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Ärger mit der KfZ-Versicherung


27.03.2006 20:44 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Fachanwalt für Strafrecht Jens Jeromin


| in unter 2 Stunden

Hallo,

wir haben folgendes Problem:
Wir sind seit Anfang Januar bei einem neuen Kfz-Versicherer mit unserem PKW versichert. Abgeschlossen haben wir eine Teilkasko-Versicherung mit 150 Euro SB sowie eine Vollkaskoversicherung mit 500 Euro SB.
Nun ist uns vor drei Wochen in unseren PKW eingebrochen worden (wir waren in unserer Strasse nicht die einzigen Betroffenen) und das Radio ist entwendet worden.
Am nächsten Morgen haben wir das Dilemma entdeckt: Das Türschloss an der Beifahrertür war aufgebrochen, die Tür darunter teilweise verkratzt, das Radio entwendet und die Verkleidung in dem das Radio sitzt, ebenfalls beschädigt. Es ist uns zwar nicht sofort aufgefallen, aber nach der sofortigen Anzeige bei der Polizei bemerkten wir, dass die Rücksitzbank ein Loch hatte (sieht aus, als hätte jemand mit nem Schraubenzieher reingestochen). Dies fanden wir besonders ärgerlich, da das Auto noch relativ neu ist (Bj 2000) und es zudem eine Lederrücksitzbank ist.
Nach Rücksprache mit meiner Versicherung wurde mir von dieser ein Sachverständiger geschickt, der das Auto begutachten sollte.
Dieses hat er auch getan und jeden Mangel notiert und fotografiert.
Jetzt habe ich ein Schreiben meiner Versicherung erhalten, dass man uns die Schäden laut Gutachten bezahlt, allerdings abzüglich unserer Selbstbeteiligung. Die Mehrwertsteuer, die im Gutachten enthalten ist, stehe uns aber nicht zu.
Was allerdings noch ärgerlicher ist, dass sie den Schaden an der Rücksitzbank gar nicht übernehmen wolen, da er laut Aussage ihres Gutachters nicht in Zusammenhang mit dem Einbruch steht.
Da wir das Auto jedoch einen Tag vor dem Einbruch noch in einer SB-Waschanlage über 3 Std gesäubert und gereinigt haben wissen wir, dass der Schaden an der Rücksitzbank vorher auf keinen Fall vorhanden gewesen ist.
Ist die Aussage der Versicherung denn so rechtens?

Vielen dank im Voraus!

Ninni
27.03.2006 | 21:27

Antwort

von

Rechtsanwalt Fachanwalt für Strafrecht Jens Jeromin
170 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Informationen wie folgt beantworte:

Zunächst mag die Ablehnung Ihres Versicherers nachvollziehbar erscheinen. Erfahrungsgemäß kann ich Ihnen dazu mitteilen, dass Versicherer im Schadensfall neutral gesprochen: ihre Einstandspflicht sehr genau prüfen.

Aus Beteiligtensicht gesprochen: nach dem "Hintertürchen" suchen.

Objektiv haben Schäden in der Rückbank "normalerweise" keinen Bezug zu Einruchsschäden. Darauf stützt sich Ihr Versicherer.

Aber hier könne Sie gegebenenfalls durch Zeugenaussage den Gegenbeweis führen.

Wenn ein Ehepartner der Versicherungsnehmer und Anspruchsteller ist, kann der andere durchaus Zeuge für die Beschaffenheit des Fahrzeugs sein. Diese Zeugenaussage sollten Sie gegenüber Ihrem Versicherer abgeben.

Ein Zeugenaussage kann einen Erfahrungswert ("normalerweise", s.o.) durchaus widerlegen.

Falls der Versicherer danach immer noch die Regulierung verweigert, empfehle ich anwaltliche Hilfe.

Ich hoffe, Ihnen hiermit eine erste Orientierung ermöglicht zu haben und stehe für Rückfragen und Ihre weitere Vertretung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 28.03.2006 | 15:08

Sehr geehrter Herr Jeromin,

vielen Dank für Ihre schnelle Beantwortung.
Kann ich denn trotzdem erstmal die Zahlung für die bisher übernommenen Schäden anfordern, ohne daraus einen Nachteil zu erleiden?
Wir müssen die Außen-Schäden dringend reparieren, bevor es noch zu weiteren Einbrüchen kommt, da das Auto laut Sachverständiger nun überhaupt nicht mehr einbruchssicher ist.
Eine rechtliche Auseinandersetzung würde ja sicherlich lange dauern.

Mit freundlichen Grüßen

Ninni

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.03.2006 | 15:26

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Rückfrage.

Sie können den von Ihrem Versicherer zugesagten Teilbetrag bereits jetzt anfordern. Machen Sie jedoch durch eine Formulierung wie "Vorläufiger Schadensbetrag, die Aufgabe weiterer Schadenspositionen bleibt ausdrücklich vorbehalten" klar, dass die Sache durch diese Zahlung noch nicht erledigt sein soll. Zudem müssen Sie darauf achten, keine Abfindungserklärungen oder Vergleiche zu unterschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Fachanwalt für Strafrecht Jens Jeromin
Dortmund

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