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Abzocke durch Hamburger Online-Gewinnspiel-Eintragsservice


15.11.2008 19:30 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer



Ich habe bei einem SMS Gewinnspiel einess großen deutschen Fernsehsenders mitgespielt u. die darauffolgende Frage ob mich ein Mitarbeiter des Senders kontaktieren dürfte zugestimmt. Kurz darauf kam auch schon der Anruf des angeblichen Mitarbeiters (wahrscheinlich Callcenter-Agent). Er fragte mich ob ich für einen einmaligen Betrag von 11,98 € bei weiteren Gewinnspielen eingetragen werden möchte. Da ich bei solchen Sachen normal skeptisch bin lehnte ich ab. Der Mitarbeiter ließ aber nicht locker und berief sich immer wieder auf die Seriösität des Fernsehsenders. Schließlich willigte ich ein und gab ihm meine Daten. das Gespräch wurde zur Beweispflicht aufgezeichnet. Einen Monat später wurden dann die 11,98 € von meinem Kto abgebucht. Als dann einen Monat darauf wieder 11,98 € abgebucht wurden kam mir der Verdacht dass der Betrag monatlich erhoben wird. daraufhin habe ich die Lastschriften zurückgehen lassen. Kurz darauf beikam ich von den Gewinnspiel-Eintrag-Service eine Rechnung über 24 x 11,98 € (also für 2 Jahre). Ich rief bei der Hamburger Zentrale der Firma an und ein freundlicher Mitarbeiter beruhigte mich und sagt ich sollte das schriftlich reklamieren, dann wird die Aufzeichnung des CallCenters angefordert und man könnte das klären. Er fragte mich warum ich der Auftragsbestätigung nicht wiedersprochen habe. Konnte ich nicht weil ich gar keine bekommen habe. Erst nachdem ich mit dem Mitarbeiter telefoniert hatte ist einige Tage später eine Auftragsbestätigung per Post gekommen. Dieser habe ich natürlich wiedersprochen aber das war ca 3 Monate nach dem Auftrag. Eine Klärung erfolge natürlich nicht stattdessen bekam ich eine Mahnung ihres Inkassounternehmens. Nun meine Frage: Habe ich eine Chance diesen für mich zu entscheiden? Das Gespräch mit dem CallCenter Mitarbeiter wurde ja aufgezeichnet. Der Gerichsstand ist wahrscheinlich Hamburg und ich wohne ca 1100 KM davon entfernt. Wenn ich gewinne bekomme ich dann die Reisekosten und meinen Verdiensausfall ersetzt?
Sehr geehrter Ratsuchender,

nach Ihren Angaben ist kein Vertrag über die Teilnahme an Gewinnspielen zu einem Preis von 24 x € 11,98 zustande gekommen, sondern nur zu einem Preis von 1 x € 11,98. Die Firma kann den gesamten Betrag aber nur fordern, wenn sie beweisen kann, dass sie den Vertrag mit Ihnen (mündlich) so abgeschlossen hat, wie dies nun geltend gemacht wird. Ein solcher Beweis wird jedoch meines Erachtens aufgrund Ihrer Schilderung des Telefonats nicht gelingen, so dass Ihre Erfolgsaussichten für ein gerichtliches Verfahren durchaus positiv einzuschätzen sind.
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass Sie erst drei Monate nach dem Auftrag „widersprochen“ haben, da der Auftrag ja nur bezüglich des Einmalbetrages gegeben wurde. Selbst wenn ein Vertrag über zwei Jahre für 24 x € 11,98 zustande gekommen wäre, hätten Sie Ihr Widerrufsrecht aus § 321b BGB noch nicht verloren, weil Sie (noch) nicht in Textform über das Widerrufsrecht belehrt worden waren, siehe § 355 Abs. 2 BGB.

Wenn eine gegen Sie gerichtete Klage abgewiesen wird, sind Ihnen gemäß § 91 ZPO alle zur Rechtsverteidigung erforderlichen Kosten und Auslagen zu ersetzen. Hier dürfte es wegen des geringen Streitwerts allerdings günstiger sein, einen Anwalt in Hamburg zu beauftragen, als selbst zu fahren, weswegen auch nur in Höhe der Anwaltsgebühren ein Erstattungsanspruch zuerkannt werden dürfte. Im Übrigen wird das Gericht hier wahrscheinlich von der Möglichkeit Gebrauch machen, gemäß § 495a ZPO ohne mündliche Verhandlung zu entscheiden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Für Rückfragen zum Verständnis stehe ich bei Bedarf gerne zur Verfügung.

Die zitierten Vorschriften finden Sie unter de nachfolgend benannten Links:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/index.html
http://www.gesetze-im-internet.de/zpo/index.html

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
Ergänzung vom Anwalt 15.11.2008 | 20:26

korrigiere: im zweiten Absatz muss es lauten: „... Ihr Widerrufsrecht aus § 312b BGB...“

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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