Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
466.191
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Abwasserkanal durch unser Grundstueck


29.10.2014 00:34 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Frank Phileas Lemmer



Wir suchen dringend kompetenten Anwalt. Hier erst einmal eine Voranfrage, da wir schnell handeln muessen.

Wir haben ein Grundstueck gekauft mit einer Doppelhaushaelfte. Unsere Haelfte wurde abgerissen. Unter unserer Baugrube fuehrt ein Kanal durch der von 4 weiteren Nachbarn oberhalb zur Entwaesserung genutzt wird. Nach unserem Grundstueck geht es ueber die DHH des Nachbarns weiter, wir wissen nicht wohin er genau fuehrt und ob die Hauser nach uns mit angeschlossen sind oder ob diese wieder einen seperaten Kanal haben.

Es besteht kein Eintrag ins Grundbuch. Der Kanal ist ueber 80 Jahre alt. Die Stadt hat uns abgewisen und gemeint es waere ein privates Problem.

Es gab schon zweimal Wasser im Keller unseres Hauses (beim Vorbesitzer) wegen Verstopfung des Rohres weil jemand oberhalb Wasserunloesliche Tuecher hineingeworfen hatte. Durch starken Wurzelbewuchs konnten diese nicht mehr abfliessen.

Es wurde vor Jahren Untersuchungen angestellt mit Kamerabefahrung. Der Kanal ist Marode. Mit Wurzeln bewachsen, definitiv Sanierungsbeduerftig. Die Kamera konnte nur ein Stueck befahren weil wegen Wurzeln es dann nicht mehr moeglich war. Die Nachbarn und Vorbesitzer hatten sich wegen der Kosten entschieden nichts zu tun.

Wir haben uns entschieden in den neuen Kanal zur Strasse hinaus zu entwaessern und die ca. 5000 Euro hohen Kosten zu tragen so dass wir in Zukunft Ruhe haben werden. Eine Nachbarin weiter unten hat immer Probleme mit Faekaliengeruch in Ihrem Keller, und Wassereintritt. Wir wollen da nicht mit verantwortlich sein. Aber auch nicht wegen Sanierung mit Nachbarn kaempfen.

Das Grundwasser stand bei einer Untersuchung bei uns genau unter dem Gewoelbekeller so dass wir kurzfristig entscheiden mussten auch den Keller abrzureissen.

Die Nachbarn ueber uns haben uns mit Einschreiben und Rueckschein einen Brief geschickt, dass sie uns auffordern beim Abriss unseres Kellers Ihren Kanal nicht zu beschaedigen etc. (obwohl wir darauf hingewiesen haben, dass wir natuerlich Fachleute haben und darauf aufpassen). Wir sollen Ihnen zurueckschreiben wie wir uns gedacht haben wie wir vorgehen wollen. Wir haben das Schreiben erst erhalten als der Keller schon weg war und bisher nicht geantwortet.

Wir hatten ueberlegt das nun zugaengliche Rohr unter dem Haus zu sanieren so dass in Zukunft keine Probleme mehr auftreten. Nun fragen wir uns, muessen wir diese rund 3000 Euro Kosten selber tragen? Wir muessen uebermorgen entscheiden ob wir den Kanal sanieren oder nicht. Dann kommt die Bodenplatte drauf. Da wir ja sowieso enorme Mehrkosten wegen der Entwaesserung in den neuen Kanal der Stadt vor unserem Haus haben sowie enorme Mehrkosten da wir den Keller so bauen muessen so dass kein Wasser eintreten kann. (Da das Grundwasser ziemlich genau unter der Bodenplatte steht - evtl da maroder Kanal und Abwasser der Nachbarn das Abfliessen des Regenwassers verhindert).

Wenn wir den Kanal nicht sanieren, der unter unserem Grundsteuck verlaeuft kann es in Zukunft noch sehr viel teurer werden, da man ja kaum noch darauf zugreifen kann und unser Grundstueck von vorne abgraben muesste. Da dann ja unser Haus drauf steht. Bzw. sehr teuer das Rohr von innen sanieren obwohl Zugang kaum moeglich waere. Jetzt waere eine Sanierung am einfachsten und guenstigsten.

Wir ueberlegen ob wir mit haftbar gemacht werden koennen wenn der Kanal unter unserem Grundstueck aber auch in den Nachbargrundstuecken irgendwann erneuert werden muss. Er ist ja bereits sehr marode und es ist nur noch eine Frage der Zeit. Koennen wir uns rausreden und sagen wir entwaessern woanders? Muessen wir mitzahlen auch wenn wir woanders entwaessern weil eben Jahrzehnte lang die Vorbesitzer des Hauses den Kanal mitbenutzt haben?

Was sollten wir tun? Ich moechte keinen Aerger mit den Nachbarn aber wir wollen natuerlich auch nicht durch das nichtstun der Nachbarn finanziel benacchteiligt sein.


Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Es handelt sich offenbar um einen vor 80 Jahren verlegten privaten Kanal zur Entwässserung, also um eine private Erschließungsmaßnahme, ohne dass entsprechende Grunddienstbarkeiten (z.B. Leitungsrechte etc.)in das Grundbuch eingetragen wurden. Rechte an Grundstücken sind zu ihrer Wirksamkeit jedoch zwingend in das Grundbuch einzutragen.

Daraus folgt, dass Sie nicht verpflichtet sind, den Kanal unter Ihrem Grundstück zu dulden. Erst recht sind Sie nicht verpflichtet, etwaige Kosten der Sanierung zu tragen oder mit zu tragen.

Vielmehr können Sie verlangen, dass der Kanal komplett von Ihrem Grundstück entfernt wird.

Allerdings dürfte sich aufgrund der jahrzehntelangen Duldung durch den/die Voreigentümer Ihres Grundstückes eine Hinweispflicht gegenüber den noch an diesen Kanal angeschlossenen Nachbarn dahingehend ergeben, dass Sie diesen gegenüber mitteilen, dass Sie die Nutzung des Kanals unter Ihrem Grundstück nicht mehr gewähren.

Wie das technisch in der kurzen Zeit, Sie sprechen von 2 Tagen, zu bewerkstelligen ist, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen. Vorstellbar ist, dass der entsprechende Teil des Kanals, der unter Ihrem Grundstück verläuft, herausgetrennt wird und die Enden verschlossen werden. Den noch angeschlossenen Nutzern müsste man eine kurze Frist einräumen, ihre Häuser entsprechend an die öffentliche Kanalisation anzuschließen, ohne Ihr Grundstück dafür zu nutzen.

Alternativ können Sie den Nachbarn, die über den jetzigen Kanal entwässern, auch anbieten, dass dieses Teilstück vor dem Einbringen der Bodenplatte bei Ihnen noch schnell saniert wird, allerdings komplett auf Kosten der Nutzer.

Nachteil dieses Kompromisses wäre jedoch, dass Sie Ihr Grundstück weiterhin kostenlos für die Nutzer des Kanals zur Verfügung stellen würden. Problematisch könnte bei dieser Lösung auch sein, dass bei einem Defekt des Kanalstücks unter Ihrem Haus eine Reparatur kaum möglich sein dürfte.

Sie sollten alle Umstände abwägen und sich dann für eine der genannten Varianten entscheiden. Hierbei kann es durchaus hilfreich sein, vorab das Gespräch mit den betroffenen Nachbarn zu suchen.

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen der von Ihnen hier gebuchten Online-Erstberatung eine Einschätzung der Rechtslage ermöglicht zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Dies gilt jedoch nicht für neue oder nun neu aufgetretene Fragen.

Mit freundlichen Grüßen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57042 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde in sehr kurzer Zeit sehr präzise beantwortet. Das hilft mir gewaltig bei der Entscheidung zur weiteren Verfahrensweise. Eine Nachfrage war nicht nötig und ich fühle mich durch die Antwort wirklich sehr gut ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort von Herrn Raab hat mir sehr geholfen! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Ich hatte den Eindruck, eine sehr persönliche Beratung zu bekommen! Danke vielmals! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat den Sachstand richtig verstand und hat dementsprechend geantwortet und Argumentiert ...
FRAGESTELLER