Absicherung Finanzierungen / Arbeitsleistung im Elternhaus
23.06.2007 15:35 |
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Familienrecht
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Rechtsanwalt Ernst G. Mohr
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Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 15 Jahren investiere ich (35, verheiratet, Sohn 10 Jahre) Zeit und Geld in das Mehrfamilienhaus meines Vaters (57), welches derzeit von ihm und meiner Mutter (62), sowie meiner Familie bewohnt wird. Im Prinzip besteht das Haus aus 2 Haushälften, so dass ich mich in meiner Hälfte und dem dazugehörigen Grundstück von ca. 300m2 sehr gut nach eigenem Geschmack entwickeln konnte. Zu den in Eigenleistung realisierten Projekten zählen eine komplette Heizungsanlage für das gesamte Haus (1998-1999, ca. 500 Feierabend- und Wochenend Stunden), eine Dachgeschoss-Erweiterung (2002-2003, ebenfalls ca. 500h) sowie eine Solaranlage für Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung (siehe Bildmaterial). Zusätzlich wurden ca. 40 T€ Barmittel eingebracht, von denen bisher 50% durch meinen Vater zurückgezahlt wurden. Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass ich trotz regelmäßiger Investitionen ins Haus zusätzlich eine Miete von 300,-€ für ca. 100m2 entrichte.
Meine Frau (Pharmareferntin) und ich (Abteilungsleiter) haben ein recht gutes Einkommen, dieses möchten wir gerne weiter vernünftig anlegen. Um das Gesamtbild des Hauses abzurunden und unserem Lebensstandard anzupassen haben wir daher den Abriss eines alten Wirtschafts-Anbau’s (ca. 8x10m) und die Modernisierung dieses Bereiches geplant. Die Maßnahme wird ca. 30T€ und sicher auch 200h Feierabend-Tätigkeit kosten.
Mein Vater hat mir in der Vergangenheit mehrfach mündlich versichert, dass das Haus 2010 nach der Abbezahlung eines KfW-Kredites in meinen Besitz übergehen wird. Nun hat er plötzlich auf Grund seiner längeren Arbeitslosigkeit seine Meinung (scheinbar) geändert. Er blockiert die Ideen mit dem Anbau, möchte alles so „lassen wie es ist“ und sieht keine Notwendigkeit mehr irgend etwas in das Haus zu investieren. Meine Frau und ich sind ziemlich ratlos – ohne seine Freigabe brauche ich mit den Bauvorbereitungen nicht starten, da keine Firma ohne Freigabe des Bauherren einen Spatenstich machen wird und darf.
Ich sehe daher 2 Möglichkeiten,
Variante 1: Umzug in ein eigenes Haus (so schwer mir der Abschied auch fallen würde!)
Diese Idee hatte ich ihm vor längerer Zeit schon einmal offeriert – da meinte er nur: „Viel Spaß bei der Wiederherstellung des Originalzustandes“. Nun bin ich mir unsicher, im Prinzip ist diese Forderung nicht haltbar, das Haus ist über 100 Jahre alt, jede meiner baulichen Maßnahmen hat echte Verbesserung gebracht, typisches Beispiel ist die Heizungsanlage !
Für alles gibt es auch Bildnachweise und Planungsunterlagen / Aufzeichnungen.
Trotzdem drängen sich hier einige Fragen auf:
1. Von der eingebrachten Arbeitszeit sehe ich sicher nichts mehr wieder, wie aber ist es mit „sichtbaren“ oder nachgewiesenen Investitionen ?
2. Wenn ich schon beim Auszug nichts zurück bekomme – wie verhält sich das beim späteren Erbe? Außer mir gibt es noch eine Schwester die weit weg wohnt und sich noch nie um das Haus gekümmert hat. Kann ich mit einer Anrechnung meiner Leistungen in einem späteren Erbfall rechnen?
Variante 2: Kompromisslösung im jetzigen Haus finden
Nehmen wir einmal an es lässt sich eine Lösung bzgl. Teilabriss und Anbau finden, wie kann ich denn meine Arbeitsleistung und meine Finanzierung besser absichern als bisher? Ein Anwalt empfahl mir da bereits einen privaten Darlehensvertrag, z.B. über eine ständig zu erweiternde Summe (2007: 20T€, 2008: 30T€, 2009: keine Erw., 2010: 55T€). Fragen:
1. wie teuer und wie aufwändig ist so ein privater Darlehensvertrag in etwa ?
(einmalige Aktivierung, jährliche Fortschreibung)
2. habe ich ohne einen Darlehensvertrag z.B. durch die Begleichung von Rechnungen und eine Unterschrift meines Vaters dazu auf einem selbst erstellten Dokument später eine Chance an mein Geld zu kommen (z.B. wenn das Haus ein anderer bekommt) ?
Bitte verstehen Sie das nicht falsch – ich habe überhaupt nicht die Absicht gegen meine Eltern zu klagen, jedoch kann es von Vorteil sein, wenn man darstellt wie es aussehen kann, wenn keine Kompromissbereitschaft zu erkennen ist und mein etwas sturer Vater in einer Laune von sich geben würde „Na dann müsst ihr eben ausziehen – viel Erfolg im neuen Haus!“. So eine Bemerkung, die er später sicherlich bereuen würde, ist nach den bisherigen Erlebnissen durchaus denkbar.
Da ich vor der vielleicht schwersten Entscheidung meines Lebens stehe, bin ich für jeden Rat dankbar und hoffe, dass Sie sich durch die Schilderungen in meine Lage hineinversetzen, und mir die entsprechenden Hinweise geben können.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Jens H.
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