Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
476.770
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Aktennotiz wegen Verspätung


| 23.12.2009 08:50 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin am Montag aufgrund der Witterungsbedingungen (Schnee usw.) mit einer fünfminütigen Verspätung an meinem Arbeitsplatz erschienen.

Es war einfach nicht möglich schneller voranzukommen um pünktlich einzutreffen.

Nun einige Tage später, teilt mir mein Vorgesetzter mit das ich eine Aktennotiz wegen der Verspätung bekommen werde und es beim nächsten Verstoß eine Abmahnung gibt.

Für mich ist nun interessant, ob ich etwas gegen diese Aktennotiz tun kann, da ich klar aufgrund der Witterungsbedingungen mit der auch andere Angestellte zu kämpfen hatten zu spät gekommen bin.

Welches Vorgehen ist in diesem Fall sinnvoll ?

Wie lange bleiben solche Aktennotizen in der Personalakte ?

Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt beantworten und vorab darauf hinweisen, dass dieses Forum nur geeignet ist, einen groben Abriss über die rechtliche Lage zu erteilen und kein tiefgründiges Mandantengespräch ersetzen kann, insbesondere das Weglassen wesentlicher Angaben kann das Ergebnis der Beantwortung beeinflussen.

Grundsätzlich muss vorab gesagt werden, dass es den vertraglichen Pflichten des Arbeitnehmers entspricht, seine Arbeitsleistung, wie vertraglich vereinbart oder aber durch Direkt bestimmt, pünktlich zu beginnen. Erfolgt dies nicht, so liegt eine Leistungsstörung vor.
Hinsichtlich der Folgen ist danach zu unterscheiden, ob die Leistungsstörung schuldhaft durch den Arbeitnehmer hervorgerufen wurde oder aber auf „höherer Gewalt“ beruht.
Erschweren es Schnee und Glatteis oder machen es unmöglich, den Arbeitsplatz rechtzeitig zu erreichen, so wird hierin ein durch das Bundesarbeitsgericht ein durch witterungsbedingte Verkehrsverhältnisse bestehendes Wegerisiko gesehen. Dieses obliegt grds. dem Arbeitnehmer. Folge ist aber lediglich, dass Sie nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichtes keinen Vergütungsanspruch für die Zeit des Ausbleibens haben, vgl. Urteil des BAG vom 08.09.1982, Az.: 5 AZR 283/80.
Zur Ahndung der Verspätung ist der Arbeitgeber aber grds. nicht berechtigt. Begründet wird dies damit, dass seitens des Arbeitnehmers kein Verschulden an der Verspätung bestünden, sondern diese auf höherer Gewalt beruht. Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn sich die Verspätungen häufen und dies ein Indiz dafür ist, dass der Arbeitnehmer es bewusst auf die Verspätung ankommen lässt und diese in Kauf nimmt. Dann ist der Arbeitgeber berechtigt eine Abmahnung auszusprechen.
Ich gehe vorliegend jedoch davon aus, dass Ihre Verspätung vorliegend einmalig war und Sanktionen deshalb nicht verhängt werden können. Sie sollten daher zunächst Einsicht in die Personalakte beantragen und sich vergewissern, ob ein solcher Eintrag erfolgt ist. Ist dies der Fall sollten Sie zum Inhalt Stellung nehmen und ausdrücklich verlangen, dass Ihre Stellungnahme mit aufgenommen werden soll. Mit der Stellungnahme sollten Sie darauf hinweisen, dass Ihre Verspätung einmalig war und ausschließlich auf witterungsbedingte Verkehrsverhältnissen und damit auf höherer Gewalt beruhte. Ein Anspruch auf Löschung haben Sie hingegen nur, wenn der Eintrag dem Inhalt nach falsch wäre. Dass Sie zu spät gekommen sind, ist jedoch nicht falsch. Ein Löschungsanspruch vermag ich daher nicht zu erkennen. Unabhängig hiervon, wird der einmalige Verstoß gegen Ihre Arbeitspflicht, der zu dem unverschuldet erfolgte, keine weiteren Konsequenzen haben können. Sie sollten zukünftig natürlich darauf achten, dass ein weiterer Verstoß dieser Art nicht vorkommt. Denn dann wäre der Arbeitgeber möglicherweise zur Abmahnung berechtigt, wobei er darlegen müsste, dass Sie es bewusst darauf ankommen lassen, zu spät zu kommen. Sie müssten dann beweisen, dass Sie alles Erforderliche getan haben, um den Arbeitsplatz rechtzeitig zu erreichen. Der Eintrag jetzt dient sicher der Vorbereitung einer Abmahnung für weiterer Fälle, allerdings nur zum Zwecke der Beweissicherung. Ihr Arbeitgeber könnte im Zweifel auch ohne Eintrag beweisen, dass Sie Ihren Arbeitsplatz zu spät erreicht haben.
Ihnen verbleibt daher nur, den Sachverhalt klar auf höhere Gewalt hin klarzustellen.

Bei nicht schwerwiegenden Verstößen wird ein Löschungsanspruch nach beanstandungsfreiem Ablauf von 2,5 Jahren anerkannt, vgl. Urteil ArbG Frankfurt 09.06.1999, Az.: 6 Ca 7219/98.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen vorerst behilflich sein und wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Bewertung des Fragestellers 06.01.2010 | 11:50


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 06.01.2010 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59316 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnell, kurz und treffend beantwortet. ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Mir ist alles gesagt worden was mir wichtig war und ich bin jetzt auf der sicheren Seite. ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Alles Gut kann ich nur Empfehlen ...
FRAGESTELLER