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Äste von Nachbars Baum abgesägt


29.09.2006 14:42 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von




Ich habe vor 10 Tagen vom Nachbargrundstück eine Zeder beschnitten.(Stammumfang 1,90m, Abstand zu meinem Grundstück 2,10m)
Es wurden 4 Aste entfernt, die auf mein Grundstück in einer Höhe von 2-4 Metern herüberragten. Die besagten Äste haben meinen Planzen Licht und Wasser entzogen. Da das Nachbarhaus seit 2 Jahren leer steht, habe ich vor sechs Wochen einen Brief eingeworfen mit der Bitte, die Äste zu entfernen mit Fristsetzung von 4 Wochen.
Da ich keine Antwort erhalten habe, wurden die Äste von mir entfernt.
Nun bekam ich eine Anzeige(Anhörung)der Stadt Troisdorf (NRW)wegen unsachgemäßem Beschneiden eines Baumes während der Vogelschutzzeit §6Abs.6 und §4Abs.1 Ziffer 1
wonach der Fortbestand des Baumes gefähred sei.
Das Nachbarhaus steht seit 2 Jahren leer und ist zum Verkauf.
Nun meldet sich auf einmal der Besitzer und möchte die Zeder auf meine Kosten entfernen lassen.
Frage : Wie soll ich mich verhalten gegen A:StadtB:Eigentümer?
Kann ich mich auf das Nachbarschaftsrecht berufen wonach der Mindestabstand eines solchen Baumes 4m betragen muss ?
Oder §910 Überhang ?

Im Voraus vielen Dank für Ihre Antwort. Kst.
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 115 weitere Antworten zum Thema:
Antwort vom
29.09.2006 | 18:43
Sehr geehrter Fragesteller,

Der privatrechtliche Anspruch gegen den Nachbarn(hier:Abschneiden
der 4 Aste,wie von Ihnen getätigt)besteht nicht,solange und soweit
öffentliche -rechtliche Vorschriften dem entgegenstehen.

Insoweit kommt es zunächst auf den genauen Wortlaut des entsprechenden Gesetzes(hier:Vogelschutz NRW) an.

Sollten die Äste während gesetzlicher Schutzzeiten abgeschnitten
worden sein,so ist im Regelfall weiter zu fragen, ob und inwieweit sich das Entfernen der Äste überhaupt konkret gefährdend für den Vogelbestand im Gebiet ausgewirkt hat bzw.haben kann.
In diesem Zusammenhang werden Länge und Umfang der entfernten Äste ,auch und insbesondere im Verhältnis zum Gesamtumfang des Baumes(Zeder,1,90 m Stammumfang) ) eine Rolle spielen.Bei Ihrer Argumentation gegenüber der Behörde sollte weiter erwähnt werden,dass auch die
getroffene Maßnahme(Entfernen der Äste) aus -wenn auch
gegenüber dem Vogelschutz untergeordneten-Naturschutzgründen
(Pflanzen) durchgeführt worden ist.



Eine Kostenübernahme Ihrerseits wegen der vom Nachbarn geplanten
Entfernung der Zeder käme nur im Extremfall in Betracht,wenn der gesamte Baum z.B. durch das
Entfernen der Äste lebensunfähig bzw.abgestorben wäre.Letzteres
halte ich aufgrund Ihrer Informationen für eher unwahrscheinlich
.
Ferner wurde der Mindestabstand (4 m) nicht eingehalten,so dass
mit hierdurch eingetretenen eigenen Schäden bzw den entsprechenden Kosten (z.B. für irreparabel
beschädigte Anpflanzungen auf Ihrem Grundstück)gegengerechnet
werden könnte.

Des weiteren können Sie vom Nachbarn oder dessen Nachfolger verlangen,dass er künftig-
während der nicht nicht durch den Vogelschutz tangierten Zeiten_- geeignete Vorsorge trägt,um ein erneutes Überwuchern auf Ihr Grundstück zu verhindern.



-


Dies zu Ihrer Information.


Mit freundlichen Grüßen

Dorothee Mertens

Rechtsanwältin

Mit freundlichen Grüßen

Dorothee Mertens

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