfähigkeit ausgehen. Zudem haben Sie den Vorfall im Ablauf in Erinnerung, so dass vermutlich Geschäftsfähigkeit bestand. Ob der Vertrag (Prostitutionsvertrag) sittenwidrig ist, ist in der Rechtsprechung umstritten. Allerdings hat die Prostituierte unabhängig von Sittenwidrigkeit gegen den Kunden einen Anspruch auf das vereinbarte Entgelt.

Zu 2 und 3 )Es ist zwar ein Vertrag zustandegekommen aber weil keine Leistung erbracht wurde, haben Sie die Möglichleit der Einrede wegen Nichterfüllung gegen den Zahlungsanspruch der Prostituierten bzw. des Bordells.

Daher empfehle ich Ihnen, die Lastschrift zu widerrufen und sollte das Bordell oder die Prostituierte die Forderung geltend machen, die Einrede der Nichterfüllung zu erheben.

Zu 4) Von einer Anzeige würde ich Ihnen abraten. Sie haben den Personalausweis freiwillig herausgegeben und haben nur eine Vermutung, dass Daten Dritten zugänglich gemacht wurden. Dies wird für eine erfolgreiche Anzeige nicht ausreichen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser LL.M.
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 25.07.2017 | 21:25

Vielen Dank für die Antwort. Nun stellt sich mir lediglich die Frage, ob ich mit Rechtsstreitigkeiten zu rechnen hätte, falls ich die Einrede geltend mache. Schließlich stünde hier Aussage gegen Aussage. Das Sie mir das nicht sicher sagen können, ist mir bewusst, allerdings würde ich um eine Einschätzung bitten. Der Streitwert ist schließlich nicht allzu hoch (in Relation zum Aufwand).

Noch einmal vielen Dank für Ihre Mühen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.07.2017 | 21:36

Sehr geehrter Fragesteller,

ich habe erst vor kurzem genau einen solchen Fall- wie Ihren -bearbeitet. Erfahrungsgemäß können Sie sich sehr schnell mit dem Bordell bzw. der Prostituierten einigen ( in meienm Fall auf den hälftigen Betrag) , ohne dass es zu einem Prozeß kommt. Daher würde ich widerrufen.

Mit freundlichen Grüssen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 25.07.2017 | 21:26


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